Hohe Temperaturen und anhaltende Hitzeperioden können den Körper stark belasten. Besonders ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Belastung jedoch deutlich reduzieren.
Die Verbraucherzentrale NRW bietet jetzt ein Online-Seminar an und rät, den Alltag anzupassen und Warnzeichen ernst zu nehmen
Nach der ersten Hitzewelle im Juni ist klar: Sehr heiße Tage sind anstrengend. Und sie können gefährlich werden, vor allem für ältere und pflegebedürftige Menschen. Mehr noch: Wenn nicht rechtzeitig reagiert wird, kann Hitze zum Tod führen. Aber Schutz ist möglich: Gerade kleine Kinder, alte Menschen, Bettlägerige und Demenzpatienten brauchen Hilfe und Beachtung. Besonders unangenehm sind Hitze-Glocken, also Rekord-Temperaturen in Kombination mit schwüler Luft und wenig Wind. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, wie man die Belastung reduzieren kann, was bei Trinkmengen für Herz- oder Nierenkranke zu beachten ist und bietet am 16. Juli ein kostenfreies Onlineseminar zu Hitzeschutz und Pflege.
Welche Warnzeichen gibt es?
Hitze kann den Kreislauf, den Flüssigkeitshaushalt und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Die Beschwerden sind zunächst unspezifisch: Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe oder Verwirrtheit können erste Warnsignale sein. Wer solche Anzeichen bei anderen bemerkt, sollte die betroffene Person rasch in einen kühlen Raum bringen und mit Getränken versorgen. Auch starke Blässe, Übelkeit, schneller Puls, Muskelkrämpfe oder fehlender Schweiß können auf eine Hitzeerkrankung hinweisen. Medikamente können die Hitzeverträglichkeit verschlechtern oder die Wirkung bei hohen Temperaturen verändern.
Wann sollte die 112 gewählt werden?
Viele Erkrankungen verschlechtern sich bei Hitze oder treten vermehrt auf. So ist das Risiko für Schlaganfälle und Migräne erhöht, und die Symptome bei Multipler Sklerose, Epilepsie oder Demenz können sich verstärken. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlimmern sich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, im Notfall gilt die 112. Denn im schlimmsten Fall können Hitzeerkrankungen zum Tode führen. Häufige hitzebedingte Todesursachen sind Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Der Grund: Die Gefäße erweiterten sich und das Herz muss schneller und stärker schlagen. Zudem kann durch das Schwitzen ein Flüssigkeitsmangel entstehen, der zu einem Kreislaufkollaps oder zu Thrombosen führen kann.
Wie schützt man besonders gefährdete Personen?
Nicht alle Menschen reagieren gleich auf Hitze. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Pflegebedürftige, Bettlägerige, Schwangere sowie Säuglinge und Kinder. Sie sollten wenn möglich nicht allein gelassen werden. Da bei älteren Menschen das Durstgefühl häufig vermindert ist und das Schwitzen nicht mehr so gut funktioniert, sollten sie regelmäßig vorbeugend trinken.
Wie viel sollte man trinken und essen?
An heißen Tagen steigt der Flüssigkeitsbedarf deutlich. Schon an normalen Tagen braucht der Körper anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit täglich. An heißen Tagen ist es deutlich mehr. Erwachsene sollten deshalb regelmäßig trinken – idealerweise Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Wer möchte, kann Wasser mit Obst, Gemüse oder Kräutern geschmacklich aufpeppen. Auf Alkohol sollte möglichst verzichtet werden, da er den Körper zusätzlich belastet und den Flüssigkeitshaushalt beeinträchtigen kann. Auch stark gezuckerte Getränke sind weniger geeignet, da sie den Durst oft nicht nachhaltig löschen. Wichtig: Für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sowie Pflegebedürftige sollte die Trinkmenge nicht eigenständig erhöht, sondern mit der behandelnden Arztpraxis oder dem Pflegedienst abgestimmt werden. Bei Hitze ist leichtes Essen ideal, am besten in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt. Gut verdaulich sind zum Beispiel Salate, gedünstetes Gemüse, wasserreiche Rohkost, Suppen oder Obst.
Wie hält man die Wohnung kühl?
Am besten lüftet man sehr früh morgens oder nachts und lässt die Tages-Hitze gar nicht erst herein. Das bedeutet: Tagsüber Fenster und Türen möglichst schließen und Räume verdunkeln, idealerweise von außen. Pflegebedürftige Menschen sollten wenn möglich die heißesten Stunden des Tages in kühlen Räumen verbringen. Spaziergänge oder Arzttermine legt man besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Für unterwegs sind leichte helle Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz sinnvoll.
Medikamente prüfen lassen
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen, ob diese bei hohen Temperaturen Probleme machen können. Einige Arzneimittel beeinflussen das Durstgefühl, die Schweißproduktion oder die Kreislaufregulation. Auch die richtige Lagerung von Medikamenten ist wichtig, zum Beispiel kühl und trocken oder nach Vorgabe im Kühlschrank.
Service: Zum Thema „Hitzeschutz und Pflege” bietet die Verbraucherzentrale NRW am 16. Juli 2026 um 13 Uhr ein kostenloses Online-Seminar mit weiteren Ratschlägen. Hier geht’s zur Anmeldung: https://join.next.edudip.com/
Weiterführende Informationen:
- Themenseite mit vielen Aspekten zum Umgang mit Hitze: www.verbraucherzentrale.nrw/
node/27869 - Zuverlässige Informationen bietet das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) www.hitzewarnungen.de/index.
jsp
Quelle: Verbraucherzentrale NRW
















