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02.6.2014   |   Gesundheit

Gesundheit und Gefühle – Warum auch Männer nicht ohne Tränen sein können

(ams). Deutsche Fußballer tun es und der Präsident der USA tut es auch. Zwar ist das Weinen heute für Männer immer noch nicht so normal wie für Frauen, doch sind die Zeiten vorbei, in denen Weinen für sie nur beim Schneiden von Zwiebeln erlaubt war. Ob Stress, Trauer, Freude oder Wut und Schmerzen: Bei jedem kommen die Tränen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Über die Frage, ob Weinen nun männlich oder unmännlich ist, vergisst man schnell eins: „Das Auge braucht Tränen“, sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

Warum auch Männer nicht ohne Tränen sein können

Krokodilstränen: Diese Gefühle sind geheuchelt

Wenn von Krokodilstränen die Rede ist, meinen wir damit stets geheuchelte Gefühle. Diese Redensart geht darauf zurück, dass verschiedene Krokodilarten beim Fressen Tränen absondern. Von alters her ging man davon aus, dass die Tiere mit geheuchelten Tränen ihre Beute anlockten oder ihrer Beute nachweinten. Bis heute ist das Rätsel nicht eindeutig gelöst. Eine Theorie besagt, dass das Aufreißen des Mauls auf die Tränendrüse drückt.

Auch wenn sie alle gleich aussehen, sind Tränen doch sehr unterschiedlich: Zum einen gibt es die sogenannten Basaltränen, die bei jedem Blinzeln auf die Hornhaut gespült werden.“ Diese Tränen brauchen wir als Feuchtigkeitsfilm auf dem Auge, um es gesund zu halten und vor Infektionen zu schützen“, sagt Ebel. Dann gibt es die Tränen, die uns beim Schneiden von Zwiebeln, bei beißendem Rauch oder scharfem Wind in die Augen schießen. „Das sind die Reflextränen, die uns vor Reizungen schützen.“ Die dritte Art sind die Tränen, die uns aus Gefühlsgründen über die Wangen laufen.

In ihrer Zusammensetzung sind Tränen unserem Speichel ähnlich: Sie bestehen aus Proteinen, Salzen und Hormonen. Der Körper bildet sie in der Tränendrüse, die sich am äußeren oberen Augenbereich befindet. „Sobald zu viele Tränen gebildet sind, so dass sie über die Tränengänge nicht mehr in die Nase abgeführt werden können, fließen sie aus den Augen“, sagt Ebel. Schätzungen zufolge weinen Frauen fast vier Mal mehr und dann auch noch länger als Männer. Während Frauen laut einer Studie im Schnitt sechs Minuten weinen, dauert es bei Männern zwei bis vier Minuten. Allerdings scheint es zu diesem Unterschied erst in der Pubertät zu kommen. Manche erklären das mit Erziehung und kulturellen Unterschieden, manche gehen davon aus, dass Frauen weinen, statt ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen. Wieder andere vermuten, dass sie aus biologischen Gründen mehr Tränen vergießen als Männer. Demnach sind die Tränengänge bei Männern länger, so dass sie die Tränen wie eine große Regenrinne länger auffangen können als die kürzeren Tränengänge bei Frauen.

Was auch immer die Ursachen sind – Tränen senden Signale aus. Kleine Kinder weinen, um ihre Eltern auf sich aufmerksam zu machen. Auch Erwachsene weinen, um von ihren Mitmenschen getröstet, unterstützt oder nicht zu hart angefasst zu werden. Oft steckt auch dahinter, dass wir uns so freuen oder bewegt sind, dass uns die Tränen kommen.

Manche Forscher glauben, dass der in Aufruhr gebrachte Körper mit den Tränen die Stresshormone wieder los wird. Andere vertreten die Ansicht, dass durch das Weinen Glückshormone ausgeschüttet werden, die dafür sorgen, dass es uns wieder besser geht. Ob man sich nach dem Weinen wirklich wieder besser fühlt, ist allerdings auch sehr unterschiedlich. Es hängt beispielsweise davon ab, ob man sich seiner Tränen schämt, ob man getröstet wird oder die vielleicht erhoffte Unterstützung ausbleibt.

Angesichts der vielen Rätsel um die Tränen ist doch wenigstens eins klar: Männer und Frauen weinen unterschiedlich oft und lange aus unterschiedlichen Gründen. „Ob aber eine Frau einen weinenden Mann schätzt, der seine Gefühle offen zeigt oder ob es ihr doch eher Angst macht und sie verunsichert, wenn ein Mann sich verletzlich, schwach und handlungsunfähig zeigt, ist wohl nicht eindeutig zu sagen,“ so Ebel. „Männer scheinen jedoch intuitiv zu spüren, wann sie ihre Tränen lieber unterdrücken sollten, um nicht als Memme dazustehen und die eigene Position zu schwächen, und wann sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen können.“

Quelle: ams-Ratgeber 05/2014


Bild: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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