Phimose – Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen muss der Arzt abklären

Kommt es beim Wasserlassen bzw. Urinieren zu einer Aufblähung der Vorhaut und schmerzt es, liegt dies meist daran, dass der Urin durch die enge Vorhautöffnung nicht schnell genug austreten kann.

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„Dann sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. Ursache dieses Problems ist in vielen Fällen eine anhaltende Verklebung der Vorhaut. Die meisten neugeborenen Jungen haben eine ‚natürliche‘ Vorhautverengung, die sich aber zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr, jedoch spätestens bis zur Pubertät von alleine löst“, erklärt Dr. med. Bernhard Stier, Kinder- und Jugendarzt in Butzbach, der auch die Broschüre zur Penisgesundheit „Oh Mann, oh Mann 🙁 “ herausgegeben hat. Weitere Anzeichen für eine Phimose sind ein Urinstrahl, der durch die Verengung sehr dünn ist oder nur tröpfelt, häufige Entzündungen der Vorhaut oder wenn die Penisspitze rot angeschwollen ist.

Wenn die Phimose in der Pubertät weiterhin besteht oder wenn medizinische Probleme auftreten, wird zunächst versucht, die Vorhaut durch eine vier- bis sechswöchige Salbenbehandlung mit Kortison- oder Östrogensalbe zu dehnen. „Dies gelingt bei etwa drei Viertel der Fälle. Hier sind jedoch Rückfälle möglich. Bleibt die Phimose bzw. tritt wieder auf, sollte sie unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durch eine vorhauterhaltende, plastische Operation behandelt werden, z.B. durch eine so genannte Triple Inzision“, verdeutlicht Dr. Stier, Experte des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) für Jungenmedizin.

Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen ist eine vollständige Beschneidung (Zirkumzision) notwendig. Ziele der Behandlung sind die ungehinderte, normale Harnentleerung, eine problemlose Genitalhygiene sowie eine unbeeinträchtigte sexuelle Funktion.


pdfWeitere Informationen für Jungen und ihre Eltern, um die Intaktheit des Penis zu bewahren und Krankheiten vorzubeugen, gibt es in der Broschüre „Oh Mann, oh Mann 🙁 „.


Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Internet: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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2 Antworten

  1. Guy Sinden sagt:

    Kleine Ungenauigkeit. Hier kann die geschätzte Leserschaft nachlesen, wie die kindliche Vorhaut sich entwickelt.
    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen/entwicklung-der-vorhaut.html
    Man sollte die Verengung der Vorhautöffnung nicht verwechseln mit der natürlichen Verklebung der gesamten Vorhaut auf der Eichel.
    Erst löst sich die Verklebung sukzessive und dann weitet sich die Öffnung bis zur Retrahierbarkeit. Die Verklebung an sich ist KEINE Ursache für das Ballonieren. Und ein Ballonieren alleine ist nicht behandlungsbedürftig.

    Aber Kompliment für den Schuss-Satz
    „Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen ist eine vollständige Beschneidung (Zirkumzision) notwendig.“
    Endlich tut sich etwas in den Hirnen.

  2. Andreas sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel! Leider hatten meine Eltern diese Informationen damals nicht gehabt und deshalb wurde ich direkt „beschnitten“. Es war eine unnötige Verstümmelung, unter der ich noch heute leide. Als Kind war es für mich ein traumatisches Erlebnis gewesen und später kamen sexuelle Probleme durch den Verlust einer erogenen Zone dazu, die mit der weiter fortschreitenden Desensibilisierung der Eichel immer schlimmer wurden. Mit ein paar mehr Informationen hätte es ganz anders ausgehen können.

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