Krieg, steigende Energiepreise und versteckte Stornofallen: Wer in diesem Jahr verreist, steht vor neuen Herausforderungen. Die Zeiten, in denen Urlaub einfach nur Erholung bedeutete, sind vorbei – heute ist vor allem gute Planung gefragt. Die Stiftung Warentest gibt umfassende Orientierung – von der richtigen Versicherung bis zum stressfreien Mietwagen.
Krisenregionen, Stornos und der Schutz im Notfall
Immer mehr Urlauber fragen sich, was mit ihrer gebuchten Reise passiert, wenn sich die Sicherheitslage verschlechtert. Die Antwort ist oft unbequem. Ein Anspruch auf kostenlose Stornierung besteht nicht automatisch, selbst wenn das Auswärtige Amt von Reisen in eine Region abrät. Wer seinen Urlaub kurzfristig absagt, muss häufig mit empfindlichen Stornogebühren rechnen. Abhilfe schafft oft eine Reiserücktrittsversicherung. Sie übernimmt in vielen Fällen die anfallenden Kosten, wenn eine Reise aus triftigem Grund nicht angetreten werden kann. Hauptgrund ist eine unerwartete Erkrankung. Versichert sind je nach Tarif auch die Erkrankung Angehöriger, Arbeitsverlust oder weitere Gründe. Nie versichert sind Angst vor einem bestimmten Reiseziel oder politische Krisen dort. Wer dennoch in Krisengebiete aufbricht, sollte sich vorab kostenlos beim Auswärtigen Amt registrieren lassen. Der Eintrag in die sogenannte Krisenvorsorgeliste ermöglicht es deutschen Behörden, im Notfall schnell Kontakt aufzunehmen und Hilfe zu koordinieren. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten und kann im Ernstfall entscheidend sein.
Steigende Sprit- und Kerosinpreise belasten Reisende
Aufgrund aktueller Krisen und geopolitischer Konflikte spüren Urlauber verstärkt den Druck steigender Energiepreise. Hohe Kerosinkosten schlagen sich zunehmend in Flugticketpreisen nieder, während gestiegene Spritpreise Autofahrten ins Ausland deutlich teurer machen. Wer flexibel ist, sollte Reisezeitpunkt und Route sorgfältig abwägen und bei der Buchung auf transparente Preisangaben achten, die Treibstoffzuschläge bereits einschließen. Besonders beim Mietwagen lohnt sich ein genauer Blick auf die Gesamtkosten. Denn was auf den ersten Blick günstig wirkt, kann sich durch versteckte Zusatzkosten schnell als teures Vergnügen entpuppen.
Mietwagen im Urlaub: Zehn Tipps gegen böse Überraschungen
Ein Mietwagen gehört für viele Urlauber zur Reise dazu. Doch ungeplante Zusatzkosten und Nachforderungen der Vermieter sind keine Seltenheit. So können Verbraucherinnen und Verbraucher faire und günstige Angebote finden und kostspielige Fallen vermeiden: Wer über ein Online-Portal bucht, hat meist drei Vertragspartner: das Portal, den Vermittler und den Vermieter vor Ort. Das wird spätestens dann relevant, wenn etwas schiefläuft. „Mit den richtigen Kniffen lassen sich teure Überraschungen vermeiden“, sagt Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest. Ihr Rat: „Wer sein Mietauto früh bucht, bekommt oft ein günstiges Angebot und bleibt dennoch flexibel.“ In vielen Fällen sind Buchungen bis 24 Stunden vor Abholung kostenlos stornierbar. Besonders kritisch sind Versicherung und Fahrzeugübergabe. Stiftung Warentest empfiehlt eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung, inklusive Schutz für Scheiben, Reifen und Unterboden, die häufig nicht automatisch mitversichert sind. Vorschäden sollten beim Abholen und Zurückgeben sorgfältig im Übergabeprotokoll dokumentiert und fotografiert werden.
Auch bei Kreditkarte und Kaution gilt Vorsicht. Zur Abholung ist meist eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers erforderlich, Debitkarten werden häufig nicht akzeptiert. Auf der Kreditkarte wird zudem eine Kaution blockiert, Summen von 1.000 Euro sind keine Seltenheit. Bei der Tankregelung empfiehlt die Stiftung Warentest ausschließlich das Modell „voll/voll“, also Rückgabe mit demselben Tankstand wie bei Übernahme.
Gut versichert, auch im Ausland
Unabhängig vom Reiseziel gilt: Eine Auslandskrankenversicherung gehört zur Grundausstattung jeder Reise. Bereits ab 8 Euro pro Jahr sind Reisende für Trips bis zu zehn Wochen umfassend abgesichert. Wer länger unterwegs ist, benötigt eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Die Preise variieren hier erheblich, ein Vergleich lohnt sich. Reisen im Jahr 2026 erfordert mehr Vorbereitung als früher. Wer sich rechtzeitig um den richtigen Versicherungsschutz kümmert, Mietwagenverträge genau prüft und die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts im Blick behält, kann auch in unsicheren Zeiten entspannt in den Urlaub starten.
Anzeige – Alle Tests, Vergleiche und Ratgeber online unter: www.test.de
Quelle: Stiftung Warentest
















