Obstruktive Bronchitis bei Kleinkindern: Keuchende Knirpse – später Asthmatiker?

(dgk) Der dreijährige Phillip hat seit ein paar Tagen Schnupfen und leichtes Fieber. Nachts hustet er, ist unruhig und will nicht schlafen. Die Atmung ist beschleunigt, beim Ausatmen hören die Eltern ein pfeifendes Geräusch. Die Kinderärztin hört den Jungen ab und diagnostiziert eine obstruktive Bronchitis. Philipp muss nun inhalieren – mit einem Medikament, das die Bronchien erweitert und auch bei Asthma gegeben wird. Die Eltern machen sich Sorgen:

Sind die Probleme etwa ein Vorbote für ein späteres Asthma?

Diese Frage wird in der Kinderarztpraxis gar nicht so selten gestellt. Denn tatsächlich machen etwa 30 bis 50 Prozent aller Kinder bis zum sechsten Lebensjahr eine Bronchitis mit pfeifender Ausatmung durch. Der Grund: Bei kleinen Kindern sind die Atemwege noch sehr eng und die Bronchialschleimhaut besonders empfindlich. Kommt es nun in Folge eines Infektes zum Anschwellen der Bronchialschleimhaut, einer vermehrten Schleimproduktion und einer Verkrampfung der Bronchien, so führt dies bei Kleinkindern schneller als bei Erwachsenen zu einer Verengung der Atemwege (=Obstruktion) und damit zur Atemnot. Die Kleinen husten, sind kurzatmig, und bei der Ausatmung hört man pfeifende Geräusche. Fachleute sprechen von einer obstruktiven Bronchitis.

Die meisten der Kinder, die eine solche obstruktive Bronchitis durchmachen, entwickeln glücklicherweise kein Asthma. Die asthmaartigen Beschwerden mit keuchender Atmung wachsen einfach aus, weil der Durchmesser der Luftwege mit dem Wachstum zunimmt.

Günstig ist die Prognose insbesondere für Kinder bis zum dritten Geburtstag, wenn

sie nur eine oder wenige solcher Bronchitiden im Rahmen von Virusinfekten hatten,

in der Familie keine Risikofaktoren wie Asthma, Neurodermitis oder andere allergische Erkrankungen zu finden sind,

bei ihnen keine Allergie oder Neurodermitis nachgewiesen wurde.

 

Anders sieht es jedoch aus, wenn einer der genannten Risikofaktoren vorliegt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich im weiteren Verlauf ein chronisches Asthma bronchiale entwickelt, deutlich höher. Für diese Kinder ist es laut Deutschem Grünen Kreuz e. V. besonders wichtig, dass sie keiner zusätzlichen Schadstoffbelastung ausgesetzt sind – wie Passivrauchen oder einer feuchten und schimmelpilzbelasteten Wohnumgebung.

Quellen:
(1) Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen: Das Online-Allergiebuch vom Präventions und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma pina e.V. (http://www.allergie-asthma-online.de/index.php)
(2) Ärzte Zeitung online vom 29.01.2010: Was tun bei pfeifenden Atemgeräuschen?

 

Herausgeber: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ
Internet: www.dgk.de

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1 Antwort

  1. frank67 sagt:

    Was immer noch viel zu wenig ernstgenommen wird: Asthma, COPD und auch Entzündungen der oberen Atemwege werden häufig durch Feinstaub ausgelöst, wie er z.B. durch Laserdrucker und Kopierer entsteht. Auch von laserbedrucktem Papier (was ja in Schulen oft massenweise verteilt wird) kann sich der fürs blosse Auge unsichtbare Tonerstaub in erheblicher Menge lösen. Die feinen Partikel lagern sich in der Lunge ab und können irreversible Schäden verursachen. Drei Jahre Arbeit in einem Büro mit derartigen Geräten haben meine Lunge teilweise zerstört und mich von Cortisonspray abhängig gemacht.

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