Der Kleiderschrank quillt über, doch regelmäßig getragen wird oft nur ein kleiner Teil der Garderobe. Laut einer Greenpeace-Studie besitzt jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich 90 Kleidungsstücke – mehr als ein Drittel davon bleibt ungenutzt im Schrank liegen. Kein Wunder, dass der Online-Handel mit Second-Hand-Mode boomt: Allein im Jahr 2025 wurden in Deutschland 6,8 Milliarden Euro mit gebrauchter Kleidung umgesetzt.
Der Wiederverkauf schont Umwelt wie Geldbeutel. „Der Handel mit gebrauchter Kleidung ist gut für Umwelt und Geldbeutel – vorausgesetzt, man kennt die Fallstricke“, betont Kirsten Schiekiera, Expertin der Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation hat zehn Verkaufsportale verglichen und zeigt, mit welcher Strategie Verkäufer am meisten herausholen und worauf Käufer achten müssen.
Drei Wege, Kleidung erfolgreich zu verkaufen
Wer aussortierte Kleidung online zu Geld machen möchte, kann zwischen drei Modelltypen wählen – je nachdem, wie viel Zeit und Mühe investiert werden soll.
1. Einzelverkauf: Höchster Erlös, aber zeitintensiv
Bei Marktplätzen wie Vinted oder Mädchenflohmarkt stellen Anbieter ihre Artikel selbst ein und bestimmen den Preis. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es lässt sich der beste Preis erzielen.
Der Haken: Dieser Weg kostet am meisten Zeit. Verkäufer müssen ansprechende Fotos machen, detaillierte Beschreibungen verfassen, Preisverhandlungen führen und jedes Teil einzeln verpacken. Wählt der Käufer die Versandart, kann es passieren, dass am Ende vier verschiedene Pakete zu vier unterschiedlichen Paketshops gebracht werden müssen.
2. Spezialisierte Portale: Für Designer- & Luxusmode
Hermes-Tücher, Chanel-Handtaschen oder hochwertige Markenmode erzielen auch nach Jahren gute Wiederverkaufswerte. Spezialisierte Portale richten sich an alle, die Luxusstücke unkompliziert verkaufen wollen:
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Buddy & Selly: Verkäufer senden ihre Ware ein und erhalten direkt ein Ankaufangebot. Wird das Angebot abgelehnt, geht das Kleidungsstück kostenlos zurück. Wer annimmt, bekommt das Geld sofort, erfährt jedoch nicht, für welchen Preis der Artikel später weiterverkauft wird.
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Vestiaire Collective: Bietet die Wahl zwischen Eigenverkauf und einem Profi-Verkaufsservice inklusive Qualitäts- und Echtheitsprüfung.
3. Kistenweise verkaufen: Ideal für Vielausmister
Wer eine große Menge Kleidung auf einmal loswerden möchte, nutzt Ankaufsdienste wie Momox Fashion oder Sellpy.
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Momox Fashion: Nach der Sendungsprüfung schlägt die Plattform einen Ankaufsfestpreis vor. Bei Einigung gibt es einen kostenlosen Versandschein und eine schnelle Auszahlung.
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Sellpy: Verkäufer bestellen eine Tasche (die erste ist kostenlos, jede weitere kostet 1,99 Euro) und befüllen sie. Die Plattform übernimmt das Fotografieren und Einstellen. Geld gibt es allerdings erst, sobald ein Teil tatsächlich verkauft wurde – was etwas dauern kann.
Vier Tipps: So schützen sich Käufer vor Betrug
Nicht jedes Angebot auf Second-Hand-Marktplätzen hält, was es verspricht. „Beim Kauf gebrauchter Kleidung lohnt sich ein zweiter Blick und genauer Check von Angebot und Verkäuferprofil, bevor der Kaufen-Button geklickt wird“, warnt Warentest-Expertin Kirsten Schiekiera.
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Skeptisch bei Traumpreisen sein: Echtes Schnäppchen oder Fälschung? Echte Luxusmode wird selten für einen Bruchteil des Neupreises abgegeben. Wer unsicher ist, nutzt gebührenpflichtige Echtheitsprüfungen (z. B. bei eBay oder Vinted). Bei Anbietern wie Buddy & Selly ist die Prüfung oft schon im Service enthalten.
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Fotos & Beschreibungen prüfen: Werden professionelle Model-Fotos aus Mode-Onlineshops oder reine Werbetexte verwendet, ist Vorsicht geboten. Seriöse Verkäufer nutzen eigene Aufnahmen des tatsächlichen Kleidungsstücks.
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Verkäuferprofile analysieren: Wirre Buchstabensalate im Nutzernamen, brandneue Konten oder auffällig einheitliche 5-Sterne-Bewertungen innerhalb weniger Tage sind Warnsignale für Fake-Accounts.
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Nur auf offiziellem Weg bezahlen: Weichen Sie nicht vom integrierten Bezahlsystem der Plattform ab. Nur so greifen die Käuferschutzprogramme. Wer außerhalb mit PayPal zahlt, sollte zwingend „Artikel oder Dienstleistung“ wählen – die Option „Familie und Freunde“ bietet keinerlei Käuferschutz.
Hinweis & Empfehlung: Der vollständige Testbericht mit allen zehn untersuchten Verkaufsplattformen und Zusatztipps erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest. Weitere Informationen zum Schutz vor Abzocke und zum Kleiderverkauf sind online unter test.de/secondhand-betrug sowie test.de/secondhand-kleidung abrufbar.
Quelle: Stiftung Warentest
Artikel mit Hilfe von KI erstellt

















