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Stiftung Warentest: Reis enthält oft Arsen und Kadmium

Reis ist ein beliebtes Grundnahrungsmittel – auch bei Kindern. Reis ist grundsätzlich ein gesundes Lebensmittel – kann aber im Vergleich zu anderen Getreiden mehr Schadstoffe aufnehmen, da er oft in überfluteten Feldern wächst. Dabei gelangen Stoffe aus dem Boden und Wasser leichter in die Körner.

Reis kann Arsen und Cadmium enthalten – Wie gefährlich ist das? 

In verarbeiteten Reisprodukten (z. B. Reiswaffeln) wurden auch immer wieder mal Mineralölbestandteile gefunden. Problematisch vor allem für Kinder, denn sie reagieren aufgrund des geringeren Körpergewichts, sich noch entwickelnder Organe und dem häufigeren Verzehr (z. B. von Reiswaffeln) empfindlicher auf diese Schadstoffe. Daher gelten für Baby- und Kinderprodukte strengere Grenzwerte.

Reis ist grundsätzlich ein gesundes Lebensmittel – kann aber Schadstoffe enthalten.

Die Stiftung Warentest hat nun 40 Reisprodukte der Sorten Basmati, Jasmin, Parboiled, Vollkorn und Rundkorn in einem unabhängigen Labor auf sechs Schadstoffgruppen untersucht: Schwermetalle wie Arsen, Kadmium, Blei und Nickel, dazu Pflanzenschutzmittel, Mineralölbestandteile, Chlorat/Perchlorat, Schimmelpilzgifte und Ethylenoxid.

Nur vier von 40 getesteten Reisprodukten erhalten im großen Schadstoff-Check der Stiftung Warentest die Note Gut. Der Grund: erhöhte Gehalte an Arsen und Kadmium. Wer auf Bio oder Vollkorn setzt, ist damit nicht automatisch auf der sicheren Seite.

Bio-Reis oder Vollkornreis besser? Nein!

Das Ergebnis ist ernüchternd und für viele Reisfans eine Überraschung. „Wer glaubt, mit Bio-Reis oder Vollkornreis automatisch die schadstoffärmere Wahl zu treffen, liegt leider falsch“, sagt die Expertin Sara Waldau. Denn kritische Stoffe wie Schwermetalle gelangen unabhängig von der Anbaumethode über Böden und Wasser ins Korn. Waldau bringt es auf den Punkt: „Das Bio-Siegel schützt vor Pestiziden, aber nicht vor Arsen und Kadmium.“

Arsen war als einziger Schadstoff in jedem der 40 Produkte nachweisbar. Anorganische Arsenverbindungen gelten als krebserregend; eine unbedenkliche Aufnahmemenge gibt es nicht. Kadmium, das bei dauerhafter Aufnahme die Nieren schädigt, fand sich in 32 Produkten, vier davon sind deutlich belastet. Grenzwertüberschreitungen gab es zwar keine, doch Stiftung Warentest bewertet mehrstufig: Je weniger Schadstoffe, desto besser.

Positiv fiel Basmatireis bei Arsen auf: Alle zehn getesteten Produkte waren nur sehr gering damit belastet, vermutlich wegen der vergleichsweise arsenärmeren Böden der Himalaja-Region.

Drei der acht ausreichenden Produkte tragen ein Bio-Siegel. Pestizide fand die Stiftung Warentest in keinem Bio-Reis, wohl aber Schwermetalle. Von den konventionell angebauten Produkten fiel einzig Lidls Parboiled-Reis mit nachweisbarem Insektizid-Rückstand auf.

Weniger Reis, mehr Abwechslung mit Hirse, Buchweizen, Dinkel, Grünkern oder Kartoffeln: Sie punkten auch mit einem besseren CO₂-Fußabdruck.

Anzeige – Die ausführlichen Testergebnisse gibt es in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und unter test.de/schadstoffeinreis.

Hinweis: Wer öfter Reis kocht, denkt vielleicht über einen Reiskocher nach. Auch hier hat die Stiftung Warentest hingeschaut und warnt: Drei von 13 getesteten Geräten werden gefährlich heiß, an einem tritt Dampf ausgerechnet an der Öffnungstaste aus. Sechs Kocher überzeugen insgesamt. Alle Ergebnisse in der Mai-Ausgabe und auf test.de/reiskocher

 

Quelle: Stiftung Warentest

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