Gesundheitsgefahr: Schimmel in Wohnräumen erhöht Asthmarisiko für Kinder

Einer aktuellen Studie zufolge scheinen Kinder, die in Wohnräumen mit Schimmel zuhause sind, häufiger Asthma zu bekommen als Kinder, die in trockenen Gebäuden leben.

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Wenn Kinder während ihrer ersten zwei Lebensjahre sich in Räumen aufhalten, die feucht sind oder Schimmel an den Wänden haben, erhöht sich ihr Risiko, Asthma zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von finnischen und deutschen Forschern, die in „Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Kinder, die bereits unter Allergien litten, waren demnach besonders anfällig für Asthma. Doch trugen feuchte oder schimmelige Räume nicht in erster Linie zur Entstehung von Allergien bei.

„Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Feuchtigkeitsschäden mit oder ohne Schimmel in den Räumen, in denen Kinder sich am meisten aufhalten, mit einem erhöhten Asthmarisiko einhergehen, das auch dauerhaft bestehen blieibt“, berichtete die leitende finnische Forscherin Dr. Anne Karvonen vom National Institut for Health and Welfare. Mit anderen Worten, das Asthma blieb bis zum Alter von 6 Jahren bestehen, insbesondere wenn der Schimmel im Kinderzimmer oder Wohnzimmer sichtbar war.

Für die Studie untersuchte ein Bauingenieur das Zuhause von fast 400 Kindern in Finnland bezüglich Feuchtigkeit und Schimmel, als die Kinder rund 5 Monate alt waren. Fast alle Gebäude wiesen ein gewisses Maß an Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel auf. Ein entsprechender Experte bestimmte jeweils die Schwere der Beschädigung. Dann sollten die Eltern Fragebögen über Atemprobleme ihrer Kinder und über jede Asthma- oder Bronchitis-Diagnose beim Arzt als die Kinder 1 Jahr alt, 18 Monate alt, 2 Jahre alt waren und dann jährlich bis zum Alter von 6 Jahren. Die Forscher nahmen Blutproben, als die Kinder 1 Jahr und 6 Jahre alt waren, um zu ermitteln, ob sie allergisch gegen bestimmte Umweltstoffe oder Nahrungsmittel waren.

Kinder litten fast fünfmal häufiger an Asthma, bis sie sechs Jahre alt waren, wenn sich Feuchtigkeitsschäden mit Schimmel in ihren Schlafzimmern feststellen ließen. Trat im Wohnzimmer Schimmel auf, war das Asthmarisiko für die Kinder 7,5-mal höher im Vergleich zu den Kindern, bei denen der Experte keine Feuchtigkeitsschäden in den Wohnräumen gefunden hatte. Schimmel in der Küche, erhöhte das Asthmarisiko für die Kinder, die dort wohnten um den Faktor 2,5. Das größte Asthmarisiko hatten Einjährige, die bereits unter Allergien litten, im Vergleich zu denen ohne Allergien. Aber für Kinder mit Familienangehörigen, die von Allergien betroffen waren, war das Risiko ähnlich wie für diejenigen, die keine Allergien besaßen.

„Diese Resultate sind nicht überraschend, vielmehr bestätigen sie, was andere bereits vermutet haben: Schimmel und Wasserschäden haben negative Auswirkungen auf die Lungengesundheit von Säuglingen und Kleinkindern“, kommentierte Dr. Michael Lewis, Ärztlicher Direktor von der pädiatrischen Abteilung des University of Kansas Hospital, in einem Interview mit HealthDay.

„Jedes Zeichen von Feuchtigkeit sollte ernst genommen werden“, so Karvonen. „Eltern sollten herausfinden, was sie verursacht hat und bei Bedarf renovieren.“

Schimmel und Feuchtigkeit gehören zu einer Vielzahl von Faktoren, die zu Asthma beitragen können. Auch Umweltverschmutzung, Tabakrauch, Tierhaare, der Kot von Hausstaubmilben, Blütenpollen von Pflanzen, Bäumen und Sträuchern können u.a. mit Auslöser sein.

Quelle: medicalXpress/HealthDay, Pediatrics

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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