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05.12.2014   |   Umwelt - Verbraucher

Österreich: Hexachlorbenzol – Kärnten warnt erneut vor verseuchten Lebensmitteln

(ck) – Das österreichische Bundesland Kärnten hat am Freitag erneut vor regionalen Lebensmitteln aus dem Raum Görtschitztal gewarnt. SPÖ Landeshauptmann Peter Kaiser gab dies auf einem kurzfristig einberufenem Krisengipfel bekannt, nachdem Greenpeace in zwei Milchprodukten aus der Region Grenzwertüberschreitungen für Hexachlorbenzol festgestellt hatte.

Österreich: Hexachlorbenzol - Kärnten warnt erneut vor verseuchten Lebensmitteln

Nach der aktuellen Meldung über Lebensmittelprodukte in Friesach mit überhöhten HCB-Grenzwerten berief heute, Freitag, Landeshauptmann Peter Kaiser sofort eine Krisensitzung ein. Erstes Ergebnis des noch laufenden Gespräches: „Das Land Kärnten erneuert seine Warnung und ruft die Bevölkerung aus Sicherheitsgründen dazu auf, bis auf weiteres keinerlei Lebensmittel aus der Region zu konsumieren, bis nicht sämtliche Ergebnisse der amtlichen Probenziehung vorliegen und Entwarnung gegeben werden kann“, so Kaiser. In seinem Auftrag werden alle vorhandenen Kräfte der Fachabteilungen gebündelt, um verstärkt Proben zu nehmen und Tests durchführen zu lassen.

Barbara Kohlweg, Umweltmedizinerin des Landes Kärnten sagte gegenüber APA am Freitag: „Wir wissen momentan nur, dass das Trinkwasser frei von Belastung ist. Alle anderen Proben sind noch ausständig“

Vor allem Kleinkinder sollten auf keinen Fall Lebensmittel konsumieren

Im November 2014 wurde bekannt, dass in Teilen von Kärnten – insbesondere im Görtschitztal – der zulässige HCB-Grenzwert in Milch punktuell überschritten wurde, weshalb in 35 landwirtschaftlichen Betrieben die Milch sicherheitshalber entsorgt wurde und Rindfleisch von 260 Betrieben vorübergehend nicht verkauft werden durfte. Laut der Gefahrenabschätzung des Umweltbundesamtes hat eine Deponie der Donau Chemie in Unterkärnten ein äußerst hohes Schadstoffpotential durch CKW, Hexachlorbenzol und Hexachlorbutadien ergeben. In der Prioritätenklassifizierung wird dort das Grundwasser als das für die Bewertung maßgebliche Schutzgut angegeben. Das mit der thermischen Entsorgung beauftragte Zementwerk Wietersdorfer dürfte den kontaminierten Blaukalk aus der Deponie mit zu geringer Temperatur verbrannt haben, auch wurden keine behördlichen Abgastests auf HCB durchgeführt. Weitere Untersuchungen und ein Untersuchungsausschuss wurden angekündigt.

Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensregeln
Land empfiehlt Betroffenen Vorsicht bei Gemüse [mehr]

AKTUELL:
Hexachlorbenzol (HCB) Informationsblatt für die Bevölkerung vom 5.12.2014 [mehr]
Auftreten von Hexachlorbenzol in landwirtschaftlichen Produkten
[mehr]

Quellen: Land Kärnten / wikipedia.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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