CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

22.9.2015   |   Verbraucher

ZDF-Magazin „Frontal 21“: CDU-Gesundheitspolitiker für schärfere Gesetze bei Werbung für Kinder

Dietrich Monstadt: "Viel reden nützt nichts, Taten sind gefragt"

Der CDU-Gesundheitspolitiker Dietrich Monstadt fordert schärfere Gesetze für Werbewirtschaft und Lebensmittelhersteller. "Ich stelle immer noch fest, dass wir in unserem Kinderprogramm Werbung haben für Lebensmittel, die einfach ungesund sind", sagt Monstadt im Interview mit dem ZDF-Magazin "Frontal 21" am Dienstag, 22. September 2015, 21.00 Uhr.

CDU-Gesundheitspolitiker für schärfere Gesetze bei Werbung für Kinder

Damit stellt sich erstmals ein CDU-Fachpolitiker beim Thema Kinderwerbung offen gegen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, CSU. Schmidt sieht bisher keinen Handlungsbedarf. "Verbote von Lebensmitteln oder Werbeverbote sind der falsche Weg", teilt das Ministerium auf Nachfrage mit.

Hintergrund ist ein heftiger Streit um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie, den so genannten EU-Plegde. Die Industrievertreter hatten 2007 angekündigt, Werbung für Kinder für unausgewogene Lebensmittel stärker einzuschränken. Namhafte Hersteller wie Nestlé, Coca Cola oder Danone sind der Vereinbarung mit dem Versprechen beigetreten: "Wir werden unsere Lebensmittelwerbung für Kinder verändern." Viele Ärzte, Wissenschaftler und Verbraucherschützer halten den EU-Plegde für gescheitert. Ärzte gehen davon aus, dass Werbung für ungesunde Lebensmittel auch dazu beiträgt, dass in Deutschland etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind.

Der Ökonom Dr. Tobias Effertz, Kindermarketing-Experte von der Universität Hamburg, wertet systematisch Lebensmittelwerbung aus, die sich an Kinder richtet. Sein Ergebnis: "Die Daten zeigen: Der EU-Pledge ist völlig wirkungslos." Ein ähnliches Fazit haben kürzlich die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch gezogen. Nach Angaben von Foodwatch entsprechen 90 Prozent der an Kinder vermarkteten Lebensmittel nicht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Danach sollten zum Beispiel für an Kinder beworbene Joghurts maximal 10 Prozent Zucker enthalten, Frühstücksflocken maximal 15 Prozent Zucker oder Snacks maximal 0,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Auch der renommierte Kinderarzt Prof. Berthold Koletzko von der Universitätsklinik München kommt zu dem Schluss: "Wir müssen sicherlich Werbung an Kinder stärker einschränken, wenn uns die Zukunft unserer Kinder am Herzen liegt und wenn wir die Kosten, die durch die Adipositas-Epidemie entstehen, einschränken wollen."

Die Lebensmittelindustrie lässt die Kritik seit Jahren kalt. Gebetsmühlenartig wiederholt der BLL, der Bundesverband der Lebensmittelindustrie: Die Lebensmittel seien sicher, die Gründe für Übergewicht seien vielfältig, und die Hersteller hielten sich an alle gesetzlichen Vorgaben. Von einer CDU/CSU-geführten Regierungskoalition hatten die Hersteller in Sachen Kindermarketing bislang wenig zu befürchten. Die CDU/CSU-Fraktion hat bislang alle Versuche zur Verschärfung von Gesetzen bei Kinderwerbung abgelehnt. Der CDU-Gesundheitspolitiker Monstadt stellt sich dem nun entgegen: "Wir müssen erreichen, dass Kinder nicht in dem Maße der Werbung für schädliche Lebensmittel ausgesetzt sind, weil sie das für ihr Leben konditioniert." Monstadt ist selbst an Diabetes erkrankt und sagt: "Viel reden nützt nichts, Taten sind gefragt."

Quelle: ZDF-Redaktion "Frontal 21"
Internmet: www.frontal21.zdf.de

Bild: Montage alles Pixabay - Lizenz: Public Domain CC0

Weitere Artikel zum Thema

Tipps und Hinweise für den Weihnachtseinkauf von Spielzeugen – Untersuchungsergebnis vorgestellt

Tipps und Hinweise für den Weihnachtseinkauf von Spielzeugen – Untersuchungsergebnis vorgestellt

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit: Zu beliebten Geschenken zum Weihnachtsfest gehört natürlich Spielzeug, doch seine Qualität ist nicht immer einwandfrei. Deshalb raten NRW..




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse