Prügelstrafe – Schlimmere Auswirkungen als bislang angenommen!

„Prügelstrafen“ sind weltweit möglicherweise noch schlimmer in ihren Auswirkungen, als bisher angenommen wurde. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der University of Michigan.

Die meisten Untersuchungen über die Auswirkungen von „Prügelstrafen“ befassen sich mit Kindern aus Familien in Ländern mit hohem Einkommen, wie den Vereinigten Staaten und Kanada, aber kaum in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen oder in Entwicklungsländern, so die Autoren der Studie. Doch körperliche Strafen werden weltweit gerade dort sehr oft als Disziplinierungsmaßnahme eingesetzt.

Die neue internationale Studie verwendete Daten, die UNICEF von 62 Ländern gesammelt hat – das entspricht fast einem Drittel der Länder der Welt. Demnach sind „Prügelstrafen“ bei 215.885 Kindern im Alter von 3 und 4 Jahren mit einer negativen Auswirkung auf das Sozialverhalten verbunden.

Ein Elternteil oder eine Bezugsperson wurde persönlich gefragt, ob das Kind gut mit anderen Kindern auskommt, ob das Kind andere schlägt, tritt oder beißt; und ob das Kind leicht ablenkbar ist. Zusätzlich sollten Erziehungsberechtigte darüber Auskunft geben, ob das Kind oder dessen Geschwister im letzten Monat körperlich bestraft wurden.

Hilfe und Informationen für Betroffene

Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000 wurde am 6. Juli 2000 vom deutschen Bundestag mit den Stimmen der Fraktionen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und PDS gegen die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion verabschiedet, enthält eine Neufassung des § 1631 BGB. Darin wird das Recht auf gewaltfreie Erziehung verankert. 1631 BGB Absatz 2 wird darin wie folgt gefasst:

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“


Hier bekommen Kinder Hilfe!
Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 333

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Das Kinder- und Jugendtelefon ist Deutschlandweit unter der Rufnummer 0800 111 0 333 zu erreichen. Der Anruf ist immer kostenlos und ohne Zeitbegrenzung.

Nummer gegen Kummer e.V. (NgK) ist der Dachverband des größten kostenfreien, telefonischen Beratungsangebotes für Kinder, Jugendliche und Eltern: https://www.nummergegenkummer.de/

Präventionsprogramm gegen Gewalt an Schulen und für soziale Kompetenz: http://www.fairplayer.de/

Die bundesweite Initiative “Trau dich!” beruht auf Erkenntnissen des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch. Aktuelle Zahlen bestätigen den Bedarf an Aufklärung und Prävention.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite für Kinder http://www.trau-dich.de

Ein Drittel der Befragten gab an, dass sie körperliche Bestrafung als notwendig erachteten, um ein Kind richtig erziehen zu können. Von den untersuchten Kindern wurden 43% körperlich bestraft oder wohnten in einem Zuhause, in dem ein anderes Kind als Disziplinierungsmaßnahme körperlich bestraft wurde.
Die soziale Entwicklung eines Kindes litt sowohl, wenn es selbst geschlagen wurde, als auch, wenn ein Geschwisterkind geschlagen worden war, zeigte die Studie.

„Es ist anscheinend so, dass […] Schläge mehr schaden als nützen „, erklärte Garrett Pace, der Hauptautor der Studie und Doktorand der Soziologie. Pace wies auch darauf hin, dass die Senkung der körperlichen Bestrafung die psychische Gesundheit von Kindern erheblich verbessern und die Entwicklung der Kinder weltweit günstig beeinflussen würde.

Weltweit sind mehr Anstrengungen unternommen worden, um Richtlinien zu entwickeln, die körperliche Strafen verhindern sollen. Tatsächlich haben 54 Länder die Anwendung von Prügelstrafen verboten, was langfristig nur dem Wohlbefinden von Kindern zugutekommen könne, sagten Pace und Kollegen.

Quelle: medicalXpressUniversity of Michigan, Child Abuse & Neglect

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

 

Bild/er: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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