Stiftung Warentest Olivenöl – acht fallen mit Mangelhaft durch
Olivenöl wird aus den Früchten des Olivenbaums gewonnen und ist ein fester Bestandteil der mediterranen Küche und auch hierzulande steigt der Konsum. Besonders hochwertig ist natives Olivenöl extra, das kalt gepresst wird und viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält. Es liefert einfach ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und Vitamin E, die sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken können. Olivenöl eignet sich sowohl für Salate und kalte Speisen als auch – je nach Qualität – zum schonenden Braten. Wichtig sind eine dunkle Lagerung und ein frischer Geschmack, um die Qualität zu erhalten. Doch wie gut ist die Qualität der Olivenöle wirklich?
Gutes Olivenöl ist zur Rarität geworden
Die Stiftung Warentest hat 25 Olivenöle untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Nur vier Produkte schneiden gut ab, acht fallen mit Mangelhaft durch – darunter zwei häufig verkaufte Öle von Aldi. Die Gründe: minderwertige Aromatik und bedenkliche Schadstoffbelastungen. Der traurige Trend setzt sich fort: Spitzenqualität wird immer seltener.
Getestet wurden vor allem Olivenöle der höchsten Güteklasse “nativ extra” aus Supermärkten, Discountern und Bioläden, darunter bekannte Marken wie Bertolli, Alnatura und Mitos sowie Eigenmarken von Aldi, Netto Marken-Discount, Rossmann und Rewe. Die Preisspanne reicht von 7 bis 54 Euro pro Liter. Im Labor prüften das Expertenteam Geschmack, Geruch, Schadstoffe, Verfälschungen und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Polyphenole.
„Der deutsche Olivenölmarkt gilt als besonders streng, doch was wir in den Regalen finden, ist immer öfter nur noch Mittelmaß“, sagt Dr. Jochen Wettach, Testleiter bei Stiftung Warentest. „Acht Öle sind entweder geschmacklich fehlerhaft, so dass sie ihre Güteklasse gar nicht verdienen – sie schmecken ranzig, stichig-schlammig – oder sie sind stark mit Schadstoffen belastet.“
Aldi enttäuscht doppelt
Die Eigenmarken Bellasan und Bio fallen mit Mangelhaft durch. Beide schmecken stichig-schlammig und ranzig, das Bio-Öl schmeckt zusätzlich modrig. Solche Fehler entstehen, wenn Oliven bereits vor dem Pressen zu gären beginnen oder das Öl zu lange mit Sauerstoff in Kontakt war. Nach EU-Olivenölverordnung darf ein Öl der Güteklasse „nativ extra“ keinerlei sensorische Fehler aufweisen. Auch die Öle von Netto Marken-Discount und Ybarra fielen durch die Geschmacksprüfung.
Schadstoff-Problem bei vier Produkten
Besonders problematisch sind Mineralöle vom Typ Moah (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe), die als möglicherweise krebserregend gelten. Die Öle von Sterna 1821, Threpsi und Ybarra waren so stark belastet, dass die EU-Behörden eine Marktentnahme empfehlen würden. Das Bio-Olivenöl von Rossmann (EnerBio) fiel durch eine auffällige Belastung mit dem Weichmacher DBP auf – ein Vielfaches der zulässigen Menge. DBP gilt als fortpflanzungsschädigend. „In hohen Gehalten sind diese Schadstoffe absolut vermeidbar“, betont Wettach. „Akut gesundheitsgefährdend ist aber keines der Öle.“
Ein Lichtblick
Die Gehalte an gesundheitsfördernden Polyphenolen sind wieder leicht gestiegen. Alle getesteten Öle enthalten ausreichend dieser sekundären Pflanzenstoffe, die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen. Zwei Esslöffel täglich reichen für den positiven Effekt.
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Quelle: Stiftung Warentest





