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16.3.2011   |   Ernährung

Kinder häufiger von einer Lebensmittelallergie betroffen: Europaweit gibt es Unterschiede


Die Forscher vermuten, dass Kinder möglichen Allergenen im frühen Alter oft nicht mehr ausgesetzt sind. Dadurch lernt das Immunsystem nicht mehr, zwischen „sicher“ und „unsicher“ zu unterscheiden, und es kann zu allergischen Reaktionen auf normalerweise gut verträgliche Proteine kommen

(aid) – Europaweit leiden immer mehr Kinder an einer Lebensmittelallergie. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Betroffenen bei den unter 5-Jährigen verdoppelt, berichteten Wissenschaftler auf dem „Kongress für Lebensmittelallergien und Anaphylaxie 2011“ in Venedig. Veranstalter war die Europäische Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI).

In Europa haben rund 17 Millionen Menschen eine Lebensmittelallergie, 3,5 Millionen davon sind jünger als 25 Jahre. Besonders Kinder leiden unter Unverträglichkeiten, die Einschränkungen im täglichen Leben bedeuten. Dabei sind Jungen und Mädchen innerhalb Europas unterschiedlich stark betroffen. Während in Griechenland 1,7 Prozent aller Kinder an einer Lebensmittelallergie leiden, sind es in Italien und Spanien 4 Prozent und in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland über 5 Prozent.

Die Forscher vermuten, dass Kinder möglichen Allergenen im frühen Alter oft nicht mehr ausgesetzt sind. Dadurch lernt das Immunsystem nicht mehr, zwischen „sicher“ und „unsicher“ zu unterscheiden, und es kann zu allergischen Reaktionen auf normalerweise gut verträgliche Proteine kommen. Europaweit reagieren Kinder vor allem auf Milch, Eier oder Nüsse.

Bei Erwachsenen gibt es dagegen regionale Unterschiede: In Kontinentaleuropa sind Unverträglichkeiten gegenüber Obst und Gemüse verbreitet, während im angelsächsischen Raum Allergien auf Nüsse überwiegen. In Skandinavien und Nordeuropa reagieren die Menschen häufig auf Schalentiere und Fisch.

Heike Kreutz

aid infodienst
www.aid.de




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