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09.9.2015   |   Gesundheit

Hörstörungen können sich bei Kindern auch später entwickeln

Auch wenn das Hörscreening in der Klinik bei einem Baby unauffällig war, kann das Kind später noch Hörprobleme entwickeln.

Hörstörungen können sich bei Kindern auch später entwickeln„Wenn ein Baby in der vierten bis sechsten Woche bei lauten Geräuschen wie Türknallen nicht erschrickt, mit drei bis vier Monaten die Augen nicht in Richtung einer Schallquelle richtet, mit sechs bis sieben Monaten noch keine zweisilbigen Laute von sich gibt, im zehnten Lebensmonat nicht auf leises Ansprechen aus kurzer Distanz reagiert bzw. Warnrufe überhört, dann sollten Eltern darüber mit dem Arzt sprechen.

Ist ein Kind stiller als seine Altersgenossen und bleibt in der sprachlichen Entwicklung zurück, kann dies ebenso ein Hinweis auf verringertes Hörvermögen sein“, beschreibt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit langjähriger Klinikerfahrung (Leitung der Kinderklinik in Zwickau), die Symptome schlechten Hörens.

Hörstörungen können viele Ursachen haben. Spätere Hörschäden im Kindesalter können u.a. durch Mittelohrentzündungen oder Krankheiten, wie Masern, Mumps, Röteln oder Scharlach, verursacht werden. Auch Verletzungen durch Ohrstäbchen sind möglich. Manchmal kann/können auch Cerumen („Ohrenschmalz“) im Gehörgang, vergrößerte Rachenmandeln („Polypen“) oder ein Fremdkörper für eine eingeschränkte Weiterleitung von Tönen sorgen. „Spielzeug mit Knalleffekt, wie z.B. eine Kinderpistole, dröhnende Konzerte und lautes Musikhören können zu Lärmschwerhörigkeit führen“, warnt Prof. Nentwich.

Der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) zufolge haben sich Hörstörungen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 24 Jahren verdoppelt. Fast ein Viertel der Jugendlichen (22%) hört 40 Stunden pro Woche Musik in einem Lautstärkebereich von über 85 Dezibel, der normalerweise als „Lärmbelastung“ gilt. Für Wohngebiete sind tagsüber beispielsweise 65 Dezibel als Grenzwert vorgeschrieben.

Quellen: AWMF, JAMA Otolaryngol Head Neck Surg, Monatsschr Kinderheilkd

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

 

 


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Bild: Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

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