ÖKO-TEST Reiswaffeln – Snack mit Arsen

Das rät das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST. Denn in allen getesteten Produkten steckt Acrylamid und Arsen, meist in erhöhten oder stark erhöhten Mengen.

Dass Reis krebserzeugendes Arsen enthält, weiß man zwar schon lange. Denn die Reispflanze neigt dazu, Arsen aus dem Boden und Wasser aufzunehmen und anzureichern. Dank eines neuen Testverfahrens war es ÖKO-TEST nun aber möglich, in einem Speziallabor getrennt nach organischem und dem besonders giftigen anorganischen Arsen zu suchen.

Studie: Auch wenig Arsen im Wasser kann Krebs erzeugen

Das Ergebnis: Der Anteil des anorganischen Arsens an der Gesamtmenge Arsen ist in Reiswaffeln besonders hoch; er liegt im Schnitt bei rund 80 Prozent. Allein einem Hersteller ist es gelungen, Waffeln anzubieten, die nur einen leicht erhöhten Arsengehalt haben.

Arsen ist jedoch nicht der einzige Schadstoff in den Reiswaffeln. Das Krebsgift Acrylamid, das entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel hoch erhitzt werden, steckt in fast allen Produkten über dem EU-Richtwert für Getreidebeikost. In zwei Reiswaffelmarken steckt außerdem zuviel Schwermetall Cadmium. Dieses kann Nieren und Knochen schädigen.

Ärgerlich ist dagegen: Dennree führt mit seinen als ungesalzen gekennzeichneten Reiswaffeln die Verbraucher komplett in die Irre. Denn das Labor hat in den Produkten ein Vielfaches der deklarierten Gehalte an Salz gefunden.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juni 2012 gibt es seit dem 25. Mai 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Bildquellen: ÖKO-TEST

ÖKO-TEST Verlag GmbH www.oekotest.de

Risikobewertung  

Das EFSA- Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM- Gremium) stellte fest, dass der von der FAO/WHO festgesetzte Wert der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahme an As (PTWI = provisional tolerable weekly intake) von 15 µg/kg Körpergewicht nicht mehr sachgemäß ist.

 

Neuere Daten zeigen, dass verschiedene Krebserkrankungen schon auf geringere Expositionen von anorganischem Arsen als den PTWI von 15µg/kg Körpergewicht zurückzuführen sind.   Die EFSA postuliert als geeigneten Bezugspunkt auf der Dosis-Wirkungskurve die Dosis, die eine Tumorinzidenz von 1 % bewirkt. Der Wert dieses Bezugspunktes wird als Benchmark Dose lower limit (BMDLo1) bezeichnet. Das Gremium schlägt vor, dass ein BMDLo1 -Wert im Bereich von 0,3 bis 8 µg/kg Körpergewicht pro Tag verwendet werden sollte (EFSA Journal 2009; 7(10):1351).   Um eine bessere Datenlage zu erhalten, gab das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Bundesweiten Überwachungsprogramm (BÜP) die Untersuchung von Reisproben in Auftrag.

 

Kinder unter drei Jahren sind gegenüber anorganischem Arsen am stärksten exponiert. Die in zwei verschiedenen Studien berichteten Expositionsabschätzungen zeigen eine Aufnahme von anorganischem Arsen im Bereich von 0,50 bis 2,66 µg/kg KG pro Tag. Die Exposition gegenüber anorganischem Arsen für Kinder unter drei Jahren, einschließlich durch Lebensmittel auf Reisbasis, wird auf die 2 bis 3 fache Höhe der Exposition von Erwachsenen geschätzt. Diese Schätzungen schließen keine Kinder mit Milchunverträglichkeit ein, die Reisgetränke statt Säuglingsnahrung oder Kuhmilch zu sich nehmen.

 

Ergebnisse  

Im Lebensmittelinstitut Braunschweig wurden im Jahr 2011 15 Proben Reis auf anorganisches Arsen untersucht. 11 von 15 Proben zeigten Gehalte anorganischen Arsens von 100-120 µg As / kg. 4 Proben wiesen eine Konzentration von 140-190 µg As / kg auf.

Quellen: EFSA / LAVES-Niedersachsen

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9 Antworten

  1. Dreher sagt:

    Zum Artikel: ÖKO-TEST Reiswaffeln – Snack mit Arsen

    Kann man so etwas glauben?

    Die Hersteller preisen ein gesundes Produkt für Babies an. Dabei werden in Wirklichkeit Giftstoffe, Salz und Zucker den Produkten zugemischt.
    Was kann man seinem Kind mit gutem Gewissen wirklich noch geben? Warum gibt es hier keine strengeren und besseren Kontrollen? Es geht hier schließlich um die kleinsten unserer Gesellschaft, die selbst noch nicht entscheiden können und schutzbedürftig sind.

    Dies stellt erneut die Geldbesessenheit der Hersteller dar. Um jeden Preis verkaufen, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Käufer.
    Diese Hersteller sollten alle samt verklagt werden und die Betriebe geschlossen werden.

    Eine bodenlose Frechheit !!

  2. Jens sagt:

    Heul Doch!

  3. Umzug Wien sagt:

    Ich liebe Reiswaffeln, die sind einfach lecker ;)))

  4. Anonymous sagt:

    Und was gebe ich meinem Sohn (11 Monate) nun zu essen? Gluten verträgt er nicht, also waren bisher Reiswaffeln die Alternative… ich werde wahnsinnig – das darf doch alles gar nicht wahr sein!!! Wieso ist es möglich das solche Produkte in den Handel gelangen? Was läuft den hier falsch???

    • 0815 sagt:

      was hier falsch läuft?!
      wir verzichten nicht auf unseren Luxus,..sind immer wieder bestrebt den Lebensstil des weiter/höher/mehr zu praktizieren….wir schänden unsere Böden bis das letzte und nun fragen wir uns: was hier falsch läuft, dass wir keine saubere Nahrungsmittel mehr haben?!

      sorry, aber jeder ansatzweise Logik besitzende Mensch kennt die Antwort auf diese Frage…

      aber man kann natürlich die Augen zumachen und sich vorstellen, dass die Tomaten bei Oma im Garten wachsen und nicht Labors gleichenden Zuchthäuser..

  5. Kirsch, Margrit sagt:

    Auch für mich waren die Reiswaffeln bisher ein wichtiges Nahrungsmittel. Ich bin Krebspatientin und habe keinen Magen mehr. Muss daher viele sehr kleine Mahlzeiten essen.
    Mit den Reiswaffeln hat das bisher wunderbar funktioniert. Jetzt muss ich mir etwas anderes suchen. Ich bin schockiert, als ich diese Artikel jetzt erst gelesen habe.

  6. Heinrich sagt:

    Ich ziehe das Ergebnis von Öko-Test in Zweifel! Für mich wirken die Testmethoden dubios.
    In Europa gibt es derzeit keine
    harmonisierten Höchstmengen für
    Arsen in Lebensmitteln. Höchstgehalte
    für Arsen in bestimmten Futtermittelerzeugnissen werden
    durch die Richtlinie 2002/32/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. Mai 2002 über
    unerwünschte Stoffe in der Tierernährung festgelegt.
    Acrylamid entsteht durch Erwärmung und ist auch im Brot, Kaffee etc zu finden. Auch hier gibt es keine Grenzwerte. Hier wird künstlich eine Hysterie erzeugt und führt nur zu einem Blinden Aktionismus. Wie bei vielen Dingen gilt einfach Maß halten und sich die Frage stellen, wie viel Reiswaffeln muss ich eigentlich täglich essen, um die „Höchtsmengen“ zu erreichen!

    • Nun, nur weil es keine Grenzwerte gibt, bedeutet dies nicht, dass Stoffe ungefährlich sind. Anorganisches Arsenit (As(III)) sowie Arsenat (As(V)) sind stark toxisch und für Mensch und Tier carcinogen, daran bestehen keinerlei Zweifel.
      Der Arsen-Metabolismus im menschlichen Organismus ist noch nicht vollständig aufgeklärt.

      Der WHO-Richtwert für Arsenkonzentration im Trinkwasser liegt übrigens bei 10 Mikrogramm pro Liter. Alles was zusätzlich über die Nahrung aufgenommen wird ist hier noch gar nicht mitgerechnet.

      Eine weitere Studie findet sich hier:
      http://www.cleankids.de/2012/10/10/studie-auch-wenig-arsen-im-wasser-kann-krebs-erzeugen/29454

      Gleiches gilt auch für Acrylamid, hier gibt es ganz eindeutige Empfehlungen
      Ein „Grenzwert“, bei dessen Unterschreitung ein Risiko für den Verbraucher ausgeschlossen werden kann, lässt sich nach derzeitigen Kenntnissen nicht festsetzen. Für die Festlegung eines solchen Grenzwertes wird üblicherweise ein bestimmter Sicherheitsabstand bei der Extrapolation von Tier zu Mensch berücksichtigt. Für Stoffe, die wie Acrylamid das Potenzial haben, sowohl das Erbgut zu schädigen als auch Krebs auszulösen, werden solche tolerablen Grenzwerte in der Regel nicht festgesetzt. Denn es ist davon auszugehen, dass theoretisch auch geringe Dosen gesundheitliche Risiken auslösen können. Das Risiko wächst, je mehr Acrylamid aufgenommen wird.

      http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_acrylamid-1955.html

      Hier von „küsnstlicher Hysterie“ oder „blindem Aktionismus“ zu sprechen finde ich daher unpassend.

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