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Stiftung Warentest zu PFAS – Verboten, aber allgegenwärtig

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend künstlich hergestellten Chemikalien. Weil sie in der Natur extrem stabil sind und sich kaum zersetzen, werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ (Forever Chemicals) bezeichnet. PFAS besitzen einzigartige Eigenschaften: Sie sind gleichzeitig wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie extrem hitzebeständig. Deshalb stecken sie in unzähligen Alltagsprodukten wie Pfannen (z. B. Teflon), Backpapier und Fast-Food-Verpackungen, in wetterfester Outdoor-Kleidung (Gore-Tex), Teppichen und Polstermöbeln und in Feuerlöschschäumen, Pestiziden, Kosmetika, Farben und Dichtungen.

Verbote einzelner Stoffe

Besonders gut erforschte und schädliche PFAS-Verbindungen (wie PFOA und PFOS) sind weltweit bzw. in der EU bereits weitgehend verboten. Dennoch findet die Stiftung Warentest immer wieder Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) in ganz unterschiedlichen Produkten.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft derzeit einen Vorschlag für ein beschränktes oder vollständiges Verbot der gesamten Stoffgruppe in der EU, um zu verhindern, dass ein schädlicher Stoff einfach durch einen ähnlichen, noch nicht regulierten PFAS-Stoff ersetzt wird. Für viele Industriezweige wird aktuell noch nach massentauglichen Alternativen gesucht.


PFAS – Verboten, aber allgegenwärtig

Trotz europaweit gültiger Verbote findet die Stiftung Warentest immer wieder Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) in ganz unterschiedlichen Produkten. Diese Ewigkeitschemikalien werden konsequent kritisch bewertet: Höhere PFAS-Gehalte führen zum Qualitätsurteil Mangelhaft.

In einem aktuellen Test betrifft es beispielsweise sechs von elf Sonnenschirmen. Bereits zuvor wiesen Tester kritische Mengen der Chemikalien etwa in Handgepäckkoffern, Autokindersitzen, Kinderwagen, Babytragen und Kinderfahrradanhängern nach – bei Letzteren fielen beispielsweise Modelle durch, die in Fahreigenschaften, Sicherheit und Handhabung teils sehr gut abschnitten.

 

PFAS sind eine Gruppe von mehr als 10.000 Chemikalien, die seit den 1950er-Jahren produziert werden. Hersteller schätzen sie wegen ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften. Sie stecken in Imprägniermitteln, Outdoorkleidung, Sonnenschirmbezügen und sogar in Lebensmittelverpackungen. Das Problem: PFAS bauen sich in der Umwelt kaum ab. Sie sind inzwischen weltweit in Böden, Gewässern und der Luft nachweisbar – sogar im Eis der Arktis und im Trinkwasser.

Über die Nahrungskette und das Trinkwasser gelangen sie in den menschlichen Körper. „Viele PFAS haben nachgewiesenermaßen gesundheitlich kritische Eigenschaften“, sagt Dr. Holger Brackemann, Leiter des Bereichs Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. „Sie können unter anderem das Immunsystem schwächen, Hormonstörungen verursachen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.“

Die EU hat reagiert: Seit 2021 sind einzelne PFAS-Verbindungen verboten. In den Jahren danach folgten weitere Beschränkungen und aktuell wird ein generelles, EU-weites PFAS-Verbot durch die EU-Behörden geprüft. Dennoch findet die Stiftung Warentest in Produkten immer wieder diese Chemikalien – teils weit über den erlaubten Grenzwerten und manchmal sogar bereits verbotene. „Wir bewerten solche Produkte konsequent mit Mangelhaft, sobald wir verbotene PFAS in kritischen Mengen nachweisen“, erklärt Holger Brackemann. „Das gilt unabhängig davon, wie gut ein Produkt in anderen Kategorien abschneidet.“

Auch wenn von vielen PFAS kein direktes Gesundheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeht, gelangen sie über Abrieb, Abwasser und Entsorgung in die Umwelt – und von dort in die Nahrungskette. Die Stiftung Warentest begrüßt daher den Vorstoß, alle Fluorcarbone EU-weit zu verbieten. „Alles andere ist ein Hase-und-Igel-Spiel: Ein Stoff wird verwendet, dann untersucht, verboten und durch einen ähnlichen schädlichen Stoff ersetzt, bis dieser auch verboten wird“, sagt Dr. Brackemann.

Dabei existieren bereits Alternativen: Bei Pfannen testet die Stiftung Warentest beispielsweise ausschließlich PFAS-freie Modelle mit Keramikbeschichtung. Imprägniermittel sind ohne Fluorchemie erhältlich. Und die aktuellen Tests von Babytragen und Sonnenschirmen zeigen ebenso: Es geht auch ohne verbotene Schadstoffe.

Die vollständigen Testergebnisse zu Sonnenschirmen und Babytragen stehen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und online unter www.test.de/sonnenschirme und www.test.de/babytragen. Weitere Hintergründe zu PFAS gibt es unter www.test.de/pfas.

Quelle: Stiftung Warentest

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