CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

04.2.2009   |   Allgemein

Gift-Cocktail Kinderspielzeug

SpielzeugNürnberg: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnte heute anlässlich der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg vor Gesundheitsschäden durch Schadstoffe in Kinderspielzeug. Immer wieder wiesen Tests vom Magazin Öko-Test, von Stiftung Warentest oder dem TÜV Rheinland hohe Konzentrationen gefährlicher Chemikalien, z. B. von Blei in Spielzeugautos oder Weichmachern in Puppen, nach. Die geltenden Gesetze, wie die neue europäische Spielzeugrichtlinie und das bisherige Chemikaliengesetz, böten keinen ausreichenden Schutz. Nach Ansicht des BUND müssten deshalb die Hersteller von Kinderartikeln eine gesundheitlich unbedenkliche Qualität sicherstellen und durch geeignete Prüfsiegel erkennbar machen.

timmi1Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Es dürfen nicht länger Geschäfte auf Kosten der Kindergesundheit gemacht werden. Die Gesetzesmühlen mahlen angesichts der hohen Gefahr viel zu langsam. Deshalb sind die Hersteller gefordert, sich umgehend auf höhere Qualitätsstandards festzulegen.“ Da Kontrollen durch unabhängige Institute nicht vorgeschrieben seien, müssten Hersteller diese künftig aus Eigeninitiative veranlassen. Weiger: „Statt bunt oder schrill, muss gesund zu einem Kriterium werden. Die Branche muss sich von schwarzen Schafen eindeutig distanzieren.“  

Der BUND kritisierte die erst kürzlich verabschiedete europäische Spielzeugrichtlinie als mangelhaft. Die dort festgelegten Grenzwerte reichten für den Gesundheitsschutz von Kindern nicht aus und würden weder für inländische Produkte noch für Importe hinreichend kontrolliert. Zudem würden viele für Kinder hergestellte Produkte nicht erfasst. Dazu zählten z. B. die oft hoch mit Weichmachern belasteten Schwimmhilfen. Weichmacher störten erwiesenermaßen das empfindliche Hormonsystem von Kindern. 

Heribert Wefers, BUND-Chemieexperte: „Die hormonartig wirkenden Substanzen können in bereits sehr geringen Konzentrationen zu diversen Entwicklungsstörungen und nachfolgenden Erkrankungen im späteren Leben führen.“ Auch einige der typischen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislaufkrankheiten seien mit hormonartigen Schadstoffen in Verbindung Verbindung zu bringen. Untersuchungen zeigten, dass die Körper vieler Kinder schon im hohen Maße mit diesen Stoffen belastet sind.  

Bereits jetzt gäbe es für alle in Spielzeug gefundenen Schadstoffe ungefährlichere Alternativen. Ein verpflichtender Austausch schädlicher gegen unschädliche Stoffe könne durch eine konsequente Umsetzung der neuen europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) gewährleistet werden.
 

Verbrauchern empfiehlt der BUND, weniger, dafür qualitativ hochwertigeres, Spielzeug zu kaufen und auf ein Prüfsiegel einer unabhängigen Untersuchungseinrichtung, wie dem TÜV Rheinland oder der Landesgewerbeanstalten LGA, zu achten. Das gesetzlich vorgeschriebene CE-Zeichen besage nicht viel, da die Hersteller es – ungeprüft – an sich selbst vergeben. 

Testergebnisse finden Sie u.a. im „Jahrbuch Kleinkinder“ von Öko-Test (2009).

Einen BUND-Hintergrund finden Sie im Internet [Link]

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Friends of the Earth Germany
Am Köllnischen Park 1
D -10179 Berlin
Tel. 0 30 / 2 75 86  40
Fax 0 30 / 27 58 6- 440
www.bund.net


Bildquellen: cleankids.de – Bilder stehen nicht im direkten Bezug auf den Artkel




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse