ÖKO-TEST Wickelauflagen – Nervengiftig, nierenschädlich, krebserzeugend

Christiane Wegner informiert
InfoAuf telefonische Nachrage am 25.02.2013 haben wir folgende Informationen des Unternehmens erhalten: Es sind nur Wickelauflagen eine bestimmten Herstellungszeitraumes betroffen. Eltern, die eine solche Wickelauflage (alle Farben) über den Handel – online oder stationär – gekauft haben, sollen sich bitte mit der Firma Christiane Wegner in Verbindung setzen. Es gibt die Möglichkeit, betroffene Stoffe anhand der Materialeigenschaften zu identifizieren. Es wird hierzu auch in Kürze eine Information auf der Homepage des Unternehmens geben!

Christiane Wegner
Telefon: 09562 404 33 0
Email: christiane.wegner@t-online.de

Betroffene Wickelauflagen werden ausgetauscht!
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Viele Hersteller bewerben ihre Produkte mit Hinweisen wie „phthalatfrei“ oder „PVC-frei“. Doch die aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt, dass es sich hier oft um leere Versprechen handelt. Eine Auflage im Test war sogar derart mit Schwermetallen belastet, dass eine akute Gesundheitsgefährdung nicht auszuschließen ist.

Die Wickelauflage von Christiane Wegner enthält unter anderem Arsen Cadmium und Blei, wie das von ÖKO-TEST beauftragte Labor analysiert hat. - Foto: ÖKO-TEST

Die Wickelauflage von Christiane Wegner enthält unter anderem Arsen Cadmium und Blei, wie das von ÖKO-TEST beauftragte Labor analysiert hat. – Foto: ÖKO-TEST

15 Wickelauflagen hat ÖKO-TEST ins Labor geschickt, elf davon fallen mit einem „ungenügend“ durch, denn diese sind erheblich mit Schadstoffen verseucht. So wurden verschiedene Phthalate entdeckt. Allgemein gelten Phthalate als schädlich für Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane sowie als hormonell wirksam, manche können die Schilddrüse und Hirnanhangsdrüse schädigen. Teilweise sind sie ab bestimmten Gehalten in Kinderprodukten verboten.

Zehn Wickelauflagen sind mit hohen Gehalten an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt. Meist wurde flüchtiges Naphthalin analysiert, das unter Krebsverdacht steht. Eine beschichtete Baumwollauflage im Test enthält eine hohe Menge an allergieauslösendem Formaldehyd. In anderen Produkten stecken problematische phosphororganische Verbindungen.

Am schlimmsten mit Schadstoffen verseucht ist die Wickelauflage Moritz Halbweiß/Purpur von Christiane Wegner. Das Obermaterial ist verseucht mit löslichem Arsen, Cadmium und Blei. Die Liste der „Nebenwirkungen“ ist entsprechend lang: Cadmium gilt als nierenschädlich und krebserregend, Blei ist als nervengiftig bekannt.

Besonders kritisch ist der hohe Gehalt an löslichem Arsen, das relativ leicht über die Haut aufgenommen werden kann. Arsen kann das zentrale Nervensystem schädigen und Krebs auslösen.

Diese Laborergebnisse sind umso ärgerlicher, weil auf vielen Produkten Aufdrucke und Schildchen kleben, die die Unbedenklichkeit untermauern sollen. Auf Werbung wie „phthalatfrei“ können sich Eltern daher nicht verlassen.

ÖKO-TEST rät zu Modellen aus Baumwolle. Im Test erreichten immerhin zwei Wickelauflagen aus Bio-Baumwolle das Testurteil „sehr gut“.

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2013 gibt es seit dem 22. Februar 2013 im Zeitschriftenhandel.
Das Heft kostet 3,80 Euro.

Quelle: ÖKÖ-TEST  


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Lesenswert: Herstellerreaktionen >>
Weitere Wickelauflagen im Vergleich >>

 

UPDATE 25.02.2013
Die Wickelauflage Moritz Halbweiß/Purpur von Christiane Wegner wird aktuell über den Baby-Walz Onlineshop fälschlicherweise mit einem Ökotex Label beworben. Eine Zertifizierung für das Produkt ist  NICHT vorhanden!

IKEA informiert:
GULLUNGE Wickelunterlage ist sicher im Gebrauch

In der März-Ausgabe der Zeitschrift „Öko-Test“ wurde die IKEA Wickelauflage GULLUNGE negativ bewertet, weil sie 
Flammschutzmittel (feuerhemmende Stoffe) enthält.

IKEA hatte daraufhin sofort den Verkauf und die Produktion von GULLUNGE gestoppt und umfangreiche Untersuchungen eingeleitet. Wie das Unternehmen nun mitteilt, enthält die Wickelauflage GULLUNGE keine gesetzlich verbotenen Stoffe und entspricht den EN71-3-Standards zur Spielzeugsicherheit.

Nach Angaben von IKEA ist der Gebrauch von GULLUNGE sicher. Dies hat sich das schwedische Einrichtungshaus von einem unabhängigen Toxikologen bestätigen lassen. Demnach besteht weder durch Hautkontakt noch durch Einatmung ein gesundheitliches Risiko durch die Flammschutzmittel.

Kunden, die eine GULLUNGE Wickelauflage gekauft haben und besorgt sind, können diese in jedem IKEA Einrichtungshaus zurückgeben, ihnen wird der Kaufpreis erstattet.

Verbraucherfreundliche Rückrufinformationen

 

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5 Antworten

  1. Willi sagt:

    Ökotest ist leider bekannt dafür, mit solchen Tests und Meldungen Panikmache zu betreiben. Der Begriff „verseucht“ suggeriert eine Möglichkeit, beim Gebrauch durch die Artikel zu erkranken. Den Beweis dafür bleibt Ökotest regelmäßig schuldig, denn dazu wären toxikologische Bewertungen erforderlich, und nicht nur chemische Analysen. Wickelauflagen werden in der Regel nur einige Minuten am Tag Hautkontakt haben und sowohl Weichmacher als auch Schwermetalle oder andere Schadstoffe müssten durch die Haut in den Körper wandern, nachdem sie aus dem Material gelöst wurden. Dies kann man berechnen und dann ergibt sich sogar ein konkretes Expositionsszenario (oder auch nicht), dass ggf. für Behörden ausreicht um einen Produktrückruf anzuordnen.
    Natürlich wäre es sinnvoll, wenn Haushaltsprodukte generell ohne umweltschädliche Substanzen auskämen, aber das ist eher ein Umweltproblem als ein Gesundheitsproblem, wie es der Begriff „verseucht“ impliziert.

    • Was für einen Beweis bleibt Öko-Test schuldig? Etwa den Nachweis einer ernsthaften Erkrankung?
      Auch toxikologische Bewertungen zu Arsen, vor allem in der hier vorliegenden Form des Arsen liegen doch vor (BfR, etc.). Auch die Aussage des Chemikers vom Hessischen Landeslabor bestätigt die Einschätzung. Siehe: http://goo.gl/nnSyD

      Weichmacher hingegen „dünsten “ auch aus Produkten aus, sprich sie sind dann z.B. im Hausstaub zu finden.

      Babys liegen gerade auf diesen Wickelauflagen oft nackt, haben also direkten Hautkontakt. Geschieht das nach dem Baden, sind die Hautporen aufnahmefähiger für derlei Stoffe. Ebenso verhält es sich, wenn Baby schwitzend darauf liegt.

      Wenn diese Problematik mal realistisch betrachtet wird, Eine Meldung wie etwa nur „Wickelauflagen im Test“ würde dies kaum einen „Aufrütteleffekt“ haben, weder beim Verbraucher noch bei den Unternehmen. Solange diese Unternehmen nicht Willens und in der Lage sind, „saubere“ und einwandfreie Waren herzustellen – gerade und vor allem im Baby- und Kleinkindbereich – solange werden solche Meldungen immer wieder nötig sein.

      Und: Diese substanzen sind sicherlich Umweltschädlich, aber eben vor allem ganz massiv Gesundheitsschädlich!

  2. Willi sagt:

    Dass die genannten Substanzen wie Arsen oder auch Phthalate toxisches Potential haben, ist unbestritten. Es geht mir um die Frage, ob die konkreten Werte, die ein Produkt als „verseucht“ bewerten, tatsächlich eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Also nicht: ist Arsen toxisch? Sondern: ist die Menge an Arsen, die gemessen wurde, in einer Wickelauflage gefährlich? Dazu muss man (wie gesagt) einen Toxikologen fragen, nicht einen Chemiker! Der Chemiker misst nur den Wert. In der Tat ist das BfR die richtige Adresse, aber das BfR hat keine Aussagen zum Vorkommen der genannten Substanzen in Baby-Wickelauflagen getroffen! Das BfR hat diese Substanzen im Zusammenhang mit Spielzeug bewertet, weil dieses angeknabbert und die dann Substanzen verschluckt werden können. Bei Wickelauflagen ist das Expositionsszenario völlig anders, nämlich der Hautkontakt. Die Aussagen einer Risikobewertung von Spielzeug auf andere Produkte einfach zu übertragen macht Ökotest gerne, aber das ist m. E. unzulässige Panikmache!

    • Babyartikel (hierzu zählen Wickelauflagen) fallen unter das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug) 2. GPSGV (siehe http://www.gesetze-im-internet.de/gpsgv_2/BJNR135000011.html – § 10 Wesentliche Sicherheitsanforderungen). Dort ist ein Grenzwert festgelegt, nämlich 0,1 µg Arsen. Die Sicherheit von Babyartikeln wird aber auch oft nach der Spielzeugnorm EN 71 geprüft.

      Völlig unabhängig von diesen Grenzwerten, haben derartige Stoffe nichts in Babyartikel zu suchen, ohne wenn und aber! Insofern kann eigentlich gar nicht genug vor Produkten der solcher Hersteller gewarnt werden.

  3. Chris sagt:

    Unsere Wickelauflage steckt grundsätzlich in einem Kopfkissenbezug und gegen zu schnelle Verschmutzung liegt noch ein Handtuch oben drauf, das wir häufig wechseln.

    Von ausdünstenden Chemikalien mal abgesehen, sollte das ein weitgehend sicherer Kompromiss sein.

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