Baby: Nicht nur bei Fieber, sondern auch bei niedriger Körpertemperatur zum Kinder- und Jugendarzt

Anzeichen für eine gesunde Körpertemperatur ist, wenn sich die Haut am Rücken warm, aber nicht verschwitzt anfühlt. Gesunde Kinder haben i.d.R. eine Körpertemperatur zwischen 36,5° und 37,5° Celsius.

„Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Baby eine niedrigere Temperatur hat, die nicht ansteigt, auch nachdem sie das Kind wärmer angezogen haben oder die Raumtemperatur erhöht haben. Neben einer kalten Umgebung können auch Stoffwechselprobleme, wie z.B. Unterzuckerung, oder Atemprobleme zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin und Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Infektionen von einer sinkenden Körpertemperatur begleitet sein, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Diese Krankheiten können bei Säuglingen manchmal Fieber verursachen, in anderen Fällen können sie aber auch zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen. Sowohl Meningitis als auch Sepsis sind schwere, lebensbedrohliche Infektionen. „Eltern sollten sofort medizinische Hilfe holen, wenn ihr Baby eine zu niedrige oder hohe Körpertemperatur mit einer blassen, feuchten, fleckigen Haut und evtl. mit einem Hautausschlag entwickelt, sich das Baby schlecht füttern lässt, lethargisch wirkt, schnell atmet sowie kalte Hände und Füße hat“, warnt Dr. Niehaus.

Je jünger ein Kind, desto geringer ist seine Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren

Neugeborene und insbesondere Frühgeborene reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ein entkleidetes Neugeborenes bei 23°C Zimmertemperatur entspricht einem entkleideten Erwachsenen bei 1°C. Säuglinge haben eine relativ große Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse. Sie besitzen wenig Unterhautfettgewebe, das isolierend wirkt, und sie können noch nicht richtig zittern, um Wärme zu erzeugen. Die sogenannte Thermoregulation verbessert sich zwar schnell in den ersten Lebensmonaten, aber Babys kühlen immer noch schneller aus als ältere Kinder oder Erwachsene.

„Eltern messen am besten mehrmals über den Tag verteilt die Temperatur bei ihrem gesunden Baby. Dabei sollten sie immer die gleiche Methode wählen. Am exaktesten ist die rektale Temperaturmessung, d.h. über den Darmausgang. So können Eltern ein Gefühl für die Körpertemperatur ihres Kindes bekommen“, empfiehlt Dr. Niehaus. Dabei können Eltern auch feststellen, dass je nach Aktivität (Bewegung lässt Temperatur steigen), Umgebungstemperatur und Tageszeit die Körpertemperatur um bis zu 0,5° C schwanken kann, wobei die Temperatur am Abend höher ist als am Morgen.

Quellen: Kompendium KinderanästhesieStanford Children’s HealthBuilding and EnvironmentHealthline

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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