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14.8.2011   |   Gesundheit

Schutz vor zeckenübertragenen Erkrankungen auch in städtischen Grünanlagen wichtig


Frühzeitiges Entfernen der Zecke beugt einer möglichen Infektion mit Borrelien vor

Auch beim Aufenthalt in städtischen Grünanlagen sollten Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor zeckenübertragenen Erkrankungen wie der Borreliose beachtet werden. Denn Zecken kommen nicht nur im ländlichen Raum vor, sondern sind auch in städtischen Parkanlagen häufig vorzufinden. Dies zeigt das Ergebnis einer Studie des vom Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) initiierten Forschungsprojektes VICCI.

In der Studie konnte in allen untersuchten bayerischen Stadtparks das Vorkommen von Zecken nachgewiesen werden. Da Zecken Infektionserreger wie z. B. Borrelien in sich tragen können, sollten vorbeugende Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Das LGL rät, den Körper nach einem Besuch in städtischen Grünanlagen ebenso wie nach einem Aufenthalt im Wald sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Vorhandene Zecken sollten immer möglichst frühzeitig entfernt werden. Denn je kürzer der Saugakt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Borrelien. Damit die Zecken gar nicht erst an den Körper gelangen, empfiehlt das LGL beim Aufenthalt in Park oder Wald geschlossene Kleidung zu tragen. Insektenabwehrmittel sind eine weitere Schutzmaßnahme, um Zecken möglichst vom Körper fernzuhalten. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, schützt sicher eine Impfung. Diese wird insbesondere Personen mit Aufenthalt in sogenannten FSME-Risikogebieten empfohlen.
 
Inwieweit der Klimawandel mit dem Vorkommen von Zecken und zeckenübertragenen Erkrankungen in Zusammenhang steht, untersucht das LGL mit der bayernweiten VICCI-Studie federführend in einem Verbund mit anderen Forschungseinrichtungen.

LGL-Präsident Dr. Andreas Zapf fasst die Ziele der Studie zusammen: „VICCI erforscht das komplexe Zusammenspiel der Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit. Wenn wir diese Zusammenhänge kennen, lassen sich Prognosen für Infektionskrankheiten abschätzen und frühzeitig Maßnahmen zur Prävention entwickeln.“

Der mit Beteiligung der Universität Bayreuth, der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr München etablierte Forschungsverbund VICCI steht für „Vector-borne Infectious Diseases in Climate Change Investigations“.  In diesem Forschungsverbund wird untersucht, inwieweit der Klimawandel das Auftreten vektorübertragener Infektionserreger beeinflusst. Neben durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie der Lyme-Borreliose gelten auch die durch Nagetiere verbreiteten Hantainfektionen und die durch Sandmücken übertragene Leishmaniose als Krankheiten, die infolge des Klimawandels zunehmen könnten. Weitere Schwerpunkte des Forschungsprojektes sind die Identifikation von Risikogebieten sowie das Verständnis von Infektionsketten als wesentliche Basis für die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika.

 
Wichtige Hinweise zum Entfernen einer Zecke:

 
Die Zecke soll so frühzeitig und schonend wie möglich entfernt werden um eine (weitere) Übertragung von Erregern zu verhindern
 
Optimales Werkzeug: spitze Pinzette, aber auch Zeckenkarte oder vergleichbare im Handel zu erwerbende Instrumente sind sehr gut geeignet.
 
Mit der Pinzette wird die Zecke möglichst dicht an der Haut gefasst und dann einfach gerade herausgezogen werden (leichtes Hin- und Herdrehen und vorsichtiges Rütteln können das Herausziehen erleichtern). Die Zecke muss nicht in eine bestimmt Richtung „herausgeschraubt“ werden, wie fälschlicherweise häufig angenommen wird.

Steht kein entsprechendes Werkzeug zur Verfügung, kann die Zecke auch unter Zuhilfenahme der Fingernägel herausgezogen werden. Wichtig ist immer, dass die Zecke möglichst frühzeitig entfernt wird.
 
Nach Entfernen der Zecke sollte die Einstichstelle desinfiziert und auf Überreste der Zecke untersucht werden, die ggf. von einem Arzt chirurgisch entfernt werden können.
 
Die Einstichstelle sollte über wenigstens 6 Wochen beobachtet werden. Wenn sich eine mindestens 4 cm messende Rötung um die Einstichstelle bildet, ist ein Arzt aufzusuchen. Auch bei Auftreten anderer Symptome sollte der Arzt vorsichtshalber auf den Zeckenstich hingewiesen werden.
 

Weiterführende Informationen zum Thema Borreliose und FSME >> 

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 2010
www.lgl.bayern.de




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