CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

06.3.2013   |   Verbraucher

Grenzwert für Aflatoxine in der Rohmilch bei einem Betrieb in NRW überschritten

Ein Futtermittelhersteller aus Rees hatte sich am 27. Februar 2013 beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) selber angezeigt, mit Aflatoxinen belasteten Mais aus Serbien erhalten, weiterverarbeitet und ausgeliefert zu haben. Insgesamt wurden 1050 Tonnen belasteter Mais direkt nach Rees geliefert, davon wurden 200 Tonnen verarbeitet und ausgeliefert.

kuhmilchDie Probennahme der Eigenkontrolle durch den Futtermittelunternehmer erfolgte am 21.02.2013, der Befund stammt vom 26.02.2013. Nach dem Vorliegen des Befundes wurde die Verarbeitung beim Futtermittelhersteller sofort gestoppt. Die Auslieferung der hergestellten Mischfuttermittel mit geringen Maisanteilen (5% / 7% oder 13%) erfolgte bis einschließlich 28.02.2013. Dann wurden auch diese Lieferungen vom LANUV untersagt.

Belastetes Futter wurde an vier Milchviehbetriebe geliefert, einen im Kreis Wesel, einen im Kreis Borken, einen im Hochsauerlandkreis und an einen Milchbetrieb in Rheinland-Pfalz. Die NRW-Betriebe wurden vom LANUV am 4. März 2013 gesperrt, da eine Belastung nicht mehr ausgeschlossen werden konnte.

Die Ergebnisse der Milchuntersuchungen liegen seit heute (6. März 2013) vor. Bei dem Milchbetrieb im Hochsauerlandkreis wurde eine etwa doppelte Höchstgehaltüberschreitung des rechtlich festgelegten Wertes von 50 ng/kg für Aflatoxine in der Rohmilch festgestellt. Milch darf von diesem Hof erst wieder geliefert werden, wenn die festgelegten Höchstgehalte eingehalten werden. Die bis dahin produzierte Milch wird entsorgt. Ob belastete Rohmilch zu einer Molkerei geliefert wurde, kann nicht ausgeschlossen werden.

Bei dem Betrieb in Borken lag der Wert knapp unter dem Höchstgehalt bei 45 ng/kg Milch, bei dem Betrieb in Wesel lag der Nachweis bei etwa 20 ng/kg.

Außerdem beliefert wurden 35 Putenmastbetriebe, 23 Mastschweinbetriebe, ein Betrieb mit Sauenhaltung und zwölf Betriebe mit Mastkälbern. Diese Betriebe liegen in mehreren Kreisen in Nordrhein-Westfalen. Zwei weitere Lieferungen mit Putenfutter gingen in die Niederlande.

Der Mischfuttermittelhersteller aus Rees veranlasste von sich aus am 27.02.2013 folgende Maßnahmen:

  • Information aller Milchviehhalter, deren Milchleistungsfutter mehr als 15 % Mais enthält; Austausch des Futters
  • Sperrung der noch vorhandenen Restmenge Mais aus Serbien von rund 850 Tonnen; dies erfolgte vom Hersteller direkt nach Bekanntwerden des Untersuchungsergebnis am 26.02.2013 am späten Nachmittag
  • Sperrung der Auslieferung von Milchleistungsfutter mit mehr als 15% Mais 
  • Übersendung der Lieferliste an das LANUV, inkl. der nötigen Informationen, aller Abnehmer von Mischfuttermitteln, die unter Verwendung des am 22.02.2013 entladenen Mais hergestellt wurden

Von Amts wegen wurden die Milchviehbestände vorsorglich am 4. März 2013 gesperrt und Milchuntersuchungen veranlasst. Die Sperre des Milchbetriebes im Hochsauerlandkreis wird erst aufgehoben, wenn die Milch nachweisbar wieder unbelastet ist.

Weiterhin wurden am 27.02.2013 insgesamt 5 Futtermittel-Proben bei dem Hersteller aus Rees amtlich genommen und direkt zur Untersuchung in das amtliche Labor nach Arnsberg verbracht.
Alle Betriebe, die mit entsprechenden Futtermitteln beliefert worden waren, wurden angewiesen die Futtermittel auszutauschen.

Der Fall in Rees ist durch eine Lieferung von Mais aus Serbien ausgelöst worden, die im Februar 2013 über Rotterdam nach Nordrhein-Westfalen erfolgte. Dies ist getrennt von dem Geschehen in Niedersachsen zu sehen, bei dem die Maislieferung bereits im November 2012 über den Hamburger Hafen an niedersächsische Futtermittelunternehmen erfolgte.

Hintergrund:
Aflatoxine sind Pilzgifte und gelten als hoch kanzerogene Stoffe. Der Höchstgehalt für Milch beträgt 50ng/kg oder 0,05µg/kg. Aflatoxine sind hitzestabil, werden also bei der Pasteurisation nicht inaktiviert. Deshalb ist die Minimierung in Lebensmitteln das wichtigste Ziel. Aflatoxine gehen leicht in die Milch über.

Der Landeskontrollverband führt seit Jahren jedes Jahr im Rahmen der Milchgüteprüfung über 500 (2011: 660) Untersuchungen pro Jahr auf Aflatoxine durch. Dabei lagen in den letzten Jahren alle Werte immer unter 10ng/kg Milch, was den Anforderungen an Babynahrung (25ng/kg Milch) entspricht. Bei überhöhten Werten von Aflatoxinen in Lebensmitteln, hier insbesondere in der Milch, sind die Lebensmittel sofort vom Markt zu nehmen.

Quelle:
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen
Internet: www.umwelt.nrw.de

 

Das könnte dich auch interessieren
Auch diese Artikel mit Themenbezug sind lesenswert 




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Fipronil in Eiern
UV Warnungen und Prognosen

Aktueller UV-Index

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlen

Schädigungen der Haut durch UV Strahlung finden bereits lange vor einem Sonnenbrand statt. Dieser bzw. die Rötungen sind die extreme Schädigung und sichtbare Anzeichen einer Verbrennung durch Strahlung


Sicherer Wasserspaß

Sicherer Wasserspass

Noch Stunden nach einem Badeunfall möglich
Sekundäres Ertrinken bei Kindern

Eltern sollten Kinder nach einem Badeunfall, bei dem ihre Schützlinge möglicherweise Wasser in die Lunge bekommen haben, beobachten

Unterschätzte Gefahr

trampolin

Besser allein aufs Trampolin

Wer Kinder hat, weiß: Ein Trampolin gehört inzwischen zur Spielausrüstung im eigenen Garten . Mit der Zahl der Trampoline ist leider die Zahl der Unfälle gestiegen

Aktuelle Tests…

– Anzeige –
Buch- und Lesetipps
Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse