Österreich: 397 Kinder verunglückten 2011 auf dem Schulweg

397 Schüler zwischen sechs und 15 Jahren wurden im Vorjahr auf dem Weg zwischen Schule und Wohnort bei Unfällen verletzt (Quelle: Statistik Austria). Dass Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet sind, sollten sich Eltern sowie Fahrzeuglenker stets vor Augen halten.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

Erstens fällt es Kindern aufgrund ihrer Körpergröße schwer, den Straßenverkehr in seiner Gesamtheit zu überblicken. Gleichzeitig werden sie aus diesem Grund auch von anderen Verkehrsteilnehmern oft erst sehr spät wahrgenommen.

Zweitens weiß man, dass Kinder besonders anfällig für Ablenkungen sind. Drittens ahmen Kinder das Verhalten Erwachsener nach. „Das sind Punkte, die Eltern beim Einüben des Schulwegs unbedingt bedenken und ihren Kindern erklären sollten.

Und für alle Verkehrsteilnehmer gilt: Gerade jetzt zu Schulbeginn sollte man sich seiner Vorbildwirkung bewusst sein und das richtige Verhalten vorleben – im Auto mit der richtigen Gurtverwendung genauso wie im Verhalten auf der Straße“, erklärt ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl.

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Fit für den Schulweg – was Eltern beachten sollten

  • Eltern sollten vorab den sichersten Schulweg eruieren und diesen mit ihren Kindern wiederholt üben. Vorsicht: Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. „Bei der Erklärung des Weges müssen Eltern das Blickfeld der Kinder berücksichtigen“, sagt der ÖAMTC-Experte. Der Größenunterschied zwischen Kind und Erwachsenem führt häufig dazu, dass Kinder von Gegenständen und Fahrzeugen am Straßenrand verdeckt werden. „Als Elternteil erkennt man Gefahren, die es im Straßenverkehr für Kinder gibt, am besten, wenn man in die Hocke geht und sich sozusagen auf Augenhöhe des Kindes begibt.“
  • Eltern sollten für die Sichtbarkeit ihrer Kinder sorgen. Helle, bunte Kleidung sowie reflektierendes Material sind dazu besonders geeignet.
  •  Kinder sind leicht ablenkbar. Deshalb dem Kind keine Spielsachen, Handys oder Ähnliches in die Hand geben. Auch Ablenkungen am Weg wie neue Baustellen, bunt dekorierte Schaufenster, Freunde oder Tiere auf dem Schulweg können die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich ziehen. „Deshalb mit dem Kind im Vorfeld das Thema Ablenkungen besprechen, eventuelle Gefahren aufzeigen und richtige Verhaltensweisen erklären“, erläutert ÖAMTC-Experte Kerbl.
  • Kinder neigen zum Nachahmen – deshalb sollten Erwachsene besonders auf ihre Vorbildwirkung achten. Beispielsweise vorzeigen, wie man sich beim Verlassen des Schulbusses, bei Ampeln, Zebrastreifen oder Toreinfahrten richtig verhält.
 
Ein Tipp des ÖAMTC-Experten: Ab und zu sollten Eltern ihre Kinder am Schulweg beobachten, um sicher zu gehen, dass sich die Sprösslinge auch an vereinbarte Regeln halten.

Vertrauensgrundsatz bei Kindern außer Kraft – Hausaufgaben für Fahrzeuglenker

Fahrzeuglenker dürfen von ihrer erwachsenen Wahrnehmung nicht auf die eines Kindes schließen. Darauf stellt auch der so genannte Vertrauensgrundsatz in der Straßenverkehrsordnung (StVO) ab: Bei Kindern darf man nicht darauf vertrauen, dass diese im Straßenverkehr adäquat reagieren. Denn sie sind unfähig, Gefahren des Straßenverkehrs einzusehen oder sich gemäß dieser Einsicht zu verhalten. Für Fahrzeuglenker gilt also unbedingt: Auf Strecken, wo mit Kindern zu rechnen ist, eine moderate Geschwindigkeit wählen und aufmerksam sein. Typisch sind der Nahbereich von Schulen oder anderen Kinderbetreuungsstätten sowie Haltestellenbereiche. Klassische Uhrzeiten sind der Morgen sowie die Mittags- bzw. Nachmittagszeit.

Schulwegunfälle nach Bundesländern – Steiermark vor Wien und Oberösterreich

Steiermark: 75 Schüler (2011) 
Wien: 74 Schüler (2011) 
Oberösterreich: 65 Schüler (2011) 
Niederösterreich: 59 Schüler (2011) 
Salzburg: 37 Schüler (2011) 
Kärnten: 27 Schüler (2011) 
Tirol: 26 Schüler (2011) 
Vorarlberg: 24 Schüler (2011) 
Burgenland: zehn Schüler (2011)
 
Quelle: ÖAMTC

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