Coronavirus: Delta Variante – jetzt wird es die Kinder treffen

Die Inzidenzen fallen und erneut wird in Deutschland gelockert was das Zeug hält. Vor dem Hintergrund vieler Meldungen zur hochinfektiösen Delta Variante des Sars-CoV-2 Virus B.1.617.2 ein höchst fragwürdiger und gefährlicher Weg. Auch wissen wir doch längst, wie sich zu frühe Lockerungen auf das Infektionsgeschehen auswirken.

Aus Australien kommen Berichte, wonach sich das Virus innerhalb von Sekunden weiterverbreitet. Demnach haben australische Gesundheitsbehörden darauf hingewiesen, dass sich das Virus in der Zeit ausbreiten kann, die zum Einatmen benötigt wird. So habe sich eine Person in einem Einkaufszentrum in Sydney bei einer „beängstigend flüchtigen“ Begegnung mit der Delta-Variante infiziert. 

Was sich in einem geschlossenen Raum voller Schüler ohne Masken passiert, wenn sich eine mit Delta infizierte Person darin befindet, dürfte allen klar sein.

Einige Personen die in Großbritannien an der Delta-Variante verstorben sind, hatten ihre zweite Impfung bereits mehr als 14 Tage hinter sich. Die Zahlen aus Großbritannien zeigen aber auch, dass Kinder und Jugendliche sich im direkten Vergleich mit Erwachsenen vermehrt mit der Delta Variante des Virus infiziert haben.
Mit steigenden Infektionszahlen in dieser Altersgruppe wird auch die Zahl der schweren Verläufe mit Krankenhausbehandlung (etwa 1 von 100) in dieser Gruppe steigen, und auch die sogenannten Long-Covid Verläufe.

Vor diesem Hintergrund wird hierzulande in vielen Bundesländern die Maskenpflicht in Schulen aufgehoben. Damit ist die 4. Welle mit erneut hohen Infektionszahlen vorprogrammiert. Nur wird es diesmal die Kinder treffen – mit Ansage!

Es gibt bereits mehrere Ausbruchsgeschehen in Schulen mit der neuen Delta Variante und es werden mehr. Nach den Sommerferien werden sich die Infektionszahlen sehr wahrscheinlich sehr schnell nach oben entwickeln.

Wenn Präsenzuntericht gefordert wird, muss auch die Gesundheitsvorsorge mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln umgesetzt werden. Die Politik steht hier in der Verantwortung für jedes Einzelne der mehr als 13 Millionen minderjährigen Kinder in Deutschland! Der Glaube daran fehlt jedoch, angesichts der aktuellen Lockerungen, die im völlien Widerspruch zu den Delta Ausbruchsgeschehen in einigen Ländern stehen. Auch Politiker – wie jüngst Armin Laschet – erschrecken immer wieder durch eklatantes Unwissen. Nein, Corona lässt sich nicht einfach weggrinsen!

Das sind nicht wirklich gute Voraussetzungen für die Zeit nach den Sommerferien. 

Wir wissen was schützt, warum tun wir es dann nicht?

  • Schulen sollten nach Ferienende die ersten beiden Wochen nur Distanzunterricht durchführen
  • tägliche Schnelltests vor Unterrichtsbeginn
  • Maskenpflicht im gesamten Schulgebäude
  • nach möglichkeit Luftfilteranlagen installieren
  • AHA Regeln einhalten
  • Kontakte weiter auf ein Minimum beschränken

Wir alle haben eine lange Zeit der Entbehrungen hinter uns, nur zu verständlich der Wunsch nach Lockerungen. Dennoch sollten wir alle uns noch in Geduld üben und die Chance auf einen unbeschwerten Sommer 2022 nutzen.

Delta Variante

B.1.617, mit Subkladen (Subvarianten) B.1.617.1 (Kappa), B.1.617.2 (Delta) und B.1.617.3, ist eine durch Mutationen entstandene Variante des Coronavirus SARS-CoV-2. Sie kombiniert Eigenschaften, die auch in der Alpha-Variante und der Beta-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 auftreten. Die Mutante B.1.617 wurde erstmals bei Stichproben im indischen Bundesstaat Maharashtra am 5. Oktober 2020 nachgewiesen und war relativ unauffällig, bis sie ab Januar 2021 in immer mehr Proben auftauchte. In Großbritannien wurde sie erstmals am 22. Februar 2021 nachgewiesen und in Deutschland – soweit bekannt ist – das erste Mal im März 2021 identifiziert.

Eine Infektion mit der Delta-Variante des Sars-CoV-2 Virus kann nicht mit einem Antigen-Schnelltest festgestellt werden. Der Nachweis kann nur über eine Erbgutsequenzierung im Labor festgestellt werden.

 

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