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26.7.2011   |   Gesundheit

Asthma bronchiale bei Kindern: Krankenkassen setzen auf Marketing anstatt auf Hilfe für Asthmakinder


Gemeinsamer Bundesausschuss blockiert Schulungsprogramme – BVKJ: „Chronifizierung und hohe Kosten für das Gesundheitswesen drohen. Ministerium muss DMP für Vorschulkinder durchsetzen!“

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Krankheit im Kindes- und Jugendalter. Etwa 300 .000 Kinder im Vorschulalter leiden unter Asthma bronchiale. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber Betroffene können lernen, mit ihr umzugehen und damit dem Gesundheitssystem hohe Kosten zu ersparen. Dazu sind spezielle, standardisierte Schulungsprogramme, so genannte Disease Management-Programms (DMP), wichtig, in denen Eltern und Kinder lernen, individuelle Belastungsgrenzen auszuloten und Therapien wie zum Beispiel Inhalationen richtig anzuwenden.

Kinder- und Jugendärzte und Elternvertreter setzen sich seit Jahren dafür ein, dass die von Asthma besonders betroffenen Zwei- bis Fünfjährigen an DMP teilnehmen können. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dies nun  abgelehnt, obwohl sich im Vorfeld Ärzte und Patientenvertreter dafür ausgesprochen haben.

 

„Ohne DMP weniger Lebensqualität für Asthma-Kinder!“

„Die Einschreibung von Zwei- bis Fünfjährigen in DMP Asthma hätte die herrschende Unter- und Fehlbehandlung verringert, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und den Verlauf der Krankheit erheblich verbessert. Diese Chance ist nun vertan. Die Ablehnung ist ein Skandal. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mit seiner Entscheidung gegen das Wohl aller Asthma-Kinder gestimmt, gegen frühzeitige Diagnose, Therapie und rechtzeitige Gewöhnung an einen der Krankheit angepassten Lebensstil. Statt dessen gibt es nun Geld zur Nikotinentwöhnung bei rauchenden Asthmatikern – blanker Hohn,“ so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Dr. Wolfram Hartmann: „Asthmakinder brauchen geeignete DMP und sie erfüllen die Voraussetzungen für Chronikerprogramme. Eine Diagnose ist bei Kindern auch ohne Lungenfunktionsuntersuchung im Vorschulalter möglich. Es gibt ausreichende Kriterien, um bei Kindern mit asthma-ähnlichen Beschwerden ein hohes Risiko für eine dauerhafte Erkrankung an Asthma zu erkennen. Auch wenn ein Teil der Kinder später nur noch geringe oder keine Beschwerden mehr haben, zählt Asthma eindeutig zu den chronischen Erkrankungen. Frühzeitige Intervention kann schwere chronische Verläufe nachweislich deutlich reduzieren.

 

Krankenkassen setzen auf Marketing anstatt auf Hilfe für Asthmakinder

Die Krankenkassen geben dies indirekt zu, indem sie exakte Kopien des DMP-Entwurfs als Vorlage für eigene Sonderverträge benutzen. Diese wollen sie künftig den Versicherten als besondere Boni anbieten. Diese Sonderverträge mögen als Marketinginstrumente taugen, das umfassende Schulungsprogramm muss aber allen betroffenen Kindern zur Verfügung stehen. Wir fordern daher das Gesundheitsministerium auf, den Beschluss des GBA zu beanstanden und die im Schulalter bewährten DMP auch für asthmakranke Vorschulkinder möglich zu machen.“

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
www.kinderaerzte-im-netz.de




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