Auf drei Sitzplätze passen oft nur zwei Kindersitze

Familienautos sind nicht unbedingt kindertransportfreundlich. Von 18 getesteten Fahrzeugen konnte lediglich in einem drei grosse Kindersitze im Fond installiert werden. Der Rest bot dort wenig Platz, oder der Sitzplatz hinten in der Mitte soll laut Hersteller nicht dazu geeignet sein.

Wie viele Kinder gleichzeitig in einem Fahrzeug transportiert werden können und wie einfach die Installation eines Kindersitzes ist, ist aus dem Prospekt nicht ersichtlich. Aus diesem Grund führt der TCS diese Testserie regelmässig durch und hat insgesamt bereits 147 Fahrzeuge getestet. Dieses Jahr wurden weitere 18 marktbedeutende Autos unter die Lupe genommen. Dazu zählen Kompaktwagen, Kombis sowie kleinere SUV’s im Preissegment bis CHF 40‘000.-. Darunter 17 5-Plätzer und ein 7-Plätzer. 

Nur einziges Fahrzeug mit genug Platz in der Mitte der zweiten Reihe

Der TCS empfiehlt die Kinder wenn möglich im Fond zu sichern. Idealerweise reisen Kinder auf den äusseren Sitzplätzen in der zweiten Reihe. In der Mitte der zweiten Reihe erreicht der Ford Galaxy ein „sehr gut“. Dies verdankt er seinem grosszügigen Platzangebot und den Isofix-Verankerungen, die auf diesem Sitzplatz bei keinem anderen getesteten Fahrzeug anzutreffen waren. Das Verdikt „nicht geeignet“ erhalten der Dacia Duster, der Mitsubishi Eclipse Cross und der Opel Crossland X. Alle aufgrund der restriktiven Bedienungsanleitung. Der mittlere Sitzplatz hinten ist für Kindersitze „nicht geeignet“. Die restlichen 14 Fahrzeuge erhielten die Bewertung „mit Einschränkungen“. Hier bietet der mittlere Sitz nur noch für einen Sitzerhöher ohne Lehne genügend Platz. 

Besser den Beifahrersitzplatz vermeiden

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der TCS, die Kinder wenn möglich nicht auf dem Beifahrerplatz, sondern im Fond zu transportieren. Entsprechend sollte auf dem Beifahrersitzplatz nur dann ein Kind mitreisen, wenn hinten bereits alle Sitzplätze belegt sind. Zum Beispiel dann, wenn noch das Nachbars Kind mitfährt. Aber Vorsicht: Wenn es darum geht, den Beifahrersitz mit einem rückwärtsgerichteten Kindersitz auszurüsten, muss der Beifahrerairbag zuvor zwingend deaktiviert werden. Der Beifahrersitz stellt beim Kindertransport eine Art Reserve-Kapazität dar, die durchaus nützlich sein kann.

Der Mazda CX-5 und der Subaru Impreza haben eine automatische Beifahrerairbag-Deaktivierung. Beim Dacia Duster, Jeep Compass, Renault Koleos und beim Volvo XC 40 kann der Airbag mittels Drehschalter, resp. übers Displaymenü deaktiviert werden, weshalb sie die Note „mit Einschränkungen“ erhielten. Die restlichen Fahrzeuge erhielten auf dem Beifahrersitzplatz ein „befriedigend“. 

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Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto

Auf jeden Fall sollte zur Ermittlung des passenden Familienautos eine Probefahrt mit Kindern und Kindersitzen durchgeführt werden. Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, obwohl alle Neuwagen mit Isofix- und Top-Tether-Verankerungen ausgerüstet sind. In der Praxis können Probleme auftauchen wie: Beifahrerairbag-Deaktivierung bei rückwärtsgerichtetem Sitz, Kindersitz mit Stützbein auf Fahrzeugboden mit Staufach oder die Zulassung von Isofix-Kindersitz für ein bestimmtes Fahrzeug. Erschwerend kommt hinzu, dass bei einigen Fahrzeugen die Verwendung von Kindersitzen auf einzelnen Sitzplätzen laut Bedienungsanleitung gar nicht erlaubt, nicht empfohlen oder stark eingeschränkt ist. 

Den gesamten Test finden Sie unter www.tcs.ch

Quelle: Touring Club Schweiz TCS
Internet: www.tcs.ch

Bild/er: Pixabay – Lizenz: Public Domain CC0

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