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Stiftung Warentest Haarfärbemittel – Enttäuschte Erwartungen

Haarfärbemittel liegen im Trend egal ob die eigene Haarfarbe verändert, graue Haare abgedeckt oder einfach mal was Neues ausprobiert werden soll. Aber Vorsicht, nicht jede Coloration ist für jede Person geeignet. Besonders dauerhafte Haarfarben können Inhaltsstoffe wie aromatische Amine enthalten, die bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen können.

Daher sollte vor jeder Anwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig gelesen und die empfohlenen Allergie-Warnhinweise ernst genommen werden. Auch wenn ein Produkt bereits früher problemlos verwendet wurde, kann sich eine Allergie entwickeln. Bei Hautreizungen, Juckreiz oder Schwellungen sollte das Mittel nicht angewendet beziehungsweise sofort ausgespült werden. Bei starken Schwellungen oder Atemproblemen ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.

Wer empfindliche Kopfhaut hat, sollte besonders vorsichtig sein und die Inhaltsstoffliste prüfen. Haarfärbemittel sind außerdem nicht für Wimpern oder Augenbrauen geeignet, sofern sie nicht ausdrücklich dafür zugelassen sind.

Haarfärbemittel - Risiken und wichtige Anwendungstipps

Die Stiftung Warentest hat zwölf Intensivcolorationen getestet

Blond ist laut Umfragen die beliebteste Haarfarbe. Die Stiftung Warentest hat zwölf Intensivcolorationen für hellblonde Farbtöne zum Selbstfärben getestet. Das Ergebnis: Wer selbst zu Hause nachhilft, wird wahrscheinlich enttäuscht. Keine der Colorationen überzeugte vollends, zwei Produkte mussten wegen falscher Färbe-Ergebnisse sogar vorzeitig aus dem Test genommen werden. Hinzu kommt: Alle geprüften Farben enthalten umweltkritische Stoffe.

Getestet wurden Intensivcolorationen (auch Permanenthaarfarben genannt) unterschiedlicher Preiskategorien – von knapp zwei Euro bis zu rund 20 Euro pro Packung. Dafür färbten sich Probandinnen und Probanden selbst die Haare. Anschließend beurteilten geschulte Fachleute das Ergebnis. Zusätzlich wurden im Labor Naturhaarsträhnen gefärbt und wiederholt gewaschen. Im Fokus standen das Färbeergebnis, der Zustand der Haare nach dem Färben, der Farberhalt nach mehrfachem Waschen sowie mögliche umweltkritische Inhaltsstoffe.

„Wer anhand der Abbildungen auf den Verpackungen ein bestimmtes Blond erwartet, wird oft enttäuscht. Das schafft fast kein Produkt in unserem Test“, sagt Lea Lukas, Expertin für Kosmetikprodukte bei der Stiftung Warentest.

Enttäuschte Erwartungen beim Farbton

Selbst die besten Colorationen erreichten nur die Gesamtnote Befriedigend – obwohl die Wirkweise von Oxidationshaarfarben seit Langem erprobt ist. Eines der besten Produkte war zugleich das preisgünstigste. Ganz anders das Bild am Ende des Testfelds: „Die teuersten Produkte sind in unserem Test die Schlusslichter“, ergänzt Lea Lukas.

Das Färbeergebnis war hier so schlecht, dass weitere Färbedurchgänge nicht mehr sinnvoll waren: Bei einem Produkt verfärbten sich die Haare statt blond braun, beim anderen traten rosa-lila-stichige Strähnen auf. Beide Produkte wurden deshalb vorzeitig aus der weiteren Prüfung genommen und mit der Gesamtnote Mangelhaft bewertet.

Guter Farberhalt, keine Haarschäden

Positiv fällt auf: Alle geprüften Mittel halten, was sie in Sachen Langlebigkeit versprechen. Selbst nach 22 Haarwäschen war der Farbzustand der Naturhaarsträhnen noch gut bis sehr gut, die Farbe blieb gleichmäßig erhalten. Auch der Zustand der Haare nach dem Färben gab keinen Anlass zur Kritik: Trotz der chemischen Prozedur waren die Haare durchweg in gutem Zustand.

Umweltkritische Stoffe in allen Produkten

Weniger überzeugend fällt das Ergebnis beim Thema Umwelt aus: Alle zwölf getesteten Haarfarben enthalten umweltkritische Stoffe und erreichen in diesem Prüfpunkt nur die Note Ausreichend. Grund sind unter anderem sogenannte Farbvorstufen – meist aromatische Amine – und die daraus entstehenden Farbstoffe, die für die Funktion von Oxidationshaarfarben unverzichtbar sind. Sie sind schwer oder gar nicht biologisch abbaubar und gelangen beim Ausspülen mit dem Abwasser in die Umwelt. Die langfristigen Folgen für Mensch, Tier und Pflanzen sind bislang nicht abschließend geklärt. Übrig gebliebenes Haarfärbemittel sollte daher nicht in den Abfluss gegossen, sondern über den Restmüll entsorgt werden.

Blondieren als strapaziöse Alternative

„Wer unbedingt eine deutlich hellere Haarfarbe erreichen möchte, muss im Zweifel auf eine reine Blondierung zurückgreifen“, so Lea Lukas. Diese sind allerdings strapaziöser für das Haar: Sie rauen die Schuppenschicht stärker auf und entziehen alle natürlichen Farbpigmente, ohne neue einzulagern. Das Haar wird dadurch oft strohig und bruchanfällig und benötigt intensive Pflege.

Anzeige – Der ausführliche Test erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und ist online abrufbar unter test.de/haarfaerbemittel.

Quelle: Stiftung Warentest

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