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Kerzenschein ohne Risiko: Saubere Luft & gesundes Raumklima

Gemütliches Kerzenlicht gehört zur dunklen Jahreszeit einfach dazu. Allerdings können minderwertige Kerzen oder falsche Handhabung die Innenraumluft belasten: Beim Verbrennen entstehen Feinstaub, Rußpartikel sowie flüchtige organische Verbindungen (VOC). Wer ein paar einfache Grundregeln beachtet, kann die romantische Atmosphäre ganz ohne Bedenken genießen. Kerstin Effers, Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz der Verbraucherzentrale NRW gibt nachfolgend wichtige Tipps

Kerzenschein genießen ohne Gesundheitsrisiko

Kerzenschein genießen ohne Gesundheitsrisiko – Verbraucherzentrale NRW klärt auf

Tipps zum schadstoffarmen Abbrennen

In der dunklen Jahreszeit schaffen Kerzen in der Wohnung eine gemütliche Stimmung. Doch das Abbrennen kann die Raumluft mit umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen belasten. „Insbesondere Duftkerzen bergen ein Allergierisiko und können zudem Haustieren schaden“, warnt Kerstin Effers, Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz der Verbraucherzentrale NRW. Folgende Tipps tragen zu einer sauberen und angenehmen Candlelight-Atmosphäre bei.

Ruß und Schadstoffe

Kerzen rußen stärker, wenn sie in Zugluft stehen. Deshalb immer einen geschützten Standort wählen. Eine flackernde Flamme setzt neben Ruß auch mehr Schadstoffe wie Formaldehyd, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Stickstoffoxide frei. Damit die Flamme weniger raucht, hilft es auch, den Docht vor dem Anzünden auf etwa einen Zentimeter zu kürzen. Bei Kerzen mit einem Durchmesser von mehr als vier Zentimetern sollte der entstehende Rand auf ein bis zwei Zentimeter abgeschnitten werden. Zum Löschen der Flamme empfiehlt es sich, einen Kerzenlöscher zu benutzen oder den Docht kurz beispielweise mit einem abgebrannten Streichholz in das flüssige Wachs zu tauchen. Dadurch raucht er nicht nach. Und schließlich sollte man nach dem Gebrauch von Kerzen gut lüften, um die Verbrennungsrückstände aus der Luft zu entfernen.

Duftstoffe

Ob Pumpkin Spice, Lebkuchen oder Apfel-Zimt: In der Herbst- und Weihnachtszeit gibt es ein großes Angebot an Duftkerzen mit verschiedensten Aromen. Aber was lecker riecht, kann durchaus schaden. Die Duftstoffe verbrennen oder verdampfen und können bei Menschen Allergien und Kopfschmerzen auslösen. Auch Schwangere, Babys und Kinder können empfindlich auf Duftstoffe reagieren. Da diese auf den Produkten nicht einzeln angegeben werden müssen und bestenfalls 26 allergieauslösende Stoffe gekennzeichnet sind, ist es für Menschen mit Allergien schwer, entsprechende Chemikalien zu meiden. Für Katzen und Hunde sind vor allem ätherische Öle wie Teebaum-, Eukalyptus-, Pfefferminz-, Zimt- und Zitrusöle problematisch: Die Tiere können bestimmte darin enthaltene Wirkstoffe nicht ausreichend abbauen. Wenn Ziervögel im Raum sind, sollte man generell keine Kerzen abgebrennen.

Deko und Lack

Kerzen, die mit Glitter, Lack, künstlichem Schnee oder pflanzlichen Bestandteilen dekoriert sind, erzeugen zusätzliche Verbrennungsprodukte und können somit die Raumluft noch stärker belasten. Daher sind schlichtere Kerzen empfehlenswerter. Sie können in einem hübschen Glas oder auf einem schönen Untersetzer ebenfalls sehr dekorativ in Szene gesetzt werden.

Wachs

Eine Pflicht zur Kennzeichnung der Wachsart gibt es nicht. Häufig bestehen Kerzen aus Paraffin, einem Nebenprodukt der Erdölraffination. Stearinkerzen hingegen werden aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Nicht selten wird dazu umstrittenes Palmöl eingesetzt. Die Vorteile von Stearinkerzen sind ihre höhere Festigkeit und die längere Brenndauer. Auch bei der Freisetzung von Ruß oder Feinstaub schneiden Stearinkerzen teilweise etwas besser ab als Paraffinkerzen. Echte Bienenwachskerzen erkennt man häufig an einem weißen Belag auf der Oberfläche. Idealerweise stammen die Produkte aus einer regionalen Imkerei. Übrigens: Der Begriff „Bio“ auf Kerzen bedeutet in der Regel nicht, dass die verwendeten Rohstoffe biologisch angebaut wurden. Gemeint ist meist nur, dass das Wachs aus nachwachsenden Rohstoffen wie Soja stammt, die aber konventionell, etwa mit Pestiziden und Kunstdünger, angebaut wurden.

Nachhaltigkeit

Kerzenstummel sind zu schade für den Müll. Wer sie sammelt, kann daraus wieder neue Kerzen gießen. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen. Wer dazu keine Lust hat, kann die Wachsreste aber auch an Sammelstellen etwa in Unverpackt-Läden oder bei Kerzenmanufakturen abgeben, damit neue Kerzen daraus produziert werden. Aluminiumhülsen von Teelichtern gehören in den Gelben Sack oder die Wertstofftonne, damit sie recycelt werden. Besser für die Umwelt sind Teelichter ohne Aluminium und nachfüllbare Teelichthalter aus Glas.

Weitere Informationen:

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