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Heizungsrohre dämmen: Bis zu 780 Euro Heizkosten im Jahr sparen

Finanztip-Modellrechnung: Bei 25 Metern bislang ungedämmter Rohre sind rund 635 Euro weniger Gaskosten oder 780 Euro weniger Heizölkosten möglich

Wer ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen hat, kann mit wenig Aufwand deutlich Heizkosten sparen. Eine aktuelle Modellrechnung des unabhängigen Geldratgebers Finanztip zeigt: Werden 25 Meter bislang ungedämmte Rohrleitungen nachträglich isoliert, sind bei den zugrunde gelegten Energiepreisen rechnerisch Einsparungen von rund 635 Euro pro Jahr bei einer Gasheizung möglich. Bei einer Ölheizung können es sogar rund 780 Euro sein.

Dämmung der Heizungsrohre verringert die Wärmeverluste erheblich
Dämmung der Heizungsrohre verringert die Wärmeverluste erheblich – Bild: pixabay.com

„Bei energetischer Sanierung denken viele zuerst an große und teure Maßnahmen. Die Rohrdämmung ist das Gegenteil: Sie kostet wenig, lässt sich oft selbst erledigen und kann sich bereits während der ersten Heizperiode rechnen“, sagt Sandra Duy, Expertin für Energetische Sanierung bei Finanztip. „Entscheidend ist, dass die Dämmung durchgehend angebracht wird und keine Lücken an Bögen, Übergängen oder Armaturen bleiben.“

Besonders sinnvoll in unbeheizten Kellern

Am meisten bringt die Maßnahme bei frei zugänglichen Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Kellern, auf Dachböden oder in anderen nicht beheizten Bereichen des Hauses. Dort gibt die Heizung Wärme an die Umgebung ab, bevor sie die Wohnräume erreicht.

Die Dämmung ist in vielen Fällen nicht nur sinnvoll, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben: Nach §69 Gebäudemodernisierungsgesetz müssen zugängliche Heizungs- und Warmwasserrohre außerhalb beheizter Räume grundsätzlich gedämmt sein. Von der Dämmpflicht ausgenommen ist, wer bereits vor dem 1. Februar 2002 in das Haus eingezogen ist. Erst nach einem Eigentümerwechsel muss der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren nachrüsten.

„Ob die gesetzliche Pflicht im Einzelfall greift oder nicht, sollte für die Entscheidung aber nicht ausschlaggebend sein“, sagt Duy. „Wenige Meter ungedämmte Rohre kosten unnötig Energie. Wer nachrüstet, senkt die Heizkosten dauerhaft.“

Material kostet nur zwei bis neun Euro pro Meter

Die Dämmung ist vergleichsweise günstig: Je nach Material kostet ein Meter Rohrisolierung etwa zwei bis neun Euro. Für 25 Meter fallen damit Materialkosten von ungefähr 50 bis 225 Euro an. Wer die Arbeiten selbst erledigt, sollte auf den passenden Rohrdurchmesser und die vorgeschriebene Dämmstärke achten. Eine kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung von Finanztip erklärt, worauf es bei Material, gesetzlichen Vorgaben und Kosten ankommt.

Staatliche Förderung und Steuervorteile prüfen

Eine staatliche Förderung von 15 bis 20 Prozent kommt vor allem infrage, wenn die Rohrdämmung mit weiteren Maßnahmen zur Heizungsoptimierung kombiniert wird. „Für eine reine Rohrdämmung lohnt sich der Antrag wegen der Mindestkosten und weiterer Voraussetzungen häufig nicht“, so Duy. Wer die Arbeiten jedoch von einem Fachunternehmen ausführen lässt, kann als selbstnutzender Eigentümer alternativ 20 Prozent der Arbeitskosten in der Einkommenssteuererklärung als Handwerkerkosten geltend machen.

Über die Berechnung

Für die Modellrechnung legt Finanztip 25 Meter bislang ungedämmter Heizungsrohre zugrunde. Basis sind durchschnittliche Wärmeverluste von rund 265 kWh pro Meter und Jahr; durch eine passende Dämmung lassen sich davon knapp 70 Prozent vermeiden. Nach einem Modellwert von co2online gehen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus der Baujahre 1980 bis 1990 rund 265 Kilowattstunden Wärme je laufendem Meter und Jahr verloren. Durch eine ausreichende Dämmung lassen sich knapp 70 Prozent der Verluste vermeiden.

Für Gas rechnet Finanztip mit 13,69 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 29. September). Für Heizöl werden rund 168 Euro je 100 Liter (Stand: 1. Oktober) und ein Energiegehalt von näherungsweise zehn Kilowattstunden je Liter zugrunde gelegt. Die tatsächliche Ersparnis hängt unter anderem von der Länge und Beschaffenheit der Rohre, der Temperatur des Heizungswassers und dem bisherigen Dämmzustand ab.

Weitere Informationen

  • Zum Finanztip-Ratgeber Heizungsrohre dämmen
  • Quellen:
  • Der aktuelle Gaspreis stammt aus dem Finanztip-Gaspreis-Barometer (Stand: 29. September), für das Finanztip seit Juli 2022 wöchentlich Daten für mehr als 100 Orte in Deutschland erhebt und jeweils einen Mittelwert aus den drei günstigsten empfohlenen Tarifen bildet. Grund- und Arbeitspreis werden dabei berücksichtigt, Neukundenboni dagegen nicht.
  • Esyoil, Heizölpreis, Stand: 1. Oktober
  • co2online, Rohrisolierung

Quelle: Finanztip Verbraucherinformation GmbH

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