Fluorid-Zahnpasta für Kinder – Angst liegt Missverständnis zugrunde

Immer mehr Familien suchen nach Alternativen zu Fluorid-Zahnpasta – doch die geschürte Angst ist unnötig.

Fluorid-Zahnpasta für Kinder - Angst liegt Missverständnis zugrunde

Seit Jahren hält sich die Annahme, dass fluoridhaltige Zahnpasta ungesund ist, wacker. Viele Eltern haben mittlerweile sogar Angst und fürchten ein Gesundheitsrisiko. Doch die von vielen Seiten geschürte Angst basiert auf einem Missverständnis und die Zahnpasta ist vollkommen zu Unrecht in Verruf geraten.

In den letzten Jahren sammelte die Zahnmedizin immer wieder neue Erkenntnisse zur Wirkung der fluoridhaltigen Zahnpasta. Gingen Zahnmediziner noch vor gut 50 Jahren davon aus, dass ein optimaler Kariesschutz erreicht wird, wenn die Fluoride tatsächlich eingenommen werden, ist das heute anders. Die Zahnärzte betonen immer wieder, dass es vollkommen ausreichend ist, wenn die die Fluoride durch die Zahnpasta auf die Zähne aufgetragen werden. Dies ist beim Putzen mit der Zahnpasta automatisch der Fall.

Wird die fluoridhaltige Zahnpasta zudem richtig angewendet, geht von ihr auch keinerlei Gefahr für die Gesundheit aus, ganz im Gegenteil. Vielmehr kann die Zahnpasta schon bei Kindern einen optimalen Kariesschutz realisieren.

Fluor und Fluorid werden häufig verwechselt

Dass das Fluorid in der Zahnpasta für den kindlichen Körper gefährlich sein könnte, fußt auf einer Verwechslung. So werden Fluorid und Fluor in vielen Fällen noch immer gleichgesetzt. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied, denn bei Fluor handelt es sich tatsächlich um ein für den Menschen giftiges Gas. Das Fluorid kann dagegen ohne Bedenken verwendet werden.

In einigen europäischen Ländern wie der Schweiz wird Fluorid beispielsweise sogar dem Speisesalz zugesetzt. Hier übernimmt es vor allem eine prophylaktische Aufgabe und soll dazu beitragen, der breiten Bevölkerung einen Kariesschutz zu bieten. Wird Fluorid über die Zahnpasta auf den Zähnen aufgetragen, reagiert es mit der Zahnoberfläche. Dadurch werden die Kinderzähne, aber auch die Zähne von Erwachsenen säureresistenter und sind weniger anfällig.

Bessere Mineralienversorgung von schon angegriffenen Zähnen

Fluorid kann aber nicht nur zur Prophylaxe verwendet werden, sondern hat sich in der Zahnpasta auch bei der Behandlung von schon angegriffenen Zähnen bewährt. Hier sorgt es vor allem dafür, dass die schon angegriffene Zahnoberfläche eine bessere Versorgung mit Mineralien erhält. Durch die zusätzlichen Mineralien können die Zähne schneller gesund werden und sind zusätzlich gestärkt.

Damit die Zähne noch besser mit dem Fluorid geschützt werden können, ist es grundsätzlich sinnvoll, nach der Anwendung der Zahnpasta den Mund nicht noch einmal auszuspülen. Vielmehr sollte die vorhandene Zahnpasta nur ausgespuckt werden. Für Kinder gilt übrigens das Gleiche. Der Fluoridgehalt ist in der Kinderzahnpasta angepasst und deutlich abgeschwächt. Aufgrund der geringen Dosierung ist es übrigens auch vollkommen unproblematisch, wenn die Kinder doch einmal ein wenig der Zahnpasta verschlucken. Es muss hier mit keinen negativen gesundheitlichen Folgen gerechnet werden.

Gerade durch das Fluorid in der Kinderzahnpasta wird den Kindern schon sehr früh für die Zähne ein effizienter Kariesschutz mit auf den Weg gegeben. Das Kariesrisiko, das gerade bei Kindern aufgrund von zuckerhaltigen Getränken und Süßigkeiten tendenziell hoch ist, wird dadurch umgangen.

Etwa ab den 1970er-Jahren wurde umgangssprachlich nicht von Fluorid, sondern von Fluor gesprochen, worin bis heute die Angst vor der Zahnpasta begründet ist.

 

Bild/er: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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