Start / Umwelt / Zecken sind wieder aktiv – was tun?

Zecken sind wieder aktiv – was tun?

Heute früh mit dem Hund durch den Wald gelaufen und prompt hat sich der Arme gleich 3 Zecken eingefangen, obwohl mit 1° nicht unbedingt eine 🕷️ „Zeckenfreundliche“ Temperatur herrschte. Für mich ist der Vormittag dann schon gelaufen, weil es überall anfängt zu Jucken – habe nämlich eine Zeckenphobie, zwar nicht diagnostiziert, aber es hört sich um einiges besser an als zu sagen „ich habe Angst vor Zecken“.

Zecken sind klein, aber nicht harmlos

Besonders schlimm für mich auch deshalb, weil ich eigentlich sehr, sehr gerne im Wald bin. Und alle Jahre wieder stelle ich mir die Frage, welche Daseinsberechtigung diese fiesen Tierchen eigentlich haben? Was hat sich die Evolution bloß dabei gedacht?

Seit drei Jahren kann ich feststellen, dass es selbst bei Minusgraden zu vereinzelten Zecken bei unserem Hund kommt. Es ist also nicht mehr so, dass mit den ersten warmen Tagen im Frühling die Zeckensaison beginnt. Gefühlt. Früher hieß es immer, so ab Temperaturen von etwa 7 Grad werden die kleinen Blutsauger aktiv – Pustekuchen!

Zecken gibt’s nur im Wald?

Mitnichten, zwar sitzen sie vor allem im hohem Gras, meist an den Grashalmspitzen, den unteren Ästen und Blättern von Büschen aber auch im Unterholz. Aber, sie kommen nicht nur im Wald vor, sondern inzwischen auch in Parks auf Spielplätzen und selbst in Gärten. Dort sitzen sie und warten, bis ein Opfer naht. Beim Vorbeigehen streifen sie sich dann an Kleidung oder Haut ab und suchen anschließend in aller Ruhe nach einer geeigneten Stichstelle.

Welche Gefahren drohen

Zecken sind nicht harmlos, nur weil sie so winzig sind. Im Gegenteil, sie können verschiedene, teilweise gefährliche Krankheitserreger übertragen. Besonders relevant sind in Deutschland die bakterielle Infektion Borreliose sowie die Viruskrankheit FSME.

Borreliose kann unter anderem Fieber, Müdigkeit und Hautveränderungen verursachen und ist in der Regel mit Antibiotika behandelbar. FSME hingegen kann zu Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten führen. Gegen diese Erkrankung gibt es eine Impfung, die vor allem in Risikogebieten empfohlen wird.

Neben den allseits bekannten Hauptkrankheiten können Zecken aber regional unterschiedlich auch weitere Erreger übertragen, wie die Anaplasmose / Ehrlichiose (Bakterien), die Babesiose (auch Hundemalaria“ genannt und nicht nur für Hunde gefährlich, sondern auch für Menschen relevant), Rickettsiosen (z. B. Fleckfieber) oder das Q-Fieber und noch so einige mehr 

Warum Zecken sich immer weiter ausbreiten

Fachleute sehen einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Mildere Winter und längere warme Phasen sorgen dafür, dass Zecken früher aktiv werden und länger überleben. Dadurch steigt auch das Risiko für Zeckenstiche.

So können Sie sich schützen

  • Tragen Sie lange, helle Kleidung in der Natur
  • Nutzen Sie Zeckenschutzmittel
  • Bleiben Sie möglichst auf Wegen
  • Suchen Sie nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich ab
  • Was tun bei einem Zeckenstich?

Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell mit einer Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden. Auf keinen Fall auf seltsame Hausmittel wie UHU oder Öle zurückgreifen, beim entfernen keinen Druck ausüben.

Wichtig ist, die Stelle anschließend zu desinfizieren und in den folgenden Tagen zu beobachten. Treten Rötungen oder grippeähnliche Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das Robert Koch Institut (RKI) hat im epidemiologischen Bulletin vom 26. Februar 2026 eine aktualisierte Karte von den Hochrisikogebieten und vielen weiteren Informationen zu Zecken veröffentlicht.

Fazit

Zecken sind klein, aber nicht harmlos. Mit dem richtigen Verhalten lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Gerade im Frühling und Sommer ist Aufmerksamkeit der beste Schutz.

Markiert:

Magazin

Neue Artikel