Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, kann mit Ladesäulen-Apps schnell passende Ladestationen finden. Viele Apps zeigen neben dem Standort auch Ladeleistung, Steckertyp, Öffnungszeiten, Verfügbarkeit und Preise an. Besonders praktisch sind Apps, die mehrere Ladenetzwerke bündeln. So müssen E-Auto-Fahrer nicht für jede Ladesäule eine eigene Anwendung verwenden. Je nach Anbieter können über die App auch Ladevorgänge gestartet und direkt bezahlt werden.
Die Stiftung Warentest hat nun 14 kostenlose Ladesäulen-Apps auf ihre Tauglichkeit im Alltag untersucht.
Die geeignete Ladesäule finden, das E-Auto laden und Strom direkt bezahlen: All das sollen Ladesäulen-Apps fürs Handy ermöglichen. 14 kostenlose Apps hat die Stiftung Warentest untersucht – nur sechs sind gut.
280 Mal haben Testerinnen und Tester E-Fahrzeuge über Apps geladen und protokolliert, was dabei passiert. Sechs kostenlose Apps machen ihre Sache insgesamt gut. Vier haben Schwächen im Praxistest: „Es lohnt sich, die Lade-Apps fürs Smartphone genau zu vergleichen“, sagt Henning Withöft, Technikexperte der Stiftung Warentest. „Wir haben Ladesäulen-Apps gefunden, die in den meisten Prüfpunkten gut oder sehr gut abschneiden – und andere, die im Praxistest deutlich Schwächen haben.“
Was gute Ladesäulen-Apps leisten
Ladesäulen-Apps zeigen die nächstgelegene nutzbare Ladestation, nennen Preise und Umgebungsdetails. Vor Ort startet man mit ihnen den Ladevorgang und bezahlt anschließend. Die untersuchten Apps lassen sich kostenlos aus den App-Stores für Android und iOS laden. Besonders überzeugt hat im Test die App EnBW Mobility+. Sie zeigte keine größeren Schwächen und funktionierte insbesondere im Praxistest tadellos. Nur eine App installieren oder doch mehrere? „Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, zusätzlich auch andere gute Lade-Apps auszuprobieren, aufs Handy zu laden und zu vergleichen. So lässt sich direkt herausfinden, mit welcher App man in der eigenen Gegend die meisten Lademöglichkeiten findet“, sagt Henning Withöft.
Probleme im Praxistest
Bei einigen Apps knirschte es gehörig im Praxistest. Teilweise liefen die Apps beim Laden instabil oder hängten sich auf. In einigen Fällen gab es nach dem Laden keine Rechnung. Ein weiteres Problem: Zwei Apps ließen bei einem Ladevorgang das Abziehen des Kabels vom Auto erst zu, nachdem das Fahrzeug bis auf 80 Prozent geladen war. Für den Verlauf des Ladevorgangs gab es im Test viermal die Note Ausreichend.
Schwachstelle Datenschutz
Die Apps von Tesla und Octopus Energy zeigten deutliche Mängel bei den Datenschutzerklärungen. Zudem benachteiligen die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Octopus Energy deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher. Bei Widersprüchen zwischen der deutschen und englischen Version sollen laut Anbieter die Bedingungen der englischen Version gelten.
Wer bietet Lade-Apps an
Das Feld der Ladesäulen-Apps ist groß: Stromanbieter wie EnBW und Eon bieten Apps an. Auch Dienstleister wie Charge Now und Plugsurfing, Autohersteller wie Tesla und VW (Elli) sowie Tankstellenketten wie Aral und Shell haben sie im Portfolio. Der Großteil der Apps im Test ermöglicht Normal- und Schnellladen, mit den Apps von Ionity und Tesla ist nur Schnellladen möglich.
Anzeige – Welche Apps wichtige Zusatzinfos wie verfügbare Ladestationen anbieten und welcher Anbieter das Laden zum Festpreis ermöglicht, steht in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter test.de/ladeappsfuereautos.
Quelle: Stiftung Warentest

















