DAK Gesundheit setzt Gesundheit von Kindern aufs Spiel

Bitte lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme der DAK im Kommentarbereich unterhalb des Artikels

Die DAK Gesundheit gefährdet mit der Umsteuerung der Versorgung von Hilfsmitteln bei Atemwegsbeschwerden die Gesundheit ihrer Mitglieder, insbesondere von Kindern, so lautet die gemeinsame Einschätzung von Hamburger Ärzten und Apothekern. Seit Anfang September dürfen ärztlich verordnete Inhalationsgeräte und erforderliches Zubehör von den wohnortnahen Apotheken und Sanitätshäusern in Hamburg nicht mehr für Versicherte der DAK Gesundheit abgegeben werden.

Hintergrund ist eine Ausschreibung, die die DAK Gesundheit für die Versorgung ihrer Versicherten mit Hilfsmitteln der Atemtherapie vorgenommen hat. Im Ergebnis hat ein bundesweiter Versender die alleinige Versorgungsberechtigung für diese Hilfsmittel erhalten. Er soll in der Lage sein, in der Regel am auf die Bestellung folgenden Werktag die DAK-Patienten zu versorgen.

„Viele Krankheiten verlaufen bei Kindern akuter als im Erwachsenenalter. Gerade bei Erkrankungen der Bronchien kommt es nicht selten zu Notfallsituationen, die den sofortigen Beginn einer Inhalationstherapie mit krampflösenden Arzneimitteln erforderlich machen, um die Sauerstoffversorgung sicherzustellen. Ist das im häuslichen Rahmen nicht mehr möglich, bleibt als Alternative nur die deutlich teurere Krankenhauseinweisung“, stellt Dr. Stefan Renz, Kinderarzt in Eimsbüttel und Vorsitzender des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Hamburg (BVKJ) kritisch fest.

„Es ist geradezu absurd, dass wir Apotheker im Notdienst zwar die dringend benötigten Arzneimittel für eine Inhalationstherapie zur Verfügung stellen müssen, das erforderliche Gerät für die häusliche Anwendung aber erst Tage später durch einen ortsfernen Versender zugeschickt wirdì, ergänzt Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins (HAV), die Kritik.

Der HAV hatte sich noch vor Inkrafttreten der zweifelhaften Umsteuerung der Versorgung an die DAK Gesundheit gewandt und darauf hingewiesen, dass Erfahrungen aus der Versorgung am Wochenende und im nächtlichen Notdienst zeigen, dass die ärztlich angewiesene sofortige Versorgung mit Geräten für die Atemtherapie relativ häufig vorkommt. „Dies geschah aus Sorge um die schnellstmögliche Versorgung kranker Patienten“, erläutert Graue das Motiv seines Engagements.

Die DAK Gesundheit hat gegenüber dem HAV jedoch erklärt, dass bereits im Vorwege der Ausschreibung eingebundene Mediziner versichert hätten, dass eine Geräteversorgung für den häuslichen Einsatz am Wochenende nicht zwingend erforderlich sei. „Dies ist eine klare Benachteiligung der bei der DAK versicherten Kinder am Wochenende“ entgegnet der Kinderarzt Dr. Renz. „Eine Krankheit verläuft am Wochenende ebenso schwer wie unter der Woche und muss bei medizinischer Notwendigkeit auch ebenso rasch behandelt werden können. Dafür will ich mich aus meiner ärztlichen Verantwortung heraus auch weiterhin für alle meine kleinen Patienten entscheiden können, unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit ihrer Eltern“, ergänzt Renz.

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de

 

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2 Antworten

  1. Frank Meiners sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Zusammenhang mit Ihrer Berichterstattung möchte ich Ihnen Zusatzinformationen zur Versorgung unserer Kunden mit Inhalationsgeräten geben. Insbesondere die Kritik von Apoithekerverbänden und Ärztevertretern an der mangelhaften Notfallversorgung können wir nicht nachvollziehen. Liegt ein so schweres Krankheitsbild vor, dass sofort mit der Inhalationstherapie begonnen werden muss, vermerkt dies der behandelnde Arzt auf der Verordnung. Unser Vertragspartner stellt die Versorgung in diesen Einzelfällen noch am selben Werktag sicher. Es erfolgt entweder eine Expresslieferung oder es wird mit unserem Kunden und einer örtlich ansässigen Apotheke Kontakt aufgenommen und die Notfallversorgung für den selben Tag abschließend geklärt, so dass eine taggleiche Versorgung sichergestellt ist.

    Um die in wenigen Einzelfällen an Wochenenden oder Feiertagen notwendige Notfallversorgung ebenfalls sicherzustellen, hat sich die DAK-Gesundheit dazu entschieden – zusätzlich zu der „normalen“ Notfallversorgung an Werktagen – ausnahmsweise über die örtlichen Apotheken zu versorgen.

    Im Einzelnen: Sofern Versicherte der DAK-Gesundheit am Wochenende in einer Notdienstapotheke einen Medikamentenvernebler für untere Atemwege (14.24.01.0) aus einer Notfallbehandlung heraus beantragen und aus ärztlicher Sicht sofort mit der Inhalationstherapie begonnen werden muss, kann die Apotheke das Hilfsmittel inklusive Zubehör leihweise den Versicherten überlassen. Die DAK-Gesundheit erstattet der Apotheke für das erforderliche Year-Pack anteilig die Kosten und Mietkosten von bis zu drei Tagen. Am nächsten Werktag wird dann sofort die Versorgung über unseren Vertragspartner veranlasst, so dass die Therapie ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden kann.

    Die ordnungsgemäße sowie wohnort- und zeitnahe Versorgung unserer Versicherten – auch bei Säuglingen und Kleinkindern – mit Inhalationsgeräten einschließlich etwaiger erforderlicher Beratungsleistungen ist damit vollständig sichergestellt.

    Selbstverständlich haben wir Verständnis für die Sorgen unserer Versicherten. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die häusliche Inhalationstherapie als zusätzliche Maßnahme zur ärztlichen Behandlung und medikamentösen Therapie dient. Es besteht in der Regel keine lebensbedrohliche Situation. Wir haben uns vorsorglich beim Medizinischen Dienst zusätzlich rückversichert, dass aus medizinischer Sicht eine Versorgung am Folgetag vertretbar und ausreichend ist. In einer akuten Notfallsituation hätte der Arzt sofort andere medizinische Maßnahmen eingeleitet.

    Wir gehen davon aus, dass sich durch diese zusätzlichen Informationen die Kritik von Verbänden erübrigt.

    Frank Meiners
    Pressestelle der DAK-Gesundheit

  2. specialist respiratory care sagt:

    @Frank Meiners Pressestelle der DAK-Gesundheit

    Sehr geehrter Herr Meiners,

    m.E. sind Sie was Ihre eigenen Versorgungswege betrifft nicht auf den laufenden und umgehen sogar geltendes Deutsches Recht mit Ihren Aussagen.

    1. Eine zeitnahe Versorgung über die PhilMed GbR in Jena können Sie mittlerweile fast nahezu ausschließen!
    Da ist anderes am Markt zu hören.

    Aber da die DAK ja billig wollte, bekommt Sie das auch, was will man für eine netto Pauschale die die Versorgung incl. aller Leistungen Yearsets etc..p.p.für 4 Jahre! verlangen welche nur 28,70 Euro netto beinhaltet.
    da muss der DAK Patient auch damit leben, das er ein „Inhalationsgerät“ bekommt das nicht einmal annähernd die Leistungen bringt die Arzt erwartet. Eine Aerosoltherapie mit dem von Ihnen so angepriesenen MiniNeb [der wohl aus Italien kommt, von einem Distributer wohlgemerkt, der in China einkauft und sich die CE und Konformitätserklärungen aus Norwegen geholt hat ;-)] HALLO schlafen Sie?
    Baby und Kinderversorgung ist mit diesem Gerät auch nicht möglich, chronisch Kranke können Sie auch nicht versorgen!
    Die Leistung des Gerätes reicht nicht aus größere Medikamentenmengen zu vernebeln. Es schaltet sich nach 15 – 20 Minuten einfach mal ab. Wenn es nicht vorher brennt weil der Kompressor zu heiß läuft.
    Ich hoffe Herr Meiners, Ihre Kinder oder Enkel müssen mit dem Teil mal inhalieren. Good Luck!

    Zum Abgabeweg über Apotheke.
    Laut MPG ist es vorgeschrieben das der Patient in ein Medizinprodukt vor Ort eingewiesen werden muss.
    Betonung liegt auf VOR ORT!
    die 3 Aussendienstmitarbeiter von PhilMed übernehmen das selbstverständlich Bundesweit!
    Der Einzuweisende, Apotheker PTA wer auch immer, muss vorher ebenfalls durch den Hersteller anhand der Gebrauchseinweisung in das Geräts eingewiesen werden. Vorher darf er das gar nicht in die Hand nehmen.
    Selbst die DAK verlangt von Ihrern Vertragspartnern im Rahmen anderer Verträge bzw. im Vertrag für PG 14 im Vorfeld der Ausschreibung die Qualifizierung bzw. die Einweisung nach MPG nachzuweisen.
    Nun auf einmal nicht mehr?
    Der 3 köpfige Aussendienst von PhilMed ist bestimmt auch in der Lage jede Apotheke in Deutschland einzuweisen??!!

    Wo leben Sie den?
    Der Patient erhält das Inhalationsgerät um damit bestimmte Medikamente / Wirkstoffe in die unteren Atemwege zu bekommen! Fehler verlaufen da zum Teil tödlich!

    Was auch sehr interessant ist, das die Ausschreibung trotz mehrfacher Rügen an die PhilMed vergeben wurde!

    Ist es nicht so, das die DAK sich im Vorfeld der Ausschreibung über die Verfahrensweise bei der AOK Sachsen Anhalt in Stendal erkundigt hat !! und ist es nicht so das PhilMed auch hier bei der AOK im Vorfeld über eine Ausschreibung mit Inhalation versorgt?
    Nachtigall ich hör dir Trapsen!
    Ein Vorgehen wie es im Buche steht, im Strafgesetzbuche, meine Meine Meinung.

    Ich kann für die DAK nur hoffen, das solche und andere Fehlentscheidungen dazu beitragen das Ihre Mitglieder in Zukunft besser versorgt werden. Bei der TK oder der Barmer z.B.

    Den Rat gebe ich jedem Tag dem Apotheker mit an die Hand, die unzufriedenen DAK Patienten zu anderen Kassen zu schicken!

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