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25.6.2009   |   Haus & Garten

Auf giftige Pflanzen im Garten verzichten – Gefahr für Kinder

Eibe22.06.09 (ams). Sie sind keine Exoten, sondern wachsen gleich nebenan: giftige Pflanzen. Besonders kleine Kinder probieren gerne die verlockenden Beeren oder Blätter an Sträuchern und Büschen. „Die Folge ist meist nur ein bisschen Bauchweh. Aber einige Pflanzen sind hoch giftig“, warnt Sabine Beckmann, Apothekerin im AOK-Bundesverband. So kann der Verzehr von Schoten des Goldregens lebensgefährlich sein. Tollkirsche, Stechpalme, Seidelbast, Engelstrompete, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und die rohe Gartenbohne sind ebenfalls giftig.

 

Nach Schätzungen der Giftnotrufzentrale am Universitätsklinikum Bonn gibt es in Deutschland pro Jahr rund 120.000 Verdachtsfälle auf Vergiftungen bei Kindern. Der Verdacht auf eine Vergiftung durch Pflanzen ist dabei der dritthäufigste Grund für Anrufe – nach Vergiftungen durch Medikamente und Haushaltschemikalien. Besonders gefährdet sind Zwei- und Dreijährige, die ihre Umwelt durch Lutschen und Kauen entdecken und auch Fremdes in den Mund nehmen.

Je nach Pflanzenart können verschiedene Pflanzenteile wie Blätter, Früchte oder Wurzeln Beschwerden auslösen, wenn die Kinder sie anfassen oder essen. Folgen einer Vergiftung sind häufig Erbrechen und Durchfall. An der Haut kann es zu Rötungen, Juckreiz, Ausschlag und Entzündungen kommen. Im schlimmsten Fall drohen Krämpfe, Kreislaufkollaps und Atemlähmung. Schwere oder gar tödliche Vergiftungen bei Kindern sind nach Angaben der Giftnotrufzentrale in Bonn jedoch selten.
Vor dem Pflanzenkauf informieren
Um Vergiftungen vorzubeugen, sollten sich Eltern von kleinen Kindern vor dem Kauf informieren, welche Pflanzen giftig sind. „Machen Sie um solche Gewächse einen großen Bogen und kaufen Sie lediglich Pflanzen, deren Wurzeln, Blätter und Früchte unbedenklich sind“, empfiehlt Apothekerin Beckmann. Außerdem sollten die Erwachsenen kontrollieren, ob im Spielumfeld ihres Kindes oder auf dem Schulweg giftige Pflanzen wachsen. Wichtig ist es darüber hinaus, mit dem Nachwuchs über die Gefahren zu sprechen und die Kinder aufzufordern, generell keine Blätter, Früchte und andere Pflanzenteile zu essen.

Tückisch sind häufig auch vermeintlich harmlose Pflanzen: So führen die schwarzen Beerenfrüchte des Gemeinen Efeus, in größerer Zahl verzehrt, zu Übelkeit, Durchfall und Hautausschlag. Blätter, Früchte und Rinde des Buchsbaums können ebenfalls Beschwerden hervorrufen. Gefährlich ist auch das gelb blühende Jakobskreuzkraut, das an Wegesrändern und auf Weiden wächst. Experten der Universität Bonn haben herausgefunden, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze die Leber schädigen können.
Bei Verdacht auf Vergiftung ärztlichen Rat einholen
Zeigt ein Kind aller Vorsicht zum Trotz Anzeichen einer Vergiftung, ist vor allem eins wichtig: Ruhe bewahren. „Holen Sie zudem möglichst schnell ärztlichen Rat ein“, sagt Beckmann. In fast allen Regionen Deutschlands lautet die Giftnotrufnummer 19240.

Während der telefonischen Beratung stellen die Experten folgende Fragen: Was wurde eingenommen (beziehungsweise verschluckt) und wann? Wer ist betroffen? Wie viel wiegt das Kind? Wie viel wurde eingenommen und wie? Wie geht es dem Kind? Zudem sollten die Anrufer ihre Telefonnummer für einen Rückruf angeben. Wenn das Kind auf Empfehlung der Giftnotrufzentrale ins Krankenhaus muss, sollten die Eltern einen vollständigen Zweig der Giftpflanze mitnehmen, damit diese exakt bestimmt werden kann.
Wasser zu trinken geben
„Lassen Sie das Kind außerdem Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlücken und Mengen trinken“, rät Beckmann. Milch ist jedoch schädlich, da es die Aufnahme des Giftes durch den Darm beschleunigen kann. Sollte das Kind erbrechen, dann sollte das Erbrochene aufbewahrt und für die Untersuchung zum Arzt mitgenommen werden.
Auf keinen Fall sollten die Erwachsenen bei ihrem Kind Erbrechen auslösen, auch nicht durch Salzwasser. Ist die Haut durch den Kontakt zu einer giftigen Pflanze gereizt, kann sie unter fließendem Wasser abgespült werden. Ist das Kind bewusstlos, sollten die Helfer es in die stabile Seitenlage bringen und den Kopf nach unten wenden. Dann sollten sie so schnell wie möglich einen Notarzt rufen.

Giftige Pflanzen im Garten (Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Bärenklau, Buchsbaum, Efeu, Eibe, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, rohe Gartenbohne, Goldregen, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Herkulesstrauch, Kartoffel (Beeren, Keime), Kirschlorbeer, Lebensbaum, Liguster, Maiglöckchen, Narzisse, Oleander, Pfaffenhütchen, Rhododendron, Rizinus, Seidelbast, Stechapfel, Stechpalme, Tollkirsche, Zaunrübe.

Giftige Zimmerpflanzen (Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Azaleen-Arten, Dieffenbachia, Efeutute, Fensterblatt, Korallenstrauch, Philodendron.

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn informiert über giftige Pflanzen.

 

Der Giftnotruf ist in fast allen Regionen Deutschlands unter folgender Nummer erreichbar: 19240.

Die Giftnotrufzentrale der Universität Bonn berät rund um die Uhr kostenfrei unter 0228 19240.

 

AOK-Mediendienst
 
AOK-Bundesverband
Vorsitzender des Vorstands: Dr. Hans Jürgen Ahrens
Kortrijker Straße 1
53177 Bonn
Telefon: (02 28) 84 30

http://www.aok-bv.de




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