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23.5.2011   |   EHEC - Gesundheit

Gefährliche EHEC-Infektionen: Bislang keine Fälle in Rheinland-Pfalz


Als lebensbedrohliche Komplikation kann sich vor allem bei Kindern unter sechs Jahren, älteren oder abwehrgeschwächten Menschen im Anschluss an die Darmsymptome ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) entwickeln.

Seit der zweiten Maiwoche mehren sich in Deutschland gefährliche Magen-Darm-Infektionen durch Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterien (EHEC) mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS). In Rheinland-Pfalz wurden bisher keine damit im Zusammenhang stehenden Fälle bekannt.

Insgesamt wurden dem LUA landesweit in diesem Jahr 34 EHEC-Infektionen gemeldet – das sind etwa so viele wie im vergleichbaren Zeitraum 2010. Schwere Krankheitsverläufe waren nicht darunter.

EHEC-Bakterien verursachen blutige Durchfälle. Betroffen sind überwiegend Erwachsene. Als lebensbedrohliche Komplikation kann sich vor allem bei Kindern unter sechs Jahren, älteren oder abwehrgeschwächten Menschen im Anschluss an die Darmsymptome ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) entwickeln. Es ist hauptsächlich gekennzeichnet durch eine Schädigung der Blutgefäße, der roten Blutkörperchen und der Nieren.

Die aktuellen Erkrankungen traten vor allem in Norddeutschland auf, es gibt aber auch vorläufige Meldungen aus Süd- und Ostdeutschland. Die Zahl der schweren Verläufe (deutschlandweit über 40 Fälle) in einem kurzen Zeitraum ist sehr ungewöhnlich. Auch die betroffenen Altersgruppen sind untypisch. Aktuell sind vor allem (junge) Erwachsene, überwiegend Frauen, betroffen. Bisher wurde noch keine konkrete Infektionsquelle gefunden. Die Ermittlungen dauern an.

Das Robert Koch Institut (RKI) geht davon aus, dass weitere Fälle auftreten, die sich nicht auf Norddeutschland beschränken werden.

Ratgeber des RKI zu EHEC >

Risiken bestehen bei Kontakt zu Rindern, Schafen, Ziegen und Wildtieren. Die Erreger können auch über unzureichend erhitztes Fleisch, auch Wildfleisch, Rohmilch, (Rohmilch)-Käse und Salat bzw. Gemüse übertragen werden, die mit „Naturdünger“ (Tierfäkalien) gedüngt wurden.

Zur Vorbeugung empfehlen die Gesundheitsbehörden, pflanzliche Lebensmittel vor dem rohen Verzehr gründlich zu reinigen und Fleischprodukte ausreichend zu garen. Milchprodukte sollten nur nach Wärmebehandlung (Pasteurisierung etc.) verzehrt werden.

Menschen mit blutigem Durchfall sollten umgehend einen Arzt aufsuchen und gegenüber Kleinkindern und immungeschwächten Personen sehr strikte Hände-Hygiene einhalten. Ärzte sollten bei diesen Patienten einen EHEC-Nachweis (im Stuhl) anstreben, sie eng beobachten und sie bei ersten Anzeichen eines HUS an geeignete Behandlungszentren überweisen.

Labore und Ärzte sind nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, sowohl mikrobiologisch nachgewiesene EHEC-Infektionen als auch das Krankheitsbild des HUS (bereits bei Krankheitsverdacht) unverzüglich an das örtliche Gesundheitsamt zu melden. Das LUA bündelt die Meldungen aus Rheinland-Pfalz, wertet sie aus und gibt sie ans RKI weiter.

 

Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz
http://lua.rlp.de




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

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