Geschenkpapier: Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zur richtigen Entsorgung und zu nachhaltigen Alternativen

Glitzernd in die Mülltonne

Geschenke zu verpacken hat eine lange Tradition und steigert die Wertschätzung für die überreichten Gaben. Doch alle Jahre wieder fällt zum Fest dadurch jede Menge Müll an. In Loriots berühmten Weihnachts-Sketch macht es sich Familie Hoppenstedt einfach: Die Verpackungen werden nach der Bescherung einfach in den Hausflur gestopft, der allerdings schon von den Papierbergen der Nachbarn überquillt. Doch wie entsorgt man Geschenkpapier, Folien und Kartons richtig? Was darf ins Altpapier, was gehört in den Restmüll? Und welche Möglichkeiten gibt es, Geschenke schön und zugleich nachhaltig zu verpacken?

Bild von Frauke Riether auf Pixabay

Philip Heldt, Umweltexperte der Verbraucherzentrale NRW, gibt Tipps:  

  • Altpapier oder nicht?
    Ist das Geschenkpapier dünn, lässt es sich leicht zerreißen und fasert dabei aus, handelt es sich um reines Papier. Ebenso wie Pappe und Kartons kann es in der Papiertonne entsorgt und recycelt werden. Bänder und andere Verzierungen sollten vorher entfernt und in den Restmüll gegeben werden. Kleine Klebestreifen sind für die Aufbereitungsanlagen hingegen meist kein Problem und können bleiben.

  • Umweltzeichen
    Geschenkpapiere mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ sind zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt und daher eine mögliche Alternative zu Papieren aus Frischfasern. Bei der Produktion werden zudem weniger Wasser, Energie und Chemikalien eingesetzt als bei herkömmlichem Geschenkpapier. Entsorgt werden können die Papiere im Altpapier.
       
  • Beschichtetes Papier
    Lässt sich das Geschenkpapier schwer zerreißen und dehnt sich, ist es vermutlich mit einer Kunststoffschicht versehen und darf nicht ins Altpapier. Gleiches gilt für hochglänzendes, glitzerndes oder metallisch anmutendes Material. Solche Lack-, Chrom- oder Glacépapiere gehören ebenfalls in die Restmülltonne.

  • Geschenkfolien
    Transparente Folien setzen Geschenke schön in Szene, sind allerdings in der Regel aus erdölbasierten Kunststoffen wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) hergestellt. Sie gehören zur Entsorgung in die Gelbe Tonne. Besteht die Folie aus reinem Zellophan, kann sie – je nach Regelung des örtlichen Entsorgers – über die Biotonne entsorgt werden, denn Zellophan (Zellglas) besteht in der Regel aus Zellulose und verrottet. Erkennbar ist die (meist teurere) Zellophanfolie an einem typischen Knistergeräusch und daran, dass sie sich falten lässt.

  • Wiederverwenden
    Geschenkpapier, gebrauchte Kartons, Bänder und andere Deko müssen meist nicht sofort weggeworfen werden, sondern können auch ein weiteres Mal Geschenke schmücken. Kleine Papierreste mit hübschen Motiven können zum Basteln verwendet, Schmuckbänder aufgerollt verwahrt und erneut eingesetzt werden. Besonders schön zum Einpacken sind auch Kalenderblätter mit Bildmotiven. So ist der „abgelaufene“ Kalender zum Jahresende noch einmal zum Verpacken nützlich.

  • Alternativen
    Eine gute Mehrweg-Alternative zum Geschenkpapier sind Stofftücher zum Verpacken. Unter dem Namen Furoshiki ist diese Tradition schon lange in Japan berühmt. Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen unter diesem Suchwort. Stoffreste sind leicht zu wiederverwendbaren Geschenktaschen umgenäht. Auch ein gekaufter oder selbst genähter Kissenbezug kann zum Einpacken dienen und anschließend weiter genutzt werden. Tannenzweige und -zapfen, Strohsterne oder gefaltete Papierrosetten sind natürliche Deko-Elemente.

Weiterführende Infos und Links:

Quelle: Verbraucherzentrale NRW
Internet: www.verbraucherzentrale.nrw