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14.3.2012   |   Ernährung

Lebensmittelmüll von Berlin bis Sibirien


Wie erreicht man weniger Verluste vom Acker bis zur Tonne?

(aid) – „Taste the waste“ und Valentin Thurn wirken nach! Das Thema Lebensmittel im Müll bleibt in der Diskussion. 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, das sind ungefähr 81,6 kg pro Einwohner und Jahr. Das sind die ersten Zahlen einer Erhebung der Institute für Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart und der Universität Wien im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie entsprechen den Ergebnissen, die die Firma Cofresco in 2011 ermittelt hat, wobei die Getränke dort nicht einbezogen waren.

Die Autoren der Studie beziffern den Wert vermeidbarer und teilweise vermeidbarer Lebensmittelabfälle aus Haushalten in Deutschland mit 16,6 bis 21,6 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind rund 200 bis 260 Euro pro Kopf und Jahr. Was das für einen durchschnittlichen Vier-Personen Haushalt bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Ein Kurzurlaub wäre damit allemal drin. 2010 betrugen die Ausgaben der deutschen Haushalte für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke insgesamt 151 Milliarden Euro. Zwischen zehn und 14 Prozent dieser Ausgaben waren demnach direkt für die „Tonne“. Ganz zu schweigen von den sinnlos vergeudeten Ressourcen.

In einem Vergleich mit den wenigen bisher getätigten Erhebungen anderer europäischer Länder unterscheiden sich die gefundenen Zahlen übrigens wenig von denen unserer Nachbarn. Ministerin Ilse Aigner illustrierte die Lebensmittelverschwendung in Deutschland anhand vollgepackter Lastwagen auf einer 4.500 km langen Strecke von Berlin bis Nowosibirsk. Aber vielleicht ist dem Verbraucher der Bezug zum eigenen Portemonnaie näher. Und hier gilt es demnächst herauszufinden, welche Mechanismen das Einkaufs- und Wegwerfverhalten der Menschen bestimmen und damit die geplanten Kampagnen auszugestalten. „Man packt sich den Kühlschrank als Gefühlsapotheke voll, um für jede Eventualität gerüstet zu sein.

Die Produktvielfalt orientiert sich nicht am Bedarf, sondern an der Stimmungsprophylaxe“, hat der Psychologe Stephan Grünewald vom rheingold Institut für Marktanalysen im vergangenen Jahr gesagt. Nur das schlechte Gewissen helfe dem Menschen da heraus und das Gefühl „mit der vorgelebten Gier dafür verantwortlich zu sein, dass Kinder zu dick werden oder dass man den Hunger in der Welt mitverantwortet“. Die Datenlücken all dieser Erhebungen sind groß und die Wissensdefizite auch. Die Landwirtschaft wurde in die BMELV-Erhebung (zunächst) nicht einbezogen. Definitionen für Lebensmittelabfälle in der Industrie sind nicht einheitlich bzw. nicht vorhanden. Der Anteil an Lebensmittelabfällen in den verschiedenen „Tonnen“ (Restmüll, Biomüll, Kanalisation) sind nicht bekannt. Aber der Anfang ist gemacht.

Britta Klein, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.bmelv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2012/66-AI-LMStudie.html
www.tastethewaste.de
www.was-wir-essen.de/einkauf/keine_lebensmittel_in_den_muell.php
www.resterechner.de

 

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