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Nagelpilz-Mittel bei Stiftung Warentest – Nur wenige wirken

Nagelpilz ist eine weit verbreitete Erkrankung, die vor allem die Fußnägel betrifft. Erste Anzeichen sind häufig Verfärbungen, Verdickungen oder brüchige Nägel. Unbehandelt kann sich die Infektion auf weitere Nägel ausbreiten und zu Schmerzen oder Entzündungen führen.

Die Ansteckung erfolgt meist in feuchtwarmen Umgebungen wie Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen. Auch schlecht belüftetes Schuhwerk kann die Entstehung von Nagelpilz begünstigen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist Geduld gefragt: Je nach Ausmaß der Infektion kann die Therapie mehrere Monate dauern. Um einer Infektion vorzubeugen, empfehlen Experten, die Füße stets trocken zu halten, atmungsaktive Schuhe zu tragen und in öffentlichen Nassbereichen Badeschuhe zu benutzen.

Nagelpilz gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Fußnägel und ist oft besonders hartnäckig

Die Stiftung Warentest hat Mittel gegen Nagelpilz untersucht 

Viele Produkte gegen Nagelpilz versprechen viel und halten wenig. Die Stiftung Warentest hat 33 Mittel geprüft und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Nur sechs werden empfohlen. Beliebte Drogerieprodukte zählen nicht dazu.

Die Stiftung Warentest hat 33 Mittel gegen Nagelpilz untersucht: fünf freiverkäufliche Produkte aus Drogerie und Online-Handel, acht rezeptfreie Präparate aus der Apotheke – darunter Nagellacke und eine Salbe sowie 20 rezeptpflichtige Tabletten und Kapseln.

„Wer Nagelpilz mit Mitteln aus der Drogerie oder dem Online-Shop behandelt, verschleppt das Problem im schlimmsten Fall nur und riskiert, andere anzustecken“, sagt Testleiterin Dr. Claudia Michael. Die frei verkäuflichen Medizinprodukte enthalten keine pharmakologisch wirksamen Stoffe gegen Nagelpilz. Inhaltsstoffe wie Milchsäure oder Harnstoff weichen den Nagel lediglich auf oder säuern ihn an; das bekämpft den Pilz nicht. Aussagekräftige Studien für eine nachhaltige Heilung fehlen.

Entsprechend schlecht fiel das Testergebnis aus: Alle fünf frei verkäuflichen Mittel erhielten die schlechteste Bewertung „wenig geeignet“. Bei einem vielgekauften Amazon-Produkt verweigerte der Hersteller sogar die Auskunft darüber, welche Substanzen in der entscheidenden Wirkstoffkombination enthalten sind. 

Empfehlenswert sind lediglich sechs der geprüften Produkte: zwei rezeptfreie Mittel aus der Apotheke für leichte bis mittelschwere Fälle sowie vier rezeptpflichtige Medikamente für schwere Infektionen. Wer Nagelpilz wirkungsvoll behandeln möchte, sollte zunächst ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich ein Pilz vorliegt und auf die Medizinprodukte aus Drogerie oder Online-Handel besser verzichten.

Eines müssen Betroffene in jedem Fall mitbringen: einen langen Atem. Die Behandlung kann je nach Mittel und Schweregrad und je nachdem, ob es sich um einen Finger- oder Fußnagel handelt, bis zu einem Jahr dauern.

Der ausführliche Test erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und ist online abrufbar unter www.test.de/nagelpilz.

Quelle: Stiftung Warentest   /  Bild: Tabea auf Pixabay

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