Ein Schlaganfall (Hirninfarkt oder Apoplex) ist ein medizinischer Notfall, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn plötzlich unterbrochen wird. Je schneller Betroffenen geholfen wird, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt nachfolgend Tipps für Angehörige von Schlaganfall Patient:innen.
(djd). Ein Schlaganfall verändert die Rollen von Partnern, Kindern und Eltern. Sie werden zu Begleitenden, Organisatoren, Mutmacherinnen und Pflegekräften. Eine Studie zeigt, welche Herausforderungen damit verbunden sind – mit Tipps, wie pflegende Angehörige sich selbst schützen.
Auch freiwillige Pflege belastet
Wer als Angehöriger einen Menschen pflegt, ist damit im Schnitt 35 Stunden pro Woche beschäftigt. Ein Viertel wendet sogar über 40 Stunden für die Pflege auf – ein Vollzeitjob und eine Hilfe, ohne die das deutsche Pflegesystem zusammenbrechen würde. Um herauszufinden, was mit dieser Verantwortung verbunden ist, hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fast 400 pflegende Angehörige befragt. Drei Viertel von ihnen haben die Pflege aus eigener Überzeugung übernommen, aus Verbundenheit und Liebe zur kranken Person. Trotzdem fühlen sich viele körperlich und seelisch belastet, meist aufgrund einer Vielzahl an Faktoren. So kommen zur körperlichen Anstrengung meist finanzielle Sorgen, Zeitdruck, aufwendige Antragsverfahren und andere bürokratische Hürden dazu. Besonders schwer auszuhalten sind zudem oft die unsichtbaren Folgen eines Schlaganfalls: Wenn der geliebte Mensch mit Gedächtnisproblemen und Depressionen kämpft oder sich seine Persönlichkeit verändert.
Früh um Hilfe bitten
Pflegende Angehörige verlieren oft ihre eigenen Bedürfnisse aus dem Blick. So haben über 40 Prozent der Befragten ihre eigenen Hobbys aufgegeben und fahren nicht mehr in den Urlaub. Christian Voigt hat die Studie der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als Pflegewissenschaftler begleitet. Er weiß: „Viele Angehörige verzichten auf Auszeiten, obwohl sie diese dringend brauchen.“ Dabei könne schon eine Stunde Entlastung pro Woche einen Unterschied machen. Wenn beispielsweise ein Ehrenamtlicher mit dem Betroffenen spazieren gehen oder anders Zeit mit ihm verbringen würde, entstehe für Angehörige ein kleines, aber wichtiges Zeitfenster für sie selbst. Erste Anlaufstellen für Hilfe sind Pflegestützpunkte oder kommunale Pflegeberatungsstellen. In Pflegekursen lernen Angehörige praktische Fertigkeiten wie rückenschonende Hebetechniken. Zudem gibt es Rehas und Kuren speziell für Angehörige – eine Hilfe, die nur ein Fünftel der Befragten bisher in Anspruch genommen hat. Weitere Tipps sind unter www.schlaganfall-hilfe.de zu finden. Voigt rät, Hilfe frühzeitig anzunehmen: „Niemand muss alles allein schaffen.“ Davon ist auch Schauspielerin Rita Winkelmann überzeugt, die fast zehn Jahre lang ihren Vater pflegte. Dabei hat sie gelernt: Pausen sind kein Luxus. Sie helfen, weiter da sein zu können. Winkelmann sagt: „Man hat ein Anrecht auf ein eigenes Leben.“
Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schlaganfall erkennen & richtig handeln:
Die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls
Schlaganfall-Anzeichen treten meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf:
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Sehstörungen, Doppeltsehen oder Gesichtsfeldausfälle
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Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen (meist einseitig an Arm, Bein oder im Gesicht)
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Sprach- und Sprachverständnisstörungen
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Schwindel, Gangunsicherheit und Gleichgewichtsverlust
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Plötzliche, extrem starke Kopfschmerzen
Der FAST-Test: Schlaganfall in Sekunden erkennen
Mit dem einfachen FAST-Test können Sie Verdachtsmomente schnell überprüfen:
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F (Face / Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab?
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A (Arms / Arme): Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Sinkt ein Arm ab?
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S (Speech / Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Klingt die Sprache verwaschen oder fehlerhaft?
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T (Time / Zeit): Wählen Sie bei mindestens einem Alarmsignal sofort den Notruf 112!
Wichtig: Jede Minute zählt („Time is Brain“). Zögern Sie bei Verdacht auf einen Schlaganfall nicht und rufen Sie sofort den Rettungsdienst!


















