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24.5.2012   |   Produkttests

ÖKO-TEST Reiswaffeln – Snack mit Arsen


Eltern sollten ihren Babys und Kleinkindern möglichst keine Reiswaffeln zum Knabbern geben.

Das rät das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST. Denn in allen getesteten Produkten steckt Acrylamid und Arsen, meist in erhöhten oder stark erhöhten Mengen.

Dass Reis krebserzeugendes Arsen enthält, weiß man zwar schon lange. Denn die Reispflanze neigt dazu, Arsen aus dem Boden und Wasser aufzunehmen und anzureichern. Dank eines neuen Testverfahrens war es ÖKO-TEST nun aber möglich, in einem Speziallabor getrennt nach organischem und dem besonders giftigen anorganischen Arsen zu suchen.

Studie: Auch wenig Arsen im Wasser kann Krebs erzeugen

Das Ergebnis: Der Anteil des anorganischen Arsens an der Gesamtmenge Arsen ist in Reiswaffeln besonders hoch; er liegt im Schnitt bei rund 80 Prozent. Allein einem Hersteller ist es gelungen, Waffeln anzubieten, die nur einen leicht erhöhten Arsengehalt haben.

Arsen ist jedoch nicht der einzige Schadstoff in den Reiswaffeln. Das Krebsgift Acrylamid, das entsteht, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel hoch erhitzt werden, steckt in fast allen Produkten über dem EU-Richtwert für Getreidebeikost. In zwei Reiswaffelmarken steckt außerdem zuviel Schwermetall Cadmium. Dieses kann Nieren und Knochen schädigen.

Ärgerlich ist dagegen: Dennree führt mit seinen als ungesalzen gekennzeichneten Reiswaffeln die Verbraucher komplett in die Irre. Denn das Labor hat in den Produkten ein Vielfaches der deklarierten Gehalte an Salz gefunden.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juni 2012 gibt es seit dem 25. Mai 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Bildquellen: ÖKO-TEST

ÖKO-TEST Verlag GmbH www.oekotest.de

Risikobewertung  

Das EFSA- Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM- Gremium) stellte fest, dass der von der FAO/WHO festgesetzte Wert der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahme an As (PTWI = provisional tolerable weekly intake) von 15 µg/kg Körpergewicht nicht mehr sachgemäß ist.

 

Neuere Daten zeigen, dass verschiedene Krebserkrankungen schon auf geringere Expositionen von anorganischem Arsen als den PTWI von 15µg/kg Körpergewicht zurückzuführen sind.   Die EFSA postuliert als geeigneten Bezugspunkt auf der Dosis-Wirkungskurve die Dosis, die eine Tumorinzidenz von 1 % bewirkt. Der Wert dieses Bezugspunktes wird als Benchmark Dose lower limit (BMDLo1) bezeichnet. Das Gremium schlägt vor, dass ein BMDLo1 -Wert im Bereich von 0,3 bis 8 µg/kg Körpergewicht pro Tag verwendet werden sollte (EFSA Journal 2009; 7(10):1351).   Um eine bessere Datenlage zu erhalten, gab das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Bundesweiten Überwachungsprogramm (BÜP) die Untersuchung von Reisproben in Auftrag.

 

Kinder unter drei Jahren sind gegenüber anorganischem Arsen am stärksten exponiert. Die in zwei verschiedenen Studien berichteten Expositionsabschätzungen zeigen eine Aufnahme von anorganischem Arsen im Bereich von 0,50 bis 2,66 µg/kg KG pro Tag. Die Exposition gegenüber anorganischem Arsen für Kinder unter drei Jahren, einschließlich durch Lebensmittel auf Reisbasis, wird auf die 2 bis 3 fache Höhe der Exposition von Erwachsenen geschätzt. Diese Schätzungen schließen keine Kinder mit Milchunverträglichkeit ein, die Reisgetränke statt Säuglingsnahrung oder Kuhmilch zu sich nehmen.

 

Ergebnisse  

Im Lebensmittelinstitut Braunschweig wurden im Jahr 2011 15 Proben Reis auf anorganisches Arsen untersucht. 11 von 15 Proben zeigten Gehalte anorganischen Arsens von 100-120 µg As / kg. 4 Proben wiesen eine Konzentration von 140-190 µg As / kg auf.

Quellen: EFSA / LAVES-Niedersachsen

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