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05.11.2014   |   Gesundheit - Schwangerschaft & Baby

Säuglinge haben erhöhtes Risiko für Komplikationen bei Grippeerkrankung

Eine aktuelle amerikanische Untersuchung an über 2000 Säuglingen und Kleinkindern aus 9 amerikanischen Bundesstaaten zeigt, dass Säuglinge im Vergleich zu älteren Kindern und Erwachsenen das größte Risiko haben, bei einer Infektion mit Influenza schwere Komplikationen zu entwickeln.

Säuglinge haben erhöhtes Risiko für Komplikationen bei Grippeerkrankung

Dieses Risiko ist noch einmal um ein Mehrfaches höher, wenn das Kind unter einer chronischen Krankheit leidet (wiederholte obstruktive Bronchitiden; Stoffwechselerkrankungen;Herzfehler; Lähmungen), die Familie arm ist, in der Familie mehrere Angehörige rauchen und nur wenige Mitglieder der Familie gegen Grippe geimpft sind. „Wenn ein Säugling oder ein Kleinkind eine chronische Grunderkrankung hat, sollten sich alle Familienmitglieder gegen Grippe impfen lassen“, rät Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Die geimpften Kontaktpersonen können dann den Säugling nicht mehr infizieren (Riegelimpfung).“ Der beste Schutz sei aber die Grippeimpfung der betroffenen Kinder selbst. „Allerdings steht der dafür wirksamste Impfstoff (nasal applizierbarer Lebendimpfstoff) erst ab einem Alter von 2 Jahren zur Verfügung“, so Fegeler.

Der im Fachblatt „The Pediatric Infectious Disase Journal“ veröffentlichten Studie zufolge erhöht sich für einen Säugling das Risiko, bei einer Grippeerkrankung stationär behandelt werden zu müssen, um das 17-Fache, wenn er von einer chronischen Krankheit betroffen ist. Für Kinder, die älter als ein halbes Jahr waren und eine Impfung erhalten hatten, verringerte sich dieses Risiko bis zum Alter von zwei Jahren erheblich.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt, Kinder mit chronischen Grunderkrankungen, wie wiederholt auftretender obstruktiver Bronchitis, Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Niere oder mit neurologischen Behinderungen jährlich gegen Grippe zu impfen. Für Zwei- bis Sechsjährige mit chronischen Krankheiten befürwortet die STIKO dafür ein Nasenimpfspray. „Kinder sind besonders anfällig für Grippeviren. Bei einer Grippewelle erkranken vor allem Kleinkinder häufiger als Erwachsene“, so Dr. Fegeler. Einer deutschen Studie zufolge bricht eine Grippe bei Kindern zwischen einem und zwölf Jahren dreimal häufiger aus als bei Teenagern, die älter als 13 Jahre sind. In einer kinderpneumologischen Schwerpunktpraxis beobachteten Experten, dass bei Schulkindern (146 Kinder, Durchschnittsalter acht Jahre) ohne Grippe-Impfung im Vergleich zu mit Nasenspray immunisierten Kindern grippeähnliche Krankheiten viermal häufiger auftraten und doppelt so lange dauerten.

Quellen: Eur J Pediatr, PIDJ, Pneumologe

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: CleanKids

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