CleanKids-Magazin
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06.9.2010   |   Publikationen

Regional, bio, gesund?


In seinem neuen Buch „Die Essensfälscher“ entlarvt Thilo Bode die systematischen Täuschungsmanöver der Lebensmittelkonzerne

Schwarzwälder Schinken wird zum Räuchern aus ganz Europa in den Schwarzwald gekarrt. Vermeintlich gesunde Bio-Frühstücksflocken können genauso voller Zucker stecken wie die von Nestlé oder Kellogg’s. Und wenn Ferrero das deutsche Sportabzeichen sponsert, ist das nichts als ein Ablenkungsmanöver einer Industrie, die Kindern Zuckerbomben in die Brotbüchse mogelt. In seinem neuen Buch „Die Essensfälscher. Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen“, das am 8. September 2010 im S. Fischer Verlag erscheint (224 Seiten, 14,95 Euro), entlarvt foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode die ausgeklügelten Täuschungsstrategien der Lebensmittelkonzerne.

Im Lebensmittelmarkt hat die Irreführung System: Die Konzerne stoßen an Wachstumsgrenzen. Niemand kann mehr essen, als der Magen fasst. Echte Neuheiten sind Mangelware, die letzte wirkliche Innovation war die Tiefkühlkost. Mit milliardenschweren Werbekampagnen jubeln die Hersteller den Verbrauchern deshalb scheinbare Neuheiten unter. Diese sind häufig weder neu noch besser, sondern Zusatzstoffcocktails voller Zucker und Salz, dafür aber teurer.

Thilo Bode zieht in seinem neuen Buch frappierende Parallelen: Wie die Finanzbranche, die durch immer riskantere Geschäfte versuchte immer mehr Rendite zu erwirtschaften, geht es den Lebensmittelkonzernen nicht mehr darum, die Menschen mit guten, gesunden Lebensmitteln zu versorgen – im Vordergrund steht der Gewinn um jeden Preis. „Das Täuschungsspektrum der Konzerne reicht von dreister Mogelei bis hin zur Körperverletzung durch Irreführung“, so Bode. Die Politik agiere dabei als Dienstleister der Industrie und setze auf Konsens und Runde Tische statt auf wirksame Gesetze.

„Die Essensfälscher“ ist ein Appell an die Politiker, sich endlich gegen die Partikularinteressen der Lebensmittelindustrie durchzusetzen. Und an jeden Leser, sich die alltägliche Irreführung nicht länger gefallen zu lassen: Protest lohnt sich.


foodwatch e. v.
brunnenstraße 181
10119 berlin

www.foodwatch.de






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