Kindergesundheit: Weichmacher DEHP kann Blutdruck negativ beeinflussen

Laut einer amerikanischen Studie kann der Weichmacher DEHP, Di(2-ethylhexyl)-phthalat, möglicherweise den systolischen Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen leicht erhöhen. DEHP findet sich in Kunststoffen und gelangt vorwiegend über Lebensmittel in den Körper. Diese können DEHP während der Verarbeitung oder über die Verpackung aufnehmen.

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Weichmacher DEHP wird hauptsächlich über Lebensmittel aufgenommen

Die Wissenschaftler um Leonardo Trasande untersuchten bei fast 3.000 Kindern zwischen sechs und 19 Jahren den Anteil an DEHP bzw. dessen Abbauprodukte im Urin und dessen Zusammenhang mit dem Blutdruck. Höhere Werte an DEHP waren demnach mit leicht erhöhten systolischem Blutdruck (oberer Wert) verbunden. Die Forscher räumen ein, dass diese Werte zwar nicht dramatisch seien, aber vor dem Hintergrund der großen Anzahl von übergewichtigen Heranwachsenden mit Bluthochdruck doch von Bedeutung sein könnten. Jede Verdreifachung der Folgeprodukte von DEHP hatte demnach eine Erhöhung von 1mm Hg des systolischen Werts zur Folge.

Nach den Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nehmen Jugendliche und Erwachsen in Deutschland durchschnittlich etwa 13 bis 21 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht täglich auf. Das liegt deutlich unter der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für unbedenklich erklärten Menge. Demnach ist eine tägliche Menge von maximal 50 Mikrogramm je Kilogramm (ein Leben lang) nicht schädlich für den Körper. Die EU-Chemikalienverordnung REACH erlaubt DEHP für die Herstellung von Verbraucherprodukten ab 2015 nur noch mit einer Zulassung.

Quellen: Science Daily,  Journal of Pediatrics,  BfR

Quelle:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
http://www.kinderaerzte-im-netz.de

 

mzt

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