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14.5.2014   |   Schwangerschaft & Baby - Wissenschaft / Forschung

Angenehme Berührung – Streicheln löst bei Babys erhöhte Aufmerksamkeit aus

Das Streicheln mit einer bestimmten Geschwindigkeit, die auch von Erwachsenen als angenehm empfunden wird, reguliert die Herzfrequenz bei Babys und löst bei ihnen erhöhte Aufmerksamkeit aus. Wissenschaftler vom MPI Leipzig und der Universität Oxford ergründeten in ihrer Studie die physiologischen Grundlagen und psychologischen Effekte des Streichelns.

Angenehme Berührung

Das liebevolle Streicheln zur Beruhigung kleiner Kinder wird intuitiv von Menschen in aller Welt genutzt. Auch wissenschaftlich ist die Bedeutung der Berührung insbesondere auch in der frühkindlichen Entwicklung erfasst und belegt worden. Die physiologischen und psychologischen Grundlagen des Streichelns sind jedoch bisher größtenteils noch unbekannt.

Schwedische Forscher konnten nachweisen, dass der menschliche Körper Nervenbahnen besitzt, die exklusiv auf, streichelnde Berührung der Haut reagieren, die mit einer bestimmten Geschwindigkeit, nicht zu langsam und nicht zu schnell, durchgeführt werden. Dieses Streicheln wird von Erwachsenen als sehr angenehm empfunden.

Tobias Grossmann, Leiter der Max-Planck-Forschungsgruppe „Frühe soziale Entwicklung“, beschäftigte sich in der aktuellen Studie mit der Frage, ob diese Art der Berührung bereits im Säuglingsalter eine wichtige Rolle spielt und untersuchte dazu wie bestimmte Streichelgeschwindigkeiten sich auf den Körper und das Verhalten der Kinder auswirken. Dazu luden die Wissenschaftler Familien mit Babys im Alter von acht bis zehn Monaten zu sich ins Labor ein.

Die kleinen Probanden wurden in spezielle Babyschalen gesetzt die das begleitende Elternteil anschließend auf den Schoß gestellt bekam. Jetzt wurde den Babys ein bunter Tier-Trickfilm gezeigt, der Ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Nun streichelte eine Kollegin mit einem Pinsel in drei verschiedenen Geschwindigkeiten über den Arm der Babys. „Für den Pinsel haben wir uns entschieden, um wie in vorangegangenen Studien mit Erwachsenen zu verfahren und andere Einflussfaktoren, wie beispielsweise Hautwärme auszuschließen. Es ging uns explizit um die Geschwindigkeit des Streichelns“, sagt Grossmann. Während des Streichelns wurde die Herzfrequenz der Babys gemessen. Alles wurde außerdem per Video aufgezeichnet.

Die anschließende Auswertung zeigte deutlich, dass sich bei den Babys fast ausschließlich bei der mittleren Streichelgeschwindigkeit die Herzfrequenz verringerte, also eine Beruhigung eintrat. Dieses Resultat wird auch durch die Analyse des Verhaltens der Kinder anhand der Videoaufzeichnungen unterstützt. In Kombination mit den Herzfrequenzanalysen ergibt sich ein einheitliches Bild: beim Streicheln mit mittlerer Geschwindigkeit wandten die Babys am häufigsten den Blick vom spannenden Trickfilm ab und schauten dann am längsten auf den Streichelpinsel. Dieses Verhalten deutet auf eine erhöhte Aufmerksamkeitszuwendung auf die angenehme Berührung hin.

Zusätzlich setzten die Forscher einen Fragebogen ein, mit dem sie die Bedeutung von Berührungen für das Erleben und Verhalten der Bezugspersonen der kleinen Probanden erfassen konnten. Sie stellten Fragen, deren Beantwortung ihnen ein Bild darüber vermittelte, wie angenehm die Bezugspersonen selbst Berührungen empfinden und welche Rolle das Streicheln in ihrem Alltag spielt. „Interessant ist dabei, dass wir eine Korrelation zwischen der Sensitivität der Bezugspersonen für soziale Berührungen und der beruhigenden Wirkung, die das Streicheln mit mittlerer Geschwindigkeit auf die Babys auslöste, gefunden haben“, sagt Grossmann. „Je ausgeprägter die Sensitivität der Bezugsperson für Berührungen war, desto stärker war die selektive physiologische Antwort des Kindes auf das Streicheln.“

Originalpublikation
Fairhurst, Merle; Löken, Line; Grossman, Tobias (2014). Early Social Development Physiological and behavioral responses reveal nine-month old infants’ sensitivity to pleasant touch. Psychological Science.
http://pss.sagepub.com/content/early/2014/03/28/0956797614527114.abstract

Quelle:
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
http://www.cbs.mpg.de/


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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