Wie gut sind nachhaltige Windeln?

Die Zeiten, in denen eine Mutter ihr Baby mit Leinentüchern einwickelte und das Ganze mit einer Sicherheitsklammer verschloss, sind inzwischen lange vorbei. In den 1960er Jahren kam die Einweg- oder Wegwerfwindel auf den Markt und etablierte sich. Denn diese musste nicht erst aufwändig ausgewaschen und getrocknet werden, sondern wanderte nach einmaligem Gebrauch in den Mülleimer. Klingt gut, ist aber keinesfalls nachhaltig.

Wie gut sind nachhaltige Windeln?

Gerade in der heutigen Zeit wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Demnach liegt die Frage nahe, ob es entsprechende Windeln gibt und wenn ja, wie gut diese sind. Die Antwort darauf lautet: Ja, es gibt sie. Allerdings ist die Auswahl an guten Produkten relativ gering. Zunächst einmal: Was macht nachhaltige Windeln eigentlich aus?

Ökologische oder nachhaltige Windeln besitzen die gleichen Attribute wie Einwegwindeln. Sie sehen genauso aus und haben dasselbe Funktionsprinzip. Sie bestehen allerdings zu einem Großteil aus biologisch abbaubaren Materialien und lassen sich häufig sogar auf dem Kompost entsorgen. Viele Hersteller berufen sich auf den Grundsatz, dass sie ausschließlich mit chlorfrei gebleichtem, FSC-zertifiziertem Zellstoff arbeiten. Als Saugkern werden unterdessen nachwachsende Rohstoffe wie Mais- und Kartoffelstärke eingesetzt.

Insgesamt legt man beim Hersteller Wert darauf, dass mittels der Windeln nicht nur die Umwelt geschont wird, sondern auch die Kindergesundheit. Daher wird auf Kunststoffe im ursprünglichen Sinne bei der Produktion ganz klar verzichtet. Die Windeln sind außerdem frei von schädlichen Stoffe wie:

  • Parfüm
  • Konservierungsmittel
  • Phenol
  • Parabene
  • Chlor

Kinder, die beispielsweise beim Einsatz normaler Windeln Hautreaktionen zeigen, haben mit den meisten ökologischen und nachhaltigen Windeln kein Problem. Außerdem müssen die Eltern das Kleine beim Wickeln nicht unnötig mit zinkhaltigen Cremes einreiben, die vor einer lästigen Windeldermatitis schützen sollen.

Moderne Stoffwindeln haben mit dem Modell aus Omas Zeiten so gut wie nichts mehr gemein und sind daher ebenfalls eine Alternative. Genau genommen sind Stoffwindeln die ideale Alternative für Babys mit besonders empfindlicher Haut. Hierbei wird eine Vlieseinlage mit einem waschbaren Saugkern kombiniert, sowie mit einer Überhose aus atmungsaktiven, sowie hautfreundlichen Material. Beim Windelwechsel gelangt nur die Vlieseinlage in den Müll, die anderen Bestandteile sind allesamt wasch- und wiederverwendbar.

Für welche Variante man sich entscheidet, hängt von der eigenen Einstellung ab. Eines sollte jedoch klar sein: Preislich gesehen liegen biologisch abbaubare Ökowindeln ungefähr gleichauf mit den Kunststoffwindeln. Heißt, dass ein Monatspack Qualitätswindeln ab ca. 36€ erhältlich ist. Unterdessen kommt man bei der Verwendung von Stoffwindeln auf einen einmaligen, etwas höheren Preis für die Anschaffung der Bestandteile. An laufenden Kosten bleiben nur die Vlieseinlagen, die relativ günstig in der Drogerie erhältlich sind.

Das Fazit: Wer auf Einwegwindeln setzt, muss, bis das Kind alt genug und sauber ist, mit Kosten in Höhe eines vierstelligen Betrages rechnen. Bei der Anschaffung von Stoffwindeln hingegen bleiben diese im dreistelligen Bereich. Finanziell gesehen lohnt es sich, auf nachhaltige Windeln zu setzen, deren Fähigkeiten und Qualität typischen Wegwerfwindeln sehr gut das Wasser reichen können.

Zwar fallen bei der Verwendung von Stoffwindeln auch wieder mehr Waschgänge an, insgesamt leistet man jedoch einen Beitrag zur Umwelt aufgrund der reduzierten Müllentstehung und schützt gleichzeitig die Gesundheit seines Babys.

Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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