Sojaprodukte wie Tofu, Sojamilch oder Edamame sind fester Bestandteil vieler Ernährungsweisen – besonders bei vegetarischer oder veganer Kost. Doch immer wieder stellt sich die Frage: Ist Soja wirklich unbedenklich? Wie ist es in der Schwangerschaft? Grundsätzlich gilt: Soja ist in normalen Mengen unbedenklich. Die meisten Fachgesellschaften sehen keinen Grund, Sojaprodukte komplett zu meiden. Im Zweifel gilt: lieber abwechslungsreich essen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen.
Soja im Faktencheck der Verbraucherzentrale Bremen – Mythen, Risiken und Chancen
Um Soja ranken sich zahlreiche Befürchtungen und Hoffnungen wie zum Beispiel: Der Konsum von Soja schade der Schilddrüse, sei bei Brustkrebs nicht zu empfehlen, führe bei Männern zu einer „Verweiblichung“ oder lindere Wechseljahresbeschwerden.
Die Verbraucherzentrale Bremen stellt alles Wissenswerte zum Verzehr von Soja im Artikel Soja und Isoflavone im Faktencheck zusammen.
Sojaprodukte wie Tofu, Sojadrink und Co. sind für viele Menschen selbstverständlich geworden. Soja gilt wie alle Hülsenfrüchte als sehr gesund für Mensch und Umwelt. Doch die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sorgen immer wieder für Diskussionen. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen – und genau das verunsichert viele Menschen. „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, sagt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bremen.
Brustkrebs: Soja in üblichen Mengen unbedenklich
So ist der Verzehr üblicher Mengen Sojalebensmittel nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch bei Brustkrebs unbedenklich. Ein bis zwei Portionen täglich – eine Portion entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink – gelten auch während einer antihormonellen Therapie als sicher. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Sojakonsum das Risiko für ein Wiederauftreten erhöht.
Männergesundheit und Wechseljahre bei Frauen
Auch die Sorge, Soja könne den Testosteronspiegel senken oder eine „Verweiblichung“ bei Männern verursachen, ist unbegründet. Studien zeigen keine relevanten hormonellen Effekte bei üblichem Konsum. Für eine verlässliche Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone gibt es bislang keine gesicherten Belege.
Schilddrüse: Auf die Jodversorgung kommt es an
Bei ausreichender Jodversorgung sind durch normalen Sojakonsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Schilddrüse zu erwarten. Anders kann es bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen aussehen: Isoflavone aus Sojalebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, rät die Expertin.
Vorsicht bei Isoflavon-Supplementen
„Vorsicht ist bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln mit Isoflavonen geboten“, so Pannenbecker weiter. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit solcher Supplemente, insbesondere für Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen der Schilddrüse, ist nicht ausreichend belegt. Wer an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen nicht einnehmen.
Fazit: Vielfalt statt Verunsicherung
Soja und Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink können in üblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein. Sie liefern hochwertiges Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist – wie so oft – das Maß: Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden.
Quelle: Verbraucherzentrale Bremen
Weitere Informationen zu Soja bietet die Mitteilung des Bundesinstitut für Risikobewertung
PDF – Sojahaltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel: Gesundheitliche Aspekte



















