Eltern aufgepasst: Tödliche Fensterstürze von Kindern

Es passiert leider immer wieder – Ein Kleinkind klettert auf den Fenstersims vor dem geöffneten Fenster, verliert das Gleichgewicht und stürzt in die Tiefe. Die dramatischen Folgen sind oft schwerste innere Verletzungen, Verletzungen der Wirbelsäule, Kopfverletzungen und schlimmstenfalls der Tod. Allein die letzten Wochen gab es mehrere Meldungen über schwere Unfälle.

22.06.2019 – Kleinkind stirbt nach Fenstersturz in Düsseldorf
14.06.2019 – Schwerverletztes Kleinkind nach Fenstersturz in Bulmke-Hüllen
13.06.2019 – Kleinkind nach Fenstersturz in Wuppertal verstorben
24.05.2019 – Marxloh: Kleinkind nach Fenstersturz gestorben
02.04.2019 – Bochum: Kind (2) bei Fenstersturz lebensgefährlich verletzt

Dies sind nur einige Beispiele der letzten Zeit…

Kinder können die Gefahr noch nicht einschätzen

Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt in Räumen mit geöffneten Fenstern alleingelassen werden. Sehr erfinderisch sind schon die Kleinsten wenn es darum geht ein Fenster oder eine Balkontür zu öffnen. Dann nimmt das Unglück viel zu oft seinen Lauf. Deshalb sollten Fenster und Türen in Wohnungen mit Kleinkindern grundsätzlich mit abschließbaren Griffen oder anderen Sicherungen versehen sein.

Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, aber zu den gefährlichsten Kinderunfällen und enden oft tödlich. „Besonders gefährdet sind Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr, da Eltern gerade in diesem Alter die Schnelligkeit und Geschicklichkeit ihrer Sprösslinge unterschätzen. Schon ein kurzer Moment, in dem Aufsichtspersonen unaufmerksam sind, reicht für die Kleinen aus, um unbemerkt aufs Fensterbrett oder den Balkon zu klettern“, sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Fenster und Balkone kindersicher gestalten

Bereits ein Sturz aus dem Erdgeschoß kann tödlich enden. Um derartige Unglücksfälle zu vermeiden, ist es für Eltern von Kleinkindern unbedingt empfehlenswert, Fenster und Balkontüren kindersicher zu machen. „Gute Kindersicherungen verhindern nicht nur, dass Fenster weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden können, sondern auch das ungewollte Schließen oder Zufallen und schützen damit vor eingezwickten Fingern. Am besten verwendet man Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind, aber auch der nachträgliche Einbau ist kein Problem“, weiß Dunzendorfer. Ist das Fenster mit einem Kippmechanismus ausgestattet, sollte, wenn Kleinkinder zuhause sind, das Fenster zum Lüften nur gekippt werden. Fenstersicherungen werden am oberen Ende der Fenster außer Reichweite von Kindern montiert.

Für Balkone oder Vordächer gilt: Gitter und Umzäunungen dürfen keine Querlatten haben, da Kinder sonst an ihnen hochklettern können.

Tipps

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. gibt folgende Tipps zur Vermeidung von Fensterstürzen:

Lüften Sie nur gezielt und kurz und behalten Sie währenddessen Ihr Kind kontinuierlich im Auge.

Sichern Sie Fenster und Balkontüren durch abschließbare Griffe und halten Sie die Schlüssel unter Verschluss.

Montieren Sie Sicherheitsriegel, damit das Kind auch ein gekipptes Fenster nicht öffnen kann.

Stellen Sie keine erkletterbaren Gegenstände wie Stühle, Sofa, Mülleimer oder hohe Blumentöpfe vor Fenster oder Balkonbrüstungen.

Besondere Vorsicht bei Dachluken.

Weitere Tipps rund um Kindersicherheit sind auf der Internetseite der BAG unter www.kindersicherheit.de zu finden.

Bild/er: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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