Studie: Bis zum Vorschulalter keine negativen Auswirkungen durch Stottern

Dies würde eine abwartende Haltung bei stotternden Kindern unterstützen, so die australischen Forscher um Professor Sheena Reilly. Demnach unterschieden sich stotternde Vierjährige nicht von Gleichaltrigen in Bezug auf ihr Temperament oder ihre psychische Gesundheit. Diese Aussage basierte auf der Beobachtung von 1.619 Kindern, deren Sprachentwicklung und Gesundheitszustand sie alle vier Monate seit ihrem 2. Lebensjahr verfolgt hatten.

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Studie befürwortet „abwartendes Verhalten“ – Stotterexperten plädieren für frühes Behandeln

Laut den Experten übertrafen die Kinder teilweise ihre Altersgenossen in ihrem Wortschatz, in ihrem Sprachverständnis und in ihrer Lebensqualität. Dennoch kann längerfristiges Stottern sich schwerwiegend auf die Lebensqualität auswirken und zu psychischen Problemen und sozialen Ängsten führen. Zu Beginn, so die Meinung der Forscher, scheinen zumindest gleiche Bedingungen bei den Kindern vorzuherrschen. Reilly kam zu dem Ergebnis, dass etwa 8,5% der Dreijährigen stottern und etwa 11,2% der Vierjährigen. Innerhalb eines Jahres verschwand das Stottern bei 6,3% der Kindern (9 von 142). Da sich bei den meisten Kindern das Stottern von selbst verliert, vermuten die Wissenschaftler, dass man bei stotternden Kindern evtl. länger als ein Jahr abwarten könne.

Dem widersprach die australische Stottergesellschaft (Stuttering Foundation), die die Untersuchung als „Murks“ bezeichnet, da sie Eltern vortäuscht, sie bräuchten sich keine Sorgen zu machen, wenn ihr Kind stottert, und auch keine Hilfe suchen. Jane Fraser, Präsidentin der Gesellschaft, kritisiert, dass die Studie bei Kindern im Alter von vier Jahren aufhört. Dies sei viel zu früh, um vorhersagen zu können, welche Kinder weiter stottern und welche Auswirkungen dies auf ihr Leben habe.

Auch dass die Veröffentlichung die soziale, sprachliche oder soziale Entwicklung der Kinder nur auf der Grundlage der Aussagen der Erziehungsberechtigten beurteilt, sei ein Schwachpunkt. Darüber hinaus stammten wenige der teilnehmenden Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Die Mehrzahl der kleinen Probanden hatten Mütter mit hohen Bildungsniveau.

Ursachen des Stotterns noch nicht völlig geklärt

In Deutschland sind etwa 1% der Bevölkerung von Stottern betroffen. In 75% der Fälle beginnt der gestörte Redefluss vor dem 6. Lebensjahr, bei mehr als 99% vor dem 12. Lebensjahr. Genaue Ursachen sind nicht bekannt, jedoch liegt eine familiäre Häufung vor. Wenn bei einem Kind mehr als drei Monate Unflüssigkeiten beim Sprechen auftreten, wird dies als Stottern bezeichnet. Davon sind etwa 5% bis zur Pubertät betroffen. Bis zur Pubertät verlieren etwa 75% der betroffenen Kinder diese Sprechstörung wieder. Bisher ist nicht erwiesen, ob dies durch eine Behandlung oder durch eine natürliche Reifung geschieht.

Quelle: MedpageToday, Pediatrics, Psychotherapeut

Quelle:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
http://www.kinderaerzte-im-netz.de

mzt

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