Frühjahrsputz – Sicher putzen ohne Plastikmüll

Tipps zum Umgang mit Reiniger-Tabs und Do-it-yourself-Putzmitteln

Putzmittel-Tabs sind der aktuelle Trend beim Saubermachen. Ob Neutral-, Bad-, WC- oder Glasreiniger: Anstatt in der Plastikflasche kauft man die Reinigungsmittel in Tablettenform und rührt sie selbst mit Wasser an. Ist das Gemisch aufgebraucht, müssen nur die Tabs nachgekauft werden. Im Internet gibt es zudem jede Menge Rezepte für Do-it-yourself-Putzmittel, die ebenfalls zum Plastiksparen beitragen sollen. „In jedem Haushalt gibt es eine ganze Palette von Reinigern in Flaschen, deshalb sind diese Alternativen eine gute Möglichkeit, beim Hausputz Müll zu vermeiden. Allerdings handelt es sich bei Putzmitteln um chemische Substanzen, bei denen auch etwas Vorsicht geboten ist“, so die Verbraucherzentrale NRW. Folgende Tipps helfen dabei, Unfällen und Vergiftungen vorzubeugen.

Tipps zum Umgang mit Reiniger-Tabs und Do-it-yourself-Putzmitteln – Bild congerdesign auf Pixabay 

  • Vorsicht, Verwechslungsgefahr:
    Putzmittel, egal ob selbst angesetzte oder fertige, dürfen niemals in Lebensmittelverpackungen oder Getränkeflaschen gefüllt werden. Verwechseln beispielsweise Kinder ein lösemittelhaltiges Reinigungsprodukt mit einem Fruchtsaft und trinken davon, kann das lebensbedrohliche Folgen haben. Reiniger-Tabs oder Inhaltsstoffe für Do-it-yourself (DIY)-Putzmittel sollten wegen einer möglichen Verwechslung nicht in der Nähe von Getränken oder Lebensmitteln gelagert werden.

  • Umgang mit gebrauchten Flaschen:
    Geleerte Putzmittelflaschen aus Kunststoff weiterzuverwenden spart Ressourcen. Vor dem Wiederbefüllen sollten gebrauchte Flaschen gespült werden. Sonst kann es schlimmstenfalls passieren, dass Reste von Chlorreiniger mit saurem Badreiniger zu giftigem Chlorgas reagieren. Das alte Etikett muss entfernt und durch ein neues passend zum neuen Inhalt ersetzt werden. Denn die chemische Zusammensetzung des Inhalts muss eindeutig nachvollziehbar sein, damit Giftnotrufzentralen im Falle eines Unfalls weiterhelfen können. Das gilt sowohl für selbst gemischte Saubermacher als auch für Produkte aus Nachfüllstationen. Glasflaschen sind wegen der Bruchgefahr für Reinigungsflüssigkeiten nicht geeignet.

  • Putzmittel-Tabs und ihre Flaschen:
    Putzmittel-Tabs sind in der Regel mit den vorgeschriebenen Gefahrensymbolen und Sicherheitshinweisen gekennzeichnet. Außerdem sind sie mit einem UFI (Unique Formula Identifier, eindeutiger Rezepturidentifikator) versehen, einem Code, der den Giftnotrufzentralen die schnelle Erkennung des konzentrierten Produktes erlaubt. Das Problem: Tab-Hersteller bieten die passenden Flaschen oft nur unbeschriftet, ohne die entsprechende Kennzeichnung an. Es reicht leider nicht, die Verpackung des Tabs auf die Flasche zu kleben, denn es kommt auch auf die Konzentrationen an: Eine Giftnotrufzentrale wird andere Maßnahmen empfehlen, wenn ein Kind in einen konzentrierten Tab gebissen hat als wenn es von der verdünnten Lösung getrunken hat. Hersteller von Tabs sollten daher nach EU-Chemikalienrecht gekennzeichnete Flaschen oder entsprechende Etiketten zur Verfügung stellen.

  • Hausmittel und DIY-Rezepte:
    Wer selbst Putzmittel herstellt, sollte sich vorher über die Inhaltsstoffe und deren mögliche Auswirkungen für Gesundheit und Oberflächen informieren. Essig- oder Zitronensäure greifen unter anderem Marmor und verchromte Armaturen an. Kristalline Zitronensäure oder Waschsoda können in dieser konzentrierten Form reizend auf Schleimhäute und Augen wirken. Daher sollten auch solche Hausmittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Sie werden zudem leicht mit anderen weißen Kristallen oder Pulvern wie Zucker oder Speisestärke verwechselt, wenn sie umgefüllt und nicht in der Originalverpackung gelagert werden. Auch bei den selbst gemachten Reinigern gilt: Flaschen mit Verwendungszweck – zum Beispiel „Badreiniger“ oder „Spülmittel“ – unverwischbar beschriften und alle Zutaten mit den entsprechenden Konzentrationsangaben auf ein festangebrachtes Etikett schreiben.
     

Weiterführende Links:

 

Quelle: Verbraucherzentrale NRW
Internet: www.verbraucherzentrale.nrw

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