Neugeborenes und Tierhaarallergie – Wie damit umgehen?

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Haustierhalters, der in freudiger Erwartung ist: Das Kind kommt zur Welt und binnen der ersten Lebenswochen scheint es, als mache sich bei ihm eine Allergie gegen den geliebten Vierbeiner bemerkbar. Es gibt jedoch Hoffnung – Nicht immer ist die Abgabe des Haustieres notwendig.

Neugeborenes und Tierhaarallergie - Wie damit umgehen?

Eine Allergie gegen das Haustier zeigt sich für gewöhnlich anhand bestimmter Symptome: Niesen, tränende Augen, oder ein juckender Hautausschlag. Tauchen diese Symptome bereits kurze Zeit nach der Geburt auf, ist es ratsam, sich zunächst mit einem Kinderarzt auszutauschen, denn es kann sich möglicherweise auch nur um eine Erkältung handeln, oder es kommt eine andere Krankheit in Betracht.

Klingt sie jedoch nicht ab, ist der Allergologe die nächste Adresse. Er kann im Ernstfall Ratschläge für die richtige Handlungsweise geben und herausfinden, ob die Ursache wirklich der im Haushalt lebende Vierbeiner ist.

Nicht immer sind die Tierhaare schuld

Insgesamt spricht man zwar gerne von einer Tierhaarallergie, doch gibt es beim Tier noch ein anderes Problem, welches zu Allergieerscheinungen führen kann: Hautschuppen! Jedes Haustier sondert sie, wie auch jeder Mensch, regelmäßig ab. Für viele Allergiker sind sie das sogar schlimmere Übel.

Ob das Kleine nun gegen die Haare oder Schuppen allergisch ist, kann der Allergologe anhand eines Bluttests bestimmen. Dieser ist auch schon im Säuglingsalter eine Möglichkeit, tiefer in die Problematik einzudringen.

Gibt es überhaupt Hunde- oder Katzenrassen, die für Allergiker geeignet sind?

Ein Trend, den viele Allergiker als Chance sehen, sind sogenannte „allergikerfreundliche Hunderassen“. Als allergikerfreundlich gelten:

  • Malteser
  • Pudel
  • Schnauzer
  • Havaneser
  • Dackel
  • Bichon Frisé

Dazu kommen weitere Hybrid-Hunderassen wie der „Labradoodle“ (Labrador und Pudel), oder der „Goldendoodle“ (Golden Retriever und Pudel). Beide Hunderassen sind inzwischen als allergikerfreundlich anerkannt, da sie kaum Haare verlieren und werden deswegen als hypoallergen bezeichnet. 

Unter den Katzen sind es vor allem die sogenannten „Nacktkatzen“, mit denen Allergiker wenige Probleme haben sollen. „Im Grunde gibt es keine hypoallergenen Hunde- oder Katzenrassen. Es gibt jedoch Allergiker, die mit manchen Rassen weniger Probleme haben als mit anderen.“, berichtet dagegen Ralf Kastner von Petmeister.de.

Früher Kontakt laut Studie vorbeugend

Wie sich zuletzt in einer Langzeitstudie herausstellte, lässt sich das Allergierisiko bereits senken, wenn Eltern ihr Baby schon im Säuglingsalter mit Tieren zusammenkommen lassen. Ein Kind wird normalerweise nicht als Allergiker geboren. Mit Tierhaarallergien verhält es sich ähnlich wie mit der späteren Krankheitsanfälligkeit: Sie entwickelt sich erst mit der Zeit, die Voraussetzungen hierfür werden jedoch bereits innerhalb der ersten Lebensmonate geschaffen.

Die Forscher des Fachblatts „Clinical & Experimental Allergy“ beschrieben, dass es speziell während der frühesten Kindheit wichtig ist, die Kleinen mit Tieren in Kontakt kommen zu lassen. Dann gibt es auch meist später im Alter keine Probleme mit einer Tierhaarallergie.

Die Ursache für die Entstehung einer Tierhaarallergie sei meistens ein geschwächtes Immunsystem. Eine normale Entwicklung und eine Toleranz gegenüber bestimmten Stoffen lässt sich innerhalb der ersten Monate schaffen. Deshalb sei es für Tierhalter umso wichtiger, den Kontakt zwischen Kind und Tier während der ersten Wochen und Monate sogar zu fördern.

Bild/er: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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