Nur mal kurz die Nachrichten checken – und plötzlich sind 20 Minuten vergangen. Für viele Menschen gehört das Smartphone inzwischen auch auf die Toilette. Was als kleine Ablenkung beginnt, kann jedoch dazu führen, dass man deutlich länger auf der Klobrille sitzt als nötig. Eine wissenschaftliche Studie legt nahe, dass diese Gewohnheit mit einem erhöhten Auftreten von Hämorrhoiden verbunden sein könnte. Auch aus hygienischer Sicht ist das Handy auf dem stillen Örtchen nicht unbedingt eine gute Idee.
Das stille Örtchen wird zum digitalen Aufenthaltsraum
Früher nahm man vielleicht eine Zeitung mit auf die Toilette. Heute ist daraus ein digitales Rundumprogramm geworden: Nachrichten lesen, durch soziale Netzwerke scrollen, Videos anschauen oder schnell noch die neuesten Angebote prüfen. Das Smartphone macht es möglich, aus einem kurzen Toilettengang eine ausgedehnte Sitzung zu machen.
Die Toilette wird damit zum Ort, an dem man zwar körperlich eine Pause einlegt, geistig aber weiter im digitalen Dauerbetrieb bleibt. Der nächste Beitrag ist schließlich nur einen Wisch entfernt. Und wenn die Nachrichtenlage gerade besonders spannend ist, kann es schon einmal dauern.
Das Problem: Der Körper hat nicht unbedingt vor, so lange zu bleiben. Während der Blick auf dem Bildschirm klebt, wird die Zeit leicht vergessen. Was eigentlich eine kurze Erledigung sein sollte, entwickelt sich zum unfreiwilligen Sitzmarathon.
Studie zeigt Zusammenhang mit Hämorrhoiden
Dass langes Sitzen auf der Toilette gesundheitlich ungünstig sein kann, ist nicht neu. Eine im September 2025 in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichte Untersuchung hat nun gezielt betrachtet, wie die Nutzung von Smartphones auf der Toilette mit Hämorrhoiden zusammenhängt.
Die Forschenden untersuchten 125 Erwachsene, die sich einer Darmspiegelung unterzogen. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, ihr Smartphone auf der Toilette zu benutzen. Dabei zeigte sich, dass Smartphone-Nutzer häufiger länger auf der Toilette saßen als Menschen, die dort kein Handy verwendeten. Bei 37,3 Prozent der Smartphone-Nutzer dauerte der Toilettenbesuch länger als fünf Minuten. Bei den Personen ohne Smartphone waren es 7,1 Prozent.
In der statistischen Auswertung war die Smartphone-Nutzung mit einer um 46 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden, dass Hämorrhoiden festgestellt wurden.
Das klingt zunächst alarmierend. Allerdings ist eine wichtige Einschränkung erforderlich: Die Untersuchung war relativ klein und betrachtete die Teilnehmenden zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie kann deshalb nicht beweisen, dass das Smartphone selbst Hämorrhoiden verursacht. Die Ergebnisse zeigen einen statistischen Zusammenhang, der durch weitere Studien überprüft werden muss.
Trotzdem liefert die Untersuchung einen guten Grund, die eigene Toilettenroutine zu überdenken.
Warum langes Sitzen auf der Toilette ungünstig ist
Hämorrhoiden sind keineswegs grundsätzlich krankhaft. Jeder Mensch besitzt Gefäßpolster im Bereich des Enddarms, die beim Verschluss des Afters helfen. Erst wenn diese Polster vergrößert sind und Beschwerden verursachen, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden.
Typische Beschwerden können Juckreiz, Brennen, Nässen oder Blutungen sein. Auch ein Druckgefühl oder das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung ist möglich.
Langes Sitzen auf der Toilette kann den Druck auf die Gefäßpolster im Analbereich ungünstig beeinflussen. Kommt zusätzlich starkes Pressen hinzu, kann das die Belastung erhöhen. Wer dagegen nach der Darmentleerung aufsteht, statt noch mehrere Nachrichten zu lesen, vermeidet zumindest unnötig lange Sitzzeiten.
Wichtig ist: Nicht jeder lange Toilettenbesuch führt zu Hämorrhoiden. Auch Verstopfung, Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel und andere Faktoren können eine Rolle spielen. Die Smartphone-Nutzung ist also kein alleiniger Risikofaktor, aber möglicherweise ein Verhalten, das sich relativ einfach verändern lässt.
Das Handy als Zeitfresser auf der Klobrille
Das Smartphone ist darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu binden. Nachrichten, Videos und soziale Netzwerke liefern ständig neue Inhalte. Selbst wenn man eigentlich nur kurz etwas nachsehen wollte, folgt auf einen Beitrag schnell der nächste.
Auf der Toilette fällt dieser Mechanismus besonders wenig auf. Niemand wartet auf einen Bus, kein Termin drängt unmittelbar – und die Zeit scheint stillzustehen. Zumindest so lange, bis die Beine einschlafen oder jemand von draußen fragt, ob alles in Ordnung ist.
Dabei wäre der Toilettengang normalerweise eine der einfachsten Alltagshandlungen: hingehen, erledigen, Hände waschen, fertig. Das Smartphone macht daraus eine Gelegenheit, die vermeintlich freie Zeit noch effizienter zu nutzen. Nur ist diese zusätzliche Bildschirmzeit weder notwendig noch besonders sinnvoll.
Wer das Handy vor der Badezimmertür liegen lässt, hat einen Vorteil: Es gibt schlicht weniger Gründe, länger sitzen zu bleiben.
Keime inklusive? Wie hygienisch ist das Smartphone im Badezimmer?
Neben der Sitzdauer spielt auch die Hygiene eine Rolle. Smartphones werden täglich mit den Händen berührt, in Taschen verstaut, auf Tische gelegt und an vielen anderen Orten benutzt. Dabei können Mikroorganismen auf die Geräteoberfläche gelangen.
Im Badezimmer kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Beim Spülen einer Toilette können unter bestimmten Bedingungen kleine Tröpfchen und Aerosole entstehen. Wie stark Oberflächen dadurch belastet werden, hängt unter anderem von der Toilette, dem Spülvorgang und den Umgebungsbedingungen ab.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Smartphone nach einem Toilettenbesuch automatisch eine gefährliche Keimquelle ist. Der tatsächliche Infektionsschutz hängt von mehreren Faktoren ab. Eine pauschale Aussage, dass das Handy auf der Toilette zwangsläufig krank macht, wäre wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.
Sinnvoll ist dennoch, die üblichen Hygieneregeln einzuhalten:
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Nach dem Toilettengang die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen.
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Das Smartphone möglichst nicht mit ungewaschenen Händen weiterverwenden.
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Das Gerät regelmäßig nach den Reinigungshinweisen des Herstellers säubern.
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Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden, die Display oder Beschichtung beschädigen können.
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Das Handy nicht unnötig auf Badezimmeroberflächen ablegen.
Ein häufiger Fehler ist, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen und anschließend sofort wieder das Smartphone anzufassen, das zuvor mit ungewaschenen Händen bedient wurde. Dadurch können Keime erneut auf die Hände gelangen. Wie groß das konkrete Gesundheitsrisiko ist, lässt sich nicht pauschal beziffern – gute Handhygiene bleibt dennoch wichtig.
Warum das Handy besser vor der Badezimmertür bleibt
Wer das Smartphone beim Toilettengang bewusst weglässt, kann mehrere Gewohnheiten gleichzeitig verbessern. Der Toilettenbesuch bleibt kürzer, die Ablenkung nimmt ab und das Gerät kommt weniger häufig mit potenziell verunreinigten Händen in Kontakt.
Dafür braucht es keine komplizierte Digital-Detox-Strategie. Eine einfache Regel reicht: Das Smartphone bleibt außerhalb des Badezimmers.
Wer sich daran gewöhnen möchte, kann das Gerät an einem festen Platz ablegen. Auch das Ausschalten von Benachrichtigungen oder eine kurze Bildschirmzeitbegrenzung kann helfen, den Griff zum Handy weniger automatisch werden zu lassen.
Und falls die Angst besteht, während der wenigen Minuten auf der Toilette etwas Wichtiges zu verpassen, hilft ein realistischer Blick auf den Alltag: Die meisten Nachrichten laufen nicht davon. Der Feed ist auch nach dem Händewaschen noch da.
Wie lange sollte man auf der Toilette sitzen?
Eine starre Zeitgrenze gilt nicht für jeden Menschen. Als praktische Orientierung ist es jedoch sinnvoll, den Toilettenbesuch kurz zu halten und nach der Darmentleerung aufzustehen, statt aus Langeweile sitzen zu bleiben.
Die Studie aus dem Jahr 2025 diskutiert eine Begrenzung auf weniger als fünf Minuten als sinnvolle Verhaltensmaßnahme. Das ist eine pragmatische Empfehlung, keine für alle Menschen verbindlich bewiesene medizinische Grenze.
Wer regelmäßig sehr lange benötigt, stark pressen muss oder häufig unter Verstopfung leidet, sollte nicht einfach versuchen, die Zeit mit Gewalt zu verkürzen. Dann ist es sinnvoller, mögliche Ursachen zu betrachten. Ausreichend Flüssigkeit, ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung können die Verdauung unterstützen.
Bei anhaltenden Beschwerden, Schmerzen oder Blut im Stuhl sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Blutungen sollten nicht automatisch Hämorrhoiden zugeschrieben werden, da auch andere Ursachen infrage kommen.
Sieben einfache Tipps für den Toilettenalltag
1. Das Smartphone bleibt draußen. So fällt die größte Ablenkungsquelle direkt weg.
2. Nicht aus Langeweile sitzen bleiben. Ist die Darmentleerung abgeschlossen, ist es Zeit aufzustehen.
3. Nicht unnötig pressen. Starkes Pressen kann den Analbereich zusätzlich belasten.
4. Die Verdauung unterstützen. Ballaststoffreiche Lebensmittel, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung können bei Verstopfung helfen.
5. Auf den eigenen Körper achten. Wer regelmäßig ungewöhnlich lange benötigt, sollte mögliche Verdauungsprobleme ernst nehmen.
6. Hände gründlich waschen. Das bleibt eine der wichtigsten Hygienemaßnahmen nach dem Toilettengang.
7. Beschwerden nicht ignorieren. Bei wiederkehrenden Blutungen, Schmerzen oder anderen anhaltenden Symptomen sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.
Fazit: Weniger scrollen, schneller fertig
Das Smartphone hat unseren Alltag verändert – bis hinein ins Badezimmer. Aus einem kurzen Toilettengang wird durch Nachrichten, Videos und soziale Netzwerke schnell eine längere Sitzung. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2025 fand einen Zusammenhang zwischen der Smartphone-Nutzung auf der Toilette und einem häufigeren Auftreten von Hämorrhoiden. Einen direkten ursächlichen Beweis liefert sie nicht, sie unterstreicht aber die Bedeutung unnötig langer Sitzzeiten.
Auch hygienisch ist es sinnvoll, das Gerät nicht ständig mit auf die Toilette zu nehmen und nach dem Toilettengang gründlich die Hände zu waschen.
Die einfachste Lösung ist zugleich die unspektakulärste: Das Handy bleibt draußen. Der Nachrichtenfeed kann warten – die Gesundheit ist wichtiger als der nächste Beitrag.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.


















