Brennende, juckende oder müde Augen können durch trockene Raumluft, lange Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen oder Umwelteinflüsse entstehen. Augenbefeuchtungsmittel, häufig auch als künstliche Tränen bezeichnet, können Beschwerden lindern, indem sie die Augenoberfläche befeuchten und den natürlichen Tränenfilm unterstützen.
Die Präparate sind als Augentropfen, Gele oder Sprays erhältlich. Häufig enthalten sie feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Hyaluronsäure oder Hydroxypropylmethylcellulose. Wer die Tropfen regelmäßig oder mehrmals täglich benötigt, sollte möglichst auf konservierungsmittelfreie Produkte zurückgreifen, da bestimmte Konservierungsstoffe die Augenoberfläche zusätzlich reizen können. Wie gut die Mittel in Sachen Inhaltsstoffe und Wirkung wirklich sind, hat nun die Stiftung Warentest getestet.
Trockene Augen sind unangenehm: Sie brennen, jucken, selbst Blinzeln tut weh. Abhilfe sollen Mittel zur Augenbefeuchtung schaffen. Die Stiftung Warentest hat 27 Produkte geprüft. Zehn Mittel sind empfehlenswert. Die meisten geprüften Produkte kommen ganz ohne Konservierungsstoffe aus – eine begrüßenswerte Weiterentwicklung der letzten Jahre. In einigen Fällen bergen allerdings die Behältnisse ein Verletzungsrisiko.
Die Stiftung Warentest hat 27 rezeptfreie Augenbefeuchtungsmittel getestet – darunter häufig gekaufte Tropfen, Geltropfen, Gele, Salben und Sprays aus Apotheken, Versandapotheken und Drogerien. Die Mittel wurden darauf untersucht, wie geeignet die Inhaltsstoffe sind und wie gut ihre Wirkung belegt ist. Zusätzlich wurde die Anwendung der Produkte getestet.
„Zehn Mittel im Test sind empfehlenswert, das ist erfreulich. Ebenfalls gut für alle Betroffenen: Die meisten verzichten auf Konservierungsstoffe“, erklärt Heike Dierbach, Gesundheitsexpertin der Stiftung Warentest. „Unser Rat ist jedoch, vor der Anwendung erst einmal zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen, um die Ursachen der Augentrockenheit und deren Behandlung zu klären.“
Positive Entwicklung: Augenbefeuchtung ohne Konservierungsstoffe
Nur noch vier der 27 getesteten Mittel enthalten Konservierungsstoffe. Neue Behältnisse verhindern das Verkeimen beim Auftragen, was eine Verwendung von Konservierungsstoffen unnötig macht. Das lange kritisierte Benzalkoniumchlorid kommt im Test gar nicht mehr vor. „Konservierungsfreie Augenmittel sind klar die erste Wahl“, rät Heike Dierbach.
Gute Neuigkeiten für den Geldbeutel: Empfehlenswerte Produkte gibt es in der Preisspanne von ca. sieben Euro bis ca. 18 Euro pro zehn Milliliter. Das ist ein wichtiges Kriterium für Dauernutzer von Augenbefeuchtungsmitteln, denn diese müssen Patientinnen und Patienten zumeist selbst bezahlen.
Scharfkantige Spitzen und ein buchstäblicher Dorn im Auge
Leider bergen die Behältnisse mancher Produkte ein Risiko, wie der Test zeigt: An einer Einmaldosis-Ampulle des Produkts EyeMedica von SOS Euphrasia Augentrost blieb nach dem Öffnen ein winziges, spitzes Plastikteil an der Öffnung zurück – ein buchstäblicher Dorn, an dem sich Anwenderinnen und Anwender beim Eintropfen am Auge verletzen können.
„Manche Flaschen sind auch so gestaltet, dass sie beim Tropfen nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden“, warnt Heike Dierbach. „Da besteht ein Risiko, dass sie abrutschen und in Richtung Auge fallen. Sicherer sind Flaschen, die man mit der ganzen Hand umfassen kann.“
Unnötige Zusatzstoffe mit Allergierisiko
Zehn der getesteten Produkte enthalten zusätzliche Wirkstoffe wie Kamille, Aloe Vera, Omega-3-Fettsäuren oder Euphrasia (Augentrost). Für die meisten dieser Zusätze liegt kein Nachweis eines medizinischen Zusatznutzens vor – gleichzeitig ist für einige ein Allergierisiko bekannt. Die Stiftung Warentest rät daher, bei der Produktauswahl auf solche Zusatzstoffe zu verzichten.
Diese sechs Tipps können zudem helfen, trockenen Augen vorzubeugen und die Heilung zu unterstützen:
- Am Computer regelmäßig blinzeln oder die Augen schließen.
- Regelmäßig stoßlüften, vor allem, wenn die Heizung läuft.
- Bei sehr trockener Raumluft kann ein Luftbefeuchter helfen.
- Autogebläse und Klimaanlage nicht direkt auf das Gesicht richten.
- Bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille tragen.
- Bei Kontaktlinsen oder Brille jährlich die Sehstärke beim Optiker prüfen lassen.
Alle Details zu den Augenbefeuchtungsmitteln erscheinen in der November-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter test.de/augenbefeuchtungsmittel.
Quelle: Stiftung Warentest


















